Monschau - Auf dem Markt flimmern Filme durch die Nacht

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Auf dem Markt flimmern Filme durch die Nacht

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
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Auf dem Monschauer Marktplatz flimmerte unter freiem Himmel der Streifen "Verstehen sie die Béliers". Foto: Gudrun Klinkhammer

Monschau. „Wir kommen bei jedem Film“, sagte Sonja Dörr abends auf dem Marktplatz lachend. Seit Jahren kommt die Mützenicherin gemeinsam mit Freundinnen und Kindern zum Filmabend unter freiem Himmel nach Monschau. Zum fünften Mal fand diese Veranstaltung jetzt auf dem Markt am Rurufer statt, davor flimmerten die Filme auf der Burg Monschau durch die Nacht.

Wie immer kamen die Mitglieder der Mützenicher Walking-Gruppe allerdings auch diesmal nicht bequem mit dem Auto angefahren. Stattdessen wanderten Sonja Dörr, Sabine Rombach, Petra Graff, Ulrike Menzerath, Mirko Menzerath, Wiebke Dörr und Lisa Graff den Weg von Mützenich aus nach Monschau herunter und nach der Vorstellung wieder hinauf. Eine Sektpause legten sie auf dem Hinweg auf dem Spielplatz „Auf der Haag“ ein.

Und nicht nur den Proviant für den Filmabend trugen sie bei sich, auch ihre faltbaren Campingstühle hatten sie dabei. Sabine Rombach: „Es ist einfach immer wieder ein wunderschöner Abend, uns geht es natürlich um den Film, aber vor allem auch ums Zusammensein.“

400 Klappstühle hatten die Veranstalter, das sind die Monschau Touristik und die Monschau Festival-Gesellschaft in Kooperation, für Gäste zurechtgestapelt. Knapp 200 Stühle wurden davon in Gebrauch genommen.

Kinospezialist Ralf Bauersfeld aus Dortmund hatte den Monschauer Marktplatz zum Kinoparadies umgebaut. Eine zehn mal sieben Meter große, aufblasbare Leinwand diente als Schaufläche. Über das Jahr hinweg ist der 55-Jährige mit seinem Kinomobil in ganz Europa unterwegs, um unter freiem Himmel Streifen abzuspielen.

Filmrollen waren allerdings gestern, inzwischen werden die Streifen über einen Beamer von einem Blu-Ray-Player aus serviert. Bauersfeld: „15 Jahre lang habe ich in Dortmund in einem Kinocenter mit 14 Sälen gearbeitet. Dann habe ich mich selbstständig gemacht.“

Seinen Job beschreibt er als spannend, die Freiheit macht ihm Freude. Barbara Frohnhoff von der Monschau Touristik, hatte schon den ganzen Tag lang ein waches Auge auf den aktuellen Wetterbericht.

Frohnhoff: „Wichtig ist, dass es trocken bleibt, gegen die Kälte gibt es ja eine Jacke und eine dicke Decke.“ Als es dann hieß „Film ab“ freute sich die Touristikerin gemeinsam mit ihrer Auszubildenden Luisa Jörres ebenso wie Bürgermeisterin Margareta Ritter über die zahlreichen Cineasten, die sich die französische Filmkomödie „Verstehen sie die Béliers“ anschauten.

106 Minuten lang hielt die Geschichte der Familie Béliers die Zuschauer ohne Pause in ihrem Bann. „Verstehen sie die Béliers“ war vor allem in Frankreich mit 6 Millionen gelösten Karten vor zwei Jahren ein großer Erfolg. Erzählt wird die Geschichte der vierköpfigen Bauersfamilie Béliers, in der ausschließlich die 16-jährige Tochter Paula (Louane Emera) hören kann.

In rührender Weise geht es um junge Liebe, eine Gesangskarriere und den eben gehörlosen Vater Rodolphe (Francois Damiens), der Bürgermeister werden möchte. Jede Woche verkauft die komplette Familie Béliers Käse, Gemüse und Obst auf dem Wochenmarkt des Ortes.

Als der noch amtierende Bürgermeister von den Plänen Rodolphe Bériers hört, fragt er beiläufig beim turnusmäßigen Käsekauf die schlagfertige Paula: „Glaubst du wirklich, die Leute würden einen Gehörlosen wählen?“ Woraufhin Paula trocken antwortet: „Warum nicht? Sie haben ja auch einen Idioten gewählt.“

In dieser Weise belustigt und beschwingt traten die Zuschauer nach der lohnenswerten Vorstellung im märchenhaften Monschau den Heimweg an oder besuchten noch eins der gemütlich beleuchteten Monschauer Restaurants.

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