Auch die Eifel ist in Gedanken bei den Franzosen

Von: Andreas Gabbert
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Ganz Europa ist in der Trauer um die Opfer der Anschläge in Paris vereint: Auch in der Nordeifel herrscht eine große Anteilnahme. Foto: dpa

Nordeifel. Nach den Anschlägen in Paris ist die Anteilnahme und Betroffenheit auch in der Nordeifel groß. Schon am Sonntag, dem Volkstrauertag, nahmen die Redner in ihren Ansprachen Bezug auf die terroristischen Anschläge.

„Vorgestern haben uns die Ereignisse in Paris erneut vor Augen geführt, dass Frieden in Europa nicht selbstverständlich ist. Und Francois Hollande hat recht, wenn er von Krieg spricht – von einem Angriff des sogenannten Islamischen Staats auf die Französische Republik – und damit auf Europa als Ganzes“, sagte Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss in seiner Ansprache, in der auch die Bedeutung eines geeinten Europas hervorhob.

„Wir hier, direkt an einer innereuropäischen Grenze lebend, wissen genau, wie wertvoll die europäische Einigung ist. Und wir wissen auch genau, dass es dabei nicht vorrangig um eine Währung und die Verteilung von Subventionen geht. Es geht vor allem um Frieden und Freiheit in Europa. Frieden und Freiheit haben wir uns über Jahrhunderte voller Kriege, Leid und Hass in Europa erarbeitet. Und wir geben das nicht wieder her. Wir werden unseren Frieden und unsere Freiheit verteidigen. Und deswegen sind wir auch Zufluchtsort für Menschen geworden, die vor Krieg, Angst und Terror flüchten“, sagte Klauss und bat im Gedenken an die Toten von Krieg und Unrecht auf der Welt und im besonderen Gedenken an die Toten der Anschläge in Paris um eine Schweigeminute.

Bei der Gedenkfeier in Simmerath ging der Vorsitzende des Ortskartells, Erwin Finken, ebenfalls auf die Anschläge ein. „Gedenken wir auch der 129 Toten in Paris. Die Ereignisse dort sollten für uns alle Mahnung und Aufruf sein, den Frieden zu erhalten“, sagte Finken.

Während man am Montag in den Rathäusern in Roetgen und Simmerath mit Blick auf die Trauerbeflaggung noch auf eine Anordnung des Innenministers wartete, hatte man in Monschau entschieden, die Fahnen vor dem Rathaus auch nach dem Volkstrauertag auf Halbmast wehen zu lassen.

Gegenüber der französischen Partnerstadt Bourg-Saint-Andéol hatte Bürgermeisterin Margareta Ritter schon am Samstag über Facebook ihre Anteilnahme ausgedrückt. Auch auf ihrem privaten Facebook-Profil ging Ritter auf die Anschläge ein: „Mein Herz ist in Paris, ich bin traurig und entsetzt. Und gleichzeitig sage ich denen, die die Saat für Fremdenfeindlichkeit auch in diesen Momenten weiter säen wollen, unsere Flüchtlinge sind vor diesen radikalen Attentäter geflohen. Wir alle, auch sie, brauchen unseren Schutz.“

Am Montag brachte sie mit der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Bernadette Rader, ein hoch offizielles Schreiben an den Bürgermeister von Bourg-Saint-Andéol und den dortigen Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees auf den Weg. Die Betroffenheit und die Sorge vor weiteren Konsequenzen sei in der Partnerstadt hoch, sagte Ritter. „Nicht nur Paris ist betroffen, sondern die gesamte Nation. Die französische Nation trauert und wir trauern mir ihr und stehen zusammen“, sagte die Bürgermeisterin.

Heute soll es einen Termin der Bürgermeisterin mit dem Aachener Polizeipräsidenten geben, bei dem es um die Sicherheitsvorkehrungen für den Monschauer Weihnachtsmarkt gehen soll. „Natürlich gibt es ein allgemeines Unbehagen bei Großveranstaltungen. Wir wollen verantwortungsvoll ein sicheres Gefühl vermitteln, uns aber auch weiterhin als offene Stadt präsentieren“, sagte Ritter.

Einen endgültigen Schutz vor Fanatismus gebe es nie, Versammlungen und Veranstaltungen müsse es aber auch weiterhin geben. „Unser Recht auf Freiheit sollte nicht beschränkt werden“, sagte Ritter. Nach dem Gespräch mit dem Polizeipräsident werde es in dieser Woche noch eine Stellungnahme geben, kündigte die Bürgermeisterin an.

Auch die Gemeinde Roetgen hat mit Wervicq-Sud eine französische Partnerstadt. Der Kontakt sei in den vergangenen Jahren „etwas eingeschlafen“, auch jetzt gebe es keinen Austausch, heißt es von Seite der Roetgener Verwaltung.

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