Auch Konzen diskutiert über Schule und Kindergarten

Von: aj
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Familienzentrum, schnelles Internet und Tihange: Beim Informationsabend in Konzen mit Bürgermeisterin Margareta Ritter und Ortsvorsteher Matthias Steffens wurden viele Fragen behandelt. Foto: Aline Jansen
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Viele Eltern wollten ganz genau wissen, wie die Zukunft des Kindergartens und der Grundschule in Konzen aussehen soll: Es wird überlegt ein neues Gebäude für den Kindergarten zu bauen. Foto: A. Gabbert

Konzen. Mehr als 70 interessierte Bürger waren zum Informations- und Diskussionsabend mit Bürgermeisterin Margareta Ritter und Ortvorsteher Matthias Steffens in Konzen zusammengekommen: jung und alt, und sogar ganz jung, denn die Kleinste war erst zwei Wochen alt, „die Zukunft des Dorfes“, freute sich Steffens.

Die Bürgermeisterin informierte über verschiedene Themen, zu denen die Anwesenden dann direkt ihre Fragen stellen oder Anliegen loswerden konnten.

Zunächst standen alternative Bestattungsarten auf dem Plan, die auf den Friedhöfen des Stadtgebiets voraussichtlich eingeführt werden. Der Stadtrat entscheidet am kommenden Dienstag darüber. Neben dem Aschegrabfeld in Höfen wird ein weiteres in Mützenich eingerichtet und auf jedem Friedhof soll es verschiedene Formen von Urnengemeinschaftsgrabanalgen sowie Baumgräber geben. „Wir haben zusammen mit der Gärtnerei Pauls auf jedem Friedhof drei Bäume dafür ausgesucht“, erklärte Ritter. Auch auf den Zuzug von Flüchtlingen wolle man Rücksicht nehmen, deshalb soll an einer ausgewiesenen Stelle eine muslimische Bestattung ermöglicht werden.

Anschließend informierte Ritter über die Hausanschlusssanierungsprüfung, die in diesem Jahr in Konzen ansteht. Anlass ist die erhöhte Wassermenge, die in den Kläranlagen ankommt und diese teilweise an den Rand ihrer Möglichkeiten bringt. „Der Wasserverbrauch im Stadtgebiet liegt bei 540.000 Kubikmetern, in unseren Kläranlagen kommen aber drei Millionen an“, bezifferte die Bürgermeisterin. Die Prüfung soll nun mögliche Schwachstellen aufdecken. In Imgenbroich hat das bereits zu einem Erfolg geführt und die Überschwemmungen bei Starkregen im Bruchzaun konnten eingedämmt werden. Hauseigentümer seien zu einer Sanierung ihrer Anschlüsse aber nicht verpflichtet, betonte Ritter.

Für viel Gesprächsbedarf sorgten Kindergarten und Grundschule, vor allem bei besorgten Eltern. Sie wollten ganz genau wissen, wie die Zukunft in dieser Hinsicht aussieht. Zwischen Konzen und Imgenbroich besteht eine Solidargemeinschaft, die Grundschulen sind zusammengelegt, werden aber noch an beiden Standorten betrieben. Das ändert sich im Sommer 2017, dann ziehen die Imgenbroicher nach Konzen um. Das bedeutet für den Konzener Kindergarten, er muss die Räume der Grundschule, die er momentan in Beschlag hat, freimachen. Bürgermeisterin und Ortsvorsteher versicherten aber, dass Grundschule, Kindergarten und Familienzentrum in Konzen verblieben.

Gespräche mit der Städteregion laufen schon, denn die Zeit drängt. „Der Sommer 2017 ist ja schnell da“, äußerte eine Mutter und fragte nach den konkreten Plänen. Man überlege ein neues Gebäude für den Kindergarten zu bauen, lautete die Antwort. Wo genau sollte während der Verhandlungen nicht verraten werden. „Ich kann aber versichern, dass wir im Ortskern bleiben“, beruhigte Steffens.

Das Konzept lautet: „Konzen nach Konzen, aber nicht mehr alle nach Konzen“. Das heißt: Der Kindergarten ist für die Konzener Kinder gedacht. Dafür werden voraussichtlich vier Gruppen reichen, „wenn nicht wird angebaut“, so Ritter. Momentan besuchen aber auch viele Kinder aus anderen Dörfern den Konzener Kindergarten, da er für viele Eltern auf dem Weg zur Arbeit liegt. In Zukunft sollen diese Kinder nicht mehr in Konzen, sondern in Imgenbroich aufgenommen werden. Der Kindergarten könnte dort in das Grundschulgebäude ziehen (siehe Artikel oben) und hätte dann viel Platz zur Verfügung.

Auch in Sachen „schnelles Internet“ gab es einige Fragen zu klären. In großen Teilen des Dorfes ist die Breitbandversorgung mittlerweile ausgebaut, die Telekomist gerade dabei die Software umzustellen. Probleme gab es im Bereich Blumgasse und Krähwinkel, aber auch hier ist eine Lösung in Sicht. Die Telekom arbeite gerade ein Angebot aus, berichtete Ritter. Man müsse sich allerdings noch etwas gedulden, da noch nicht sicher ist, was der Ausbau kosten wird. Gegebenenfalls müsse ein neuer Förderantrag gestellt werden.

Ein weiteres Thema waren die „Netliner“, die ab März für eine Testphase von drei Monaten nach Bedarf durch das Stadtgebiet fahren. Dahinter verbergen sich zwei Kleinbusse mit jeweils 18 Sitzen, die zusätzlich zum normalen Linienverkehr eingesetzt werden. Die Stadt hat aus 170 Bewerbern 55 Personen ausgewählt, die das Angebot testen. Um den „Netliner“ zu nutzen, ist nur ein kurzer Anruf nötig, bei dem die Abholhaltestelle vereinbart wird und schon bringt einen der Kleinbus an das gewünschte Ziel. Außerdem wird eine Verbesserung im ÖPNV für Pendler zwischen der Eifel und Aachen angestrebt, ab Ende des kommenden Jahres sollen die Busse halbstündlich fahren.

Der schlechte Zustand der Reaktoren in Tihange beschäftigt zurzeit die gesamte Städteregion und Umgebung und so kam auch in Konzen die Frage auf, wie der Stand der Dinge sei. Ritter erklärte, dass man durch die Städteregion an der Klage beteiligt sei, da diese für alle Kommunen gelte. Für den hoffentlich nicht eintretenden Ernstfall seien jetzt 5500 Iod-Tabletten ins Rathaus geliefert worden, die an die Feuerwehrhäuser verteilt würden. Die Bezirksregierung Köln arbeitet momentan einen Katastrophenschutzplan aus, solange bleiben wohl noch viele Fragen zum Verhalten bei einem Störfall offen.

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