Schmidt - Auch Mario Lennartz hat Ebola den Kampf angesagt

Auch Mario Lennartz hat Ebola den Kampf angesagt

Von: ag
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Ein Freiwilliger des Roten Kreuzes betreibt Aufklärung bei den Dorfbewohnern: „Man lebt hier wie selbstverständlich mit diesen Vorkehrungen und wundert sich über die Hysterie und Panik die in der westlichen Welt besteht, obwohl die Gesundheitssysteme dort doch so viel besser ausgebaut und vorbereitet sind“, sagt Mario Lennartz aus Schmidt, der als DRK-Helfer in Sierra Leone im Einsatz ist. Foto: Deutsches Rotes Kreuz
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Er hilft in Sierra Leone bei der Ebolabekämpfung: Mario Lennartz (47 Jahre) aus Schmidt.

Schmidt. Im Kampf gegen Ebola ist auch Mario Lennartz aus Schmidt im Einsatz. Im Oktober reiste er als Helfer des Deutschen Roten Kreuzes in das Krisengebiet nach Sierra Leone. Eine gute Woche ist es nun her, dass er aus Deutschland ausreist ist.

„Ich bin hier Teil eines großen Teams, das die derzeit wohl wichtigste Arbeit zum Schutz der Weltbevölkerung leistet“, sagt der 47-jährige Diplom-Ingenieur, der hauptberuflich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik arbeitet.

Die Anreise nach Kenema war anstrengend. Mit verschiedenen Fluggesellschaften ging es von Berlin über München und Casablanca nach Freetown und von dort das letzte Stück zu seinem Einsatzort Kenema mit dem Auto über Land. Kenema ist etwa sechs Autostunden und circa 15 Checkpoints von der Hauptstadt Freetown entfernt, nahe der Grenze zu Liberia. „An diesen Checkpoints mussten wir meist aus dem Auto aussteigen, Fieber messen lassen und uns danach die Hände desinfizieren. Je näher wir der Distrikt Hauptstadt Kenema kamen, umso dichter folgten diese Kontrollposten aufeinander“, berichtet Lennartz.

Untergebracht sind die Helfer im Pastoralcenter, wo vor dem Bürgerkrieg mehrere Schulen und diverse kirchliche Einrichtungen untergebracht waren. Ein Teil ist inzwischen wieder in Betrieb und wird von der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften als Büro und Unterkunftsbereich genutzt. Es handele sich um eine bunt zusammengesetzte Gruppe von Rotkreuzlern aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde (England, Finnland, Frankreich, Kanada, Kongo, Neuseeland, Norwegen, Schottland, Schweiz, Sierra Leone, Spanien und Deutschland). Die Arbeitssprache sei Englisch, sagt Lennartz.

Hygiene und Desinfektion

Die rund 25 internationalen Helfer würden mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern des Roten Kreuzes aus Sierra Leone zusammenarbeiten, wovon der größte Teil in dem Ebola-Krankenhaus eingesetzt sei. Der größte Teil der Mitarbeiter im Krankenhaus arbeite dort in einem Mehrschicht-System, „da das Krankenhaus natürlich rund um die Uhr in Betrieb ist“.

„Ich selbst arbeite hier im IPC-Team (Intervention, Prevention and Control-Team). Wir beschäftigen uns im Wesentlichen mit Hygiene und Desinfektion im Krankenhaus, damit keine Kontamination mit Krankheitserregern erfolgen kann“, sagt Lennartz der schon zwei Einsätze in Krisengebieten hinter sich hat. In Haiti baute er nach einem Erdbeben ein Krankenhaus mit auf, und in Pakistan half er beim Aufbau der Trinkwasserversorgung.

Das Krankenhaus, in dem er jetzt eingesetzt ist, liege etwas außerhalb der Stadt, nördlich von Kenema, circa 25 Autominuten von seiner Unterkunft entfernt, da ein Teil der Straßen wegen der Beschaffenheit nur im Schritttempo befahren werden könne, berichtet der DRK-Helfer.

„Das Leben hier hat sich seit dem Ausbruch von Ebola sehr verändert. Hier in Westafrika wird normalerweise ein sehr herzlicher und körperlicher Umgang gepflegt. Man begrüßt sich intensiv, nimmt sich in den Arm, schüttelt sich die Hände und berührt sich gerne und oft. Dies ist nun vorbei! Alle halten Abstand, kein Händeschütteln, kein Berühren mehr, eine sehr strikte „No Touch“-Politik gilt nun hier. Auch wir Internationalen halten uns daran, denn dies ist der einfachste und sicherste Weg eine Ansteckung zu vermeiden“, sagt Lennartz. Überall ständen Eimer mit Handwaschlösung rum, die auch rege genutzt würden.

„Vor jedem Eintreten in ein Gebäude werden vorher die Hände desinfiziert und oft auch noch die Fußsohlen. Man lebt hier wie selbstverständlich mit diesen Vorkehrungen und wundert sich über die Hysterie und Panik die in der westlichen Welt besteht, obwohl die Gesundheitssysteme dort doch so viel besser ausgebaut und vorbereitet sind. Mein Einsatz hier ist gut und wichtig. Er ist deutlich weniger gefährlich als man das von Europa aus vielleicht denken würde“, sagt Lennartz.

Die Bevölkerung lebe in Sierra Leone unter einfachsten Bedingungen, mache aber das Beste daraus. Die Leute seien immer fröhlich, nett und hilfsbereit. „Ich bin froh und zufrieden, meinen Teil dazu beizutragen, um diese Seuche hier in Westafrika einzudämmen und hier irgendwann wieder ein normales und unbeschwertes Leben zu ermöglichen“, sagt Lennartz.

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