Auch der Suche nach gutem Stoff in Woffelsbach

Von: Peter Stollenwerk
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Auch der Suche nach kriminellem Stoff in Woffelsbach: Autor Jürgen Siegmann hatte nur wenig Zeit, um den Ort der Handlung kennenlernen. Sebastian Lindt von der Rursee-Touristik ( im Hintergrund) leistete Hilfestellung bei der Orientierung am Foto: P. Stollenwerk

Woffelsbach. Die ersten Segelboote legen sich in den Wind, ein paar Spaziergänger schlendern über die Uferstraße, in den meisten Lokalen sind noch Plätze frei: Am diesem kühlen zweiten Aprilwochenende ist es ruhig und friedlich im Fremdenverkehrsort Woffelsbach.

Vielleicht ein wenig zu ruhig für Jürgen Siegmann. Der 47-jährige Krimiautor aus Bielefeld ist am Wochenende nach Woffelsbach gekommen, um hier guten Stoff für eine Geschichte zu finden.

Zwei Tage bleiben ihm Zeit, um Material für eine schlüssige Handlung zu finden. Der Kurzbesuch in Woffelsbach soll die Grundlage für eine Krimi-Kurzgeschichte bilden, die im Herbst anlässlich der „Criminale 2010” erscheinen soll. Gemeinsam mit Geschichten von rund 15 Autoren, die vor der gleichen Aufgabe stehen, soll die Anthologie mit kriminellen Geschichten aus der Eifel anlässlich des Treffens der deutschen Krimiautoren vom 8. - 12. September in Schleiden erscheinen. Die „Criminale”, das größte Festival seiner Art in Deutschland, findet seit 1986 statt; im Jahr 1999 war die Eifel schon einmal der Ausrichter. Rund 150 Autoren werden im Frühherbst in Schleiden erwartet. Sie alle gehören dem „Syndikat” an, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur, die insgesamt 600 Mitglieder zählt.

Einer davon ist auch Jürgen Siegmann, der einen kriminellen Beitrag vom Rursee liefern wird. Der Autor aus Westfalen hat bereits Übung darin, denn schon zweimal wirkte er bei einer Anthologie anlässlich der „Criminale” mit, in Koblenz und an der Weinstraße. Und nun Woffelsbach: „Der Rursee eignet sich gut zum Versenken einer Leiche”, klingt der erste Eindruck bei der Ankunft in der Unterkunft, dem „Kleinen Seehof”, schon recht viel versprechend.

Darüber hinaus, muss der Autor zugeben, hat er so gut wie nichts bislang über die Eifel und erst nicht über Woffelsbach gehört. „Mein Radius endet in Köln”, schmunzelt Siegmann. Der KBV-Verlag aus Hillesheim, inzwischen der führende Vertreter deutschsprachiger Krimi-Literatur, suchte für Jürgen Siegmann, der sich als Mitwirkender für die Anthologie beworben hatte, Woffelsbach als Zielgebiet aus.

Selbstverständlich ließ man den ortsunkundigen Autor nicht alleine, und kurz nach dessen Ankunft traf auch Sebastian Lindt von der Rursee-Touristik ein, um Jürgen Siegmann mit Informationsmaterial zu versorgen. Ein Besuch bei Ortsvorsteher Reinhold Jansen, ein kleiner Dorfrundgang und informelle Gespräche an der Theke rundeten das Bild ab, und lieferten dem Autor Stoff, um daraus eine hoffentlich spannende Story zu entwickeln. „Ich schaue mir an, welche Menschen hier leben, was gerade aktuell ist und wo die Besonderheiten des Ortes liegen. Dann beginne ich mit der Arbeit,” erläutert der Autor. Wichtig für die Geschichte sei ein hoher Wiedererkennungswert, und nicht ausgeschlossen sei, dass auch einige Leute mit ihrem Namen erscheinen, „wenn sie nichts dagegen haben.”

Eine Kurzgeschichte zu verfassen, bedeutet für Jürgen Siegmann eine größere Herausforderung als einen Roman zu schreiben: „Es bleibt überhaupt kein Platz, um falsche Spuren zu legen.”

Im Herbst also darf sich Woffelsbach auf seinen ersten Krimi freuen, und auch auf eine öffentliche Lesung mit Jürgen Siegmann. Eine weitere Lesung mit einem anderen Autor im Rahmen der „Criminale 2010” wird in Einruhr stattfinden.

Für Jürgen Siegmann beginnt nach dem Woffelsbach-Besuch jetzt das Nachdenken, auch wenn er sich noch keinen gedanklichen Ansatz für Geschichte entlocken lässt: „Mal sehen, wer diesmal zu Schaden kommt.”
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