Nordeifel - Auch die Eifel surft auf der Hitzewelle: Hohe Ozonbelastung

Auch die Eifel surft auf der Hitzewelle: Hohe Ozonbelastung

Von: Andreas Gabbert
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Willkommene Erfrischung: Viele Schulen hatten ihren Schülern hitzefrei gegeben. Einige suchten dann nach Schulschluss Abkühlung im Eiserbachsee in Rurberg, bevor die ersten Regenschauer und Gewitter am Eifelhimmel aufzogen. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Bevor Gewitter und Regenschauer am Donnerstagnachmittag zumindest für etwas Abkühlung sorgten, hatte die Hitzewelle auch die Eifel in dieser Woche fest im Griff. Aber nicht nur die hohen Temperaturen machten vielen Menschen zu schaffen, hinzu kam auch noch eine hohe Ozonbelastung.

Wie die Städteregion Aachen mitteilte, wurden insbesondere am Dienstag auffällige Ozon-Konzentrationen von mehr als 200 Mikrogramm je Kubikmeter Luft gemessen. In Simmerath stieg die Ozon-Belastung auf 206 Mikrogramm je Kubikmeter Luft an. Höhere Werte gab es zuletzt am 26. August 2016.

Erhöhte Ozon-Konzentrationen können eine belastende Wirkung auf den Menschen ausüben. Unter ungünstigen Umständen treten Kopfschmerzen sowie Reizungen der Schleimhäute auf. Eine akute gesundheitliche Gefährdung bestehe jedoch in der Regel nicht, schreibt die Städteregion.

Wirkungen würden meist bei empfindlichen Personen mit einem vorgeschädigten Atemwegsystem sowie bei Babys und Kleinkindern auftreten. Zum Personenkreis mit hoher Empfindlichkeit gehören mehr als zehn Prozent der Bevölkerung.

Ihnen wird geraten, bei einer Konzentration von mehr als 180 Mikrogramm je Kubikmeter ungewohnte längere körperliche Anstrengungen im Freien wie Ausdauersport, andauernde Mannschaftsspiele und andere Aktivitäten im Freien ganz zu vermeiden beziehungsweise auf ein Minimum einzuschränken. „Wer Sport treiben möchte, sollte dies bevorzugt in den frühen Morgenstunden machen“, sagt Dr. Cornelia Konteye vom städteregionalen Gesundheitsamt.

Mit steigenden Temperaturen wird auch das Baden in den Talsperren wieder zu einer willkommenen Abkühlung für viele Menschen. Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) weist jedoch darauf hin, dass dies aus guten Gründen weitgehend verboten ist.

Trinkwassertalsperren sind grundsätzlich mit einem Badeverbot belegt, um die Wasserqualität zu schützen. Aber auch im Hauptsee der Rurtalsperre Schwammenauel, auf dem wassersportliche Aktivitäten erlaubt sind, darf nur in bestimmten Bereichen geschwommen werden.

„Diese Regelung dient in erster Linie dazu, verschiedene Arten von Wassersport konfliktfrei zu ermöglichen, ohne dass es zu Gefährdungen kommt“, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung. Auf dem See werde auch gesegelt und gesurft, außerdem halte die Rurseeschifffahrt eine Linienschifffahrt von Schwammenauel nach Rurberg aufrecht.

Da im Rursee bei Wind ein gewisser Wellenschlag herrsche, würden Köpfe von Schwimmern leicht übersehen. Außerdem könnten Boote in voller Fahrt unter Umständen nicht schnell genug ausweichen. „Von einem Boot überfahren zu werden, kann tödliche Verletzungen nach sich ziehen“, warnt der WVER.

Besonders brisant sei auch das Schwimmen rund um die Anlegestellen der Rurseeschifffahrt. Besteht schon durch die Schiffsschrauben generell eine Lebensgefahr, so kommt an den Haltepunkten noch der Einsatz von Bugstrahlrudern hinzu. Diese werden beim seitlichen Anlegen eingesetzt. Dazu wird Wasser quer zum Schiffskörper angesaugt und durch ein Rohr auf der anderen Seite wieder herausgedrückt. Der so entstehende Schub ermöglicht die seitliche Bewegung des Schiffs. Hier besteht die große Gefahr, dass Schwimmer in den Sog geraten und sich daraus nicht mehr befreien können.

„Natürlich hat auch das Baden im Rursee seine Berechtigung“, betont der Wasserverband. Deswegen seien aber in Eschauel und in der Woffelsbacher Bucht entsprechende Badestellen eingerichtet, die eine gefahrlose Abkühlung im Wasser des Rursees ermöglichten. Außerdem könne man auch auf den Eiserbachsee in Rurberg oder das Freibad in Einruhr ausweichen.

In die Rurtalsperre fließen zurzeit 640 Liter pro Minute, die Abgabe aus dem Talsperrensystem hingegen beträgt rund 5000 Liter. Das sei notwendig, um die Papierindustrie im Bereich Düren ausreichend mit Wasser versorgen zu können. Ein Problem sei das aber nicht, schließlich sei die Rurtalsperre ein extra großer Speicher, der eigens für diesen Zweck gebaut worden sei.

„Das ist der Normalfall. Dafür sind die Talsperren ja auch da“, sagt Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur. Zurzeit sei die Talsperre zu drei Vierteln gefüllt, was einem durchschnittlichen Füllstand entspreche. „Das zeigt, dass die wasserwirtschaftliche Situation völlig undramatisch ist“, sagt Seiler.

Für Donnerstagnachmittag und -abend wurde vor teils kräftigen Gewittern gewarnt. Danach soll die Hitze am Freitag erstmal vorbei sein. Unser Wetterexperte Andy Holz von www.huertgenwaldwetter.de geht von freundlichem Wetter mit einem netten Mix aus Sonne und Wolken bei meist 24 bis 28 Grad aus. „Das Wochenende wird nur ein wenig wechselhafter, und die Sonnenanteile bleiben immer wieder bei angenehmen 20 bis 25 Grad, ehe Anfang der Woche die Zeichen wieder vorübergehend auf Sommerwetter stehen“, sagt Holz. Richtung Siebenschläfertag sei aber mit Regen und einer deutlichen Abkühlung mit Werten von unter 20 Grad in der Eifel zu rechnen.

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