Aachen/Eschweiler - Auch das Ehrenamt braucht finanzielle Unterstützung

Auch das Ehrenamt braucht finanzielle Unterstützung

Von: ath
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Aachen/Eschweiler. Etwa 5000 Menschen in der Städteregion suchen und finden Unterstützung in einer von rund 300 Selbsthilfegruppen - sei es bei einer chronischen Krankheit wie Diabetes oder Osteoporose, einer Suchterkrankung oder nach einem Trauerfall.

Eine wichtige Arbeit, die jedoch auch Geld kostet: für Porto, Telefonkosten, Kopien, Infomaterial oder Raummiete. Dazu kommen besondere Projekte. Weil die Ehrenamtlichen, die zumeist selbst betroffen sind, das nicht alleine stemmen können (und sollen), hat der Gesetzgeber den Krankenkassen aufgetragen, Selbsthilfegruppen zu unterstützen.

27 Cent pro Einwohner sind dafür vorgesehen, wovon eine Hälfte in einen gemeinsamen Fördertopf fließt, aus dem die Kassen den Gruppen auf Antrag eine pauschale Unterstützung gewähren. Die zweite Hälfte ist für die Projektförderung gedacht. Wobei einige große Krankenkassen diesen Beitrag ebenfalls in den gemeinsamen Topf gäben, um möglichst viele Gruppen in ihrer Existenz zu sichern, wie Thomas Schönfeld erläutert.

Er vertritt die Knappschaft in der regionalen Fördergemeinschaft der Krankenkassen/-verbände, die sich seit drei Jahren um eine unbürokratische Abwicklung kümmert. Die Selbsthilfegruppen befürworten das Verfahren mit dem gemeinsamem Fördertopf. „Früher mussten wir an jede Krankenkasse einen eigenen Antrag stellen. Das hat vor allem kleine Gruppen abgeschreckt, für die der Aufwand zu hoch war”, erläutert Werner Barke, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen Region Aachen.

In diesem Jahr konnten 80 Gruppen mit insgesamt rund 54.000 Euro unterstützt werden. Zwei Drittel der Anträge seien in voller Höhe bewilligt worden, sagt Schönfeld. Bis 300 Euro geht das ohne gesonderte Auflistung, Beträge darüber hinaus müssen die Gruppen begründen. Es gibt aber eine nach der Mitgliederzahl der Gruppen gestaffelte Obergrenze.

Dem Gremium, das über die Verteilung der Gelder entscheidet, gehören auch Vertreter der Selbsthilfegruppen an sowie die Selbsthilfekontaktstelle (AKIS) der Stadt Aachen und das Selbsthilfebüro der Städteregion. Letztere sind Ansprechpartner und Schnittstelle für die Gruppen.

„Gerade in der Gründungsphase kommen so viele Dinge auf die Betroffenen zu, da ist das eine wichtige Starthilfe”, erklärt Astrid Thiel vom Selbsthilfebüro. Für Schönfeld ist vor allem das Know-how, das Thiel und ihr Kollege Elmar Burger von der AKIS mitbringen, wichtig: „Wir sehen zwar, wie viele Mitglieder eine Gruppe hat, aber nicht, wie belastet diese sind und was eine Gruppe so braucht.”

Kontaktadressen und Ansprechpartner

Ansprechpartner für Fragen zur Förderung, aber auch allem anderen, das mit Selbsthilfe zusammenhängt, vom Gründen bis zum Finden einer Gruppe, sind: Astrid Thiel, Selbsthilfebüro der Städteregion Aachen, Steinstraße 87 in Eschweiler, 0241/5198-5319, sowie Elmar Burger, Aachener Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, Peterstraße 21-25 in Aachen, 0241/4792-240.

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