Auf dem besten Weg zum dritten Aufstieg in Folge

Letzte Aktualisierung:
11534974.jpg
In den Pokalspielen gegen den Klassenhöheren Kohlscheider BC (1:3/Kreispokalfinale – hier entstand das Bild) und Wesseling-Urfeld (2:3/FVM-Pokal) – war das Glück nicht mit den Fußballerinnen des TV Konzen. Ansonsten aber haben sie bislang eine famose Hinrunde in der Landesliga hingelegt. Rechts die Trainer Stefan Reder und Herbert Huppertz (v. re.), davor Betreuerin Inge Huppertz. Es fehlt Torwarttrainer Marco Tüxen. Foto: H. Schepp
11534970.jpg
Sie zogen als Mannschaftsrat die Halbzeitbilanz der Fußballerinnen des TV Konzen (von links): Julia Hermanns, Lena Warbel sowie Maria und Kathrin Leister. Es fehlt Julia Steinröx.

Konzen/Nordeifel. The same procedure as every year? Zwei Jahre in Folge haben die Fußballerinnen des TV Konzen nun schon einen Aufstieg feiern können, erst von der Kreis- in die Bezirksliga, dann von der Bezirks- in die Landesliga.

Nun könnte die einzige verbliebene Frauenfußballmannschaft des Altkreises Monschau tatsächlich den Aufstiegs-Hattrick schaffen: Am letzten Spieltag der Hinrunde erklommen die TVK-Frauen mit einem 2:1-Sieg bei der bis dahin führenden Eintracht in Kornelimünster erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze und überwintern auf dem Aufstiegsplatz. Stünde der auch Ende Mai zu Buche, würde die Mannschaft, wo TV Konzen drauf steht und die gesamte Nordeifel drin ist, tatsächlich in die Mittelrheinliga, Deutschlands vierthöchste Spielklasse im Frauenfußball, zu Buche.

Heiner Schepp sprach mit den Vertreterinnen der beiden Mannschaften – die zweite Frauenmannschaft spielt ebenfalls recht erfolgreich in der Kreisliga Aachen – über die Hinrunde und die Aussichten in der zweiten Saisonhälfte.

Zur Saisonhalbzeit in der Frauenfußball-Landesliga, Staffel 2, steht mit dem TV Konzen sensationell ein Aufsteiger auf dem „Platz an der Sonne“. Wollt Ihr im Juni 2016 zum dritten Mal in Folge einen Aufstieg feiern oder ist das nur eine Momentaufnahme?

Julia Hermanns: Um eine Momentaufnahme handelt es sich nicht, da wir uns diesen Platz durch eine konstante, solide Leistung erkämpft haben. Jedoch ist die Saison noch lang, und jetzt schon über einen möglichen Aufstieg zu sprechen, wäre noch zu früh. Aber wir werden weiterhin in jedem Spiel alles geben und keinen Punkt leichtfertig liegen lassen.

Aber die Tabelle lügt nicht: Zwei Punkte Vorsprung auf Eintracht Kornelimünster, gar sechs auf den Tabellendritten Wesseling-Urfeld. Dazu den besten Angriff, eine makellose Heimbilanz mit fünf Siegen in fünf Spielen und überhaupt nur zwei Niederlagen in der gesamten Hinrunde. Ist die Landesliga auch nicht stärker als die Bezirksliga oder hat sich Eure Mannschaft derart gut weiterentwickelt?

Maria Leister: Das Niveau der Landesliga ist deutlich höher und auch der Spielstil ist ein ganz anderer, mit dem unsere Mannschaft offensichtlich gut umgehen kann. Aber auch die Weiterentwicklung der Einzelspielerinnen, der gute Nachwuchs aus den B-Juniorinnen sowie auch der große Mannschaftszusammenhalt tragen zu diesem Erfolg bei.

Sollte die Tabelle auch am 29. Mai 2016 so aussehen, hieße das: Es darf wieder gefeiert werden im Sportpark. Würden die Mannschaft und der Verein das Abenteuer Mittelrheinliga wagen?

Lena Warbel: Der Verein wird uns wie in den Vorjahren weiterhin unterstützen. In sportlicher Hinsicht wäre es bestimmt ein Abenteuer, an dem alle Spielerinnen wachsen könnten. Allerdings ist noch unklar, wie sich der Kader hinsichtlich der beruflichen und schulischen Lage entwickeln wird.

Die Konzener Damen zeichnen ziemlich exakt den Weg ihres zweimaligen Pokalendspielgegners BC Kohlscheid nach, der jeweils ein Jahr vor Euch zunächst in die Bezirks-, dann in die Landes- und letzten Sommer in die Mittelrheinliga aufgestiegen ist, dort aber aktuell auf dem letzten Platz steht. Liegt zwischen Landes- und Mittelrheinliga im Frauenfußball der große Leistungssprung und ist der KBC ein warnendes Beispiel für Euch?

Julia Hermanns: Bislang haben wir keinerlei Erfahrungen als Damenmannschaft in der Mittelrheinliga, aber in den Pokalspielen gegen den KBC haben wir auf Augenhöhe gespielt, daher ist der KBC kein warnendes Beispiel für uns.

Wie verlief die Saison bisher aus Eurer Sicht? Nach dem Auftaktsieg gegen Efferen (2:0) gab es eine erwartete Niederlage bei der favorisierten Spvgg Wesseling-Urfeld (0:2), danach aber nur noch eine – allerdings hohe – Niederlage bei Fortuna Bonn (0:5). Wieviel Glück war bei den acht Siegen mit im Spiel?

Maria Leister: Insgesamt sind wir mit der Hinrunde sehr zufrieden. Niederlagen gehören dazu. Das Wichtigste daran ist jedoch, dass wir nicht eingebrochen sind, sondern in den folgenden Spielen wieder Punkte eingefahren haben. Ein bisschen Glück gehört im Sport immer dazu, aber nur mit Glück wird man nicht Herbstmeister.

Stephie Palm war in der Hinrunde der „Dauerbrenner“, Eure Torhüterin hat alle zehn Spiele und alle 900 Einsatzminuten absolviert. Dahinter haben aber nur noch Eure erfolgreichste Torjägerin Maike Greuel (zehn Tore) und Nachwuchsspielerin Nora Pontzen alle zehn Spiele mitgemacht. Ist auch die Breite des Kaders mit 24 eingesetzten Spielerinnen ein Erfolgsrezept?

Lena Warbel: Leider hatten wir mit vielen krankheits- und beruflich bedingten Ausfällen zu kämpfen. Es ist nicht immer leicht mit einer neu zusammengesetzten Mannschaft zu spielen, allerdings profitierten wir auch von den neuen Spielideen und waren für die Gegner schwer einzuschätzen.

Stichwort Kader: Wie scharf ist die Trennung zwischen erster und zweiter Mannschaft? Ist da ein gesunder Konkurrenzkampf um die Plätze in der Ersten oder stellt die Mannschaft sich aufgrund von Ausfällen meist von selber auf?

Kathrin Leister: Unsere beiden Mannschaften trainieren immer zusammen. Lediglich bei einzelnen Trainingsabschnitten wird die Mannschaft unterteilt, wobei wir nach dem Training immer nur als eine große Mannschaft auftreten. Natürlich gibt es einen Stammkader, dieser beruht nicht nur auf Krankheitsausfällen, sondern vor allem auf konstant guten Leistungen, welche durch einen gesunden Konkurrenzkampf gefördert werden.

Die zweite Mannschaft spielt in der Kreisliga ebenfalls eine gute Rolle, steht im oberen Drittel, wenn auch nicht mit Aufstiegsambitionen. Wie wichtig ist eine funktionierende Zweite für die höher spielende erste Mannschaft?

Kathrin Leister: Beide Mannschaften profitieren voneinander, wobei wir Wert darauf legen, dass die zweite Mannschaft nicht unnötig geschwächt wird, was auch am Tabellenplatz der zweiten Mannschaft erkennbar ist.

Wie schwer ist es für Euer Funktionsteam – die Trainer Stefan Reder und Herbert Huppertz, Torwarttrainer Marco Tüxen und Betreuerin Inge Huppertz – den „Laden“ zusammen zu halten und bei einem so großen Kader und zwei Mannschaften die Übersicht zu behalten?

Julia Hermanns: Natürlich ist es nicht einfach, eine so große Mannschaft zu organisieren und zu trainieren. Ohne diese tolle Unterstützung von Trainern und Betreuern wären unsere jetzigen Erfolge nicht möglich gewesen. Aber die Mannschaft versucht sie durch die Übernahme von verschiedenen Aufgaben tatkräftig zu unterstützen.

Der Frauen- und Juniorinnenfußball der Nordeifel konzentriert sich mittlerweile beim TV Konzen, neben den zwei Frauenmannschaften gibt es auch Juniorinnen in drei Altersklassen, darunter die U17, die seit acht Jahren in der Mittelrheinliga spielt. Wie wichtig ist der Nachwuchs für den Erfolg der Frauen? Und: Wie stark bringen sich die aktiven Seniorenspielerinnen in die Nachwuchsarbeit ein?

Maria Leister: Wir profitieren von der guten Jugendarbeit und aufrückende Nachwuchsspielerinnen können trotz ihrer geringen Erfahrung im Damenbereich gut bestehen. Dementsprechend haben wir in der Landesliga den jüngsten Kader mit dem Altersdurchschnitt 19,3 Jahre. Seit einigen Jahren unterstützen unsere Spielerinnen die Jugendarbeit, indem in jede der drei Juniorinnenmannschaften mindestens eine Spielerin Trainertätigkeiten übernimmt.

Wie stark ist der Rückhalt für den Frauenfußball im TV Konzen und was würden die Fußballerinnen sich vielleicht noch wünschen?

Alle: Zu unseren Wünschen gehören weniger krankheitsbedingte Ausfälle, keine Verletzungen und weiterhin ein guter Zusammenhalt in und zwischen den Mannschaften. Der Rückhalt im Verein ist, wie schon gesagt, sehr gut.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.