Imgenbroich - Auch das Busfahren will gelernt sein

Auch das Busfahren will gelernt sein

Von: Carmen Krämer
Letzte Aktualisierung:
Verkehrssicherheitsberater Udo
Verkehrssicherheitsberater Udo Scholten zeigt den Schülern der Gemeinschaftsgrundschule Imgenbroich-Konzen, welche Gefahren das Busfahren mit sich bringen kann und wie sie sich beim Ein- und Aussteigen richtig verhalten. Foto: Carmen Krämer

Imgenbroich. Wenn der Gong ertönt, wissen sie alle sofort: die Schule ist aus. Also rasch die Schultasche gepackt, Jacke an und ab nach Hause. Manche Kinder werden von ihren Eltern abgeholt, andere gehen zu Fuß und wieder andere müssen den Schulbus nehmen.

Und Busfahren müssen in Imgenbroich und Konzen aufgrund der Umstellung des Schulsystems an der Gemeinschaftsgrundschule in diesem Jahr mehr Kinder als je zuvor.

Schließlich werden nun alle Schüler des ersten und zweiten Schuljahres aus Konzen, Imgenbroich, Menzerath und teilweise Widdau in Imgenbroich, die des dritten und vierten Schuljahres aus denselben Orten, in Konzen unterrichtet. Dies bedeutet, dass einige von ihnen sowohl morgens als auch nach Unterrichtsschluss auf Schulbusse angewiesen sind. Und obwohl der Bus als sicherstes Verkehrsmittel für Kinder gilt, verbergen sich einige Gefahren hinter dem Einsatz der langen Gefährte, auf die die Kinder hingewiesen werden müssen. Erstmalig wurde daher in diesem Jahr die Busschule auch an der Gemeinschaftsgrundschule Imgenbroich-Konzen eingesetzt.

„Am sichersten fährt man als Kind in einem Bus”, erklärt der für Roetgen, Monschau und Simmerath zuständige Verkehrssicherheitsberater der Polizei Aachen Udo Scholten den Kindern des ersten und zweiten Schuljahres in Imgenbroich. „Die meisten Kinder verunglücken im Auto. Aber auch das Busfahren birgt so einige Gefahren, die wir heute ansprechen wollen.” Mit einem „Kinderzug” einmal rund um den Bus zeigt Udo Scholten den Schülern die Spiegel, „so groß wie die im Badezimmer” und die „Türen - so groß wie die einer Kirche”, bei denen beim Öffnen Vorsicht und ein gewisser Abstand geboten ist.

„Busfahren ist cooler”

Nach dieser ersten Lektion dürfen die Erst- und Zweitklässler einsteigen. „Wenn wir jetzt losfahren, haltet ihr euch immer mit einer Hand am Bus fest. Wie die Affen im Zoo”, veranschaulicht der Verkehrssicherheitsberater das richtige Verhalten.

Schon nach wenigen Metern sind sich Tino und seine Freunde einig: „Busfahren ist viel cooler als Autofahren, weil man hier so hoch sitzt.” „Und außerdem ist es viel wärmer”, bemerkt sein Bruder Robin. Nachdem das Ziel erreicht und auch das richtige Aussteigen geübt ist, wird den Kindern gezeigt, was alles bei der Ankunft eines Busses an der Haltestelle geschehen kann.

„Wo kommt man hin, wenn man hier gestanden hätte?”, fragt Udo Scholten und zeigt auf die Straße. „Richtig, auf den Friedhof. Und vom Friedhof kommt keiner wieder zurück.” Er und Busschulefahrer Klaus Hamacher sind ein eingespieltes Team. Gemeinsam zeigen sie den Schülern, was bei einer Vollbremsung sowohl im als auch außerhalb des Busses geschehen kann und bereiten die Kinder so auf ihren künftigen Alltag vor. Auch veranschaulichen sie, was geschieht, wenn im Gedränge die Hand zwischen die Türen gerät.

Die Busschule ist eine wichtige Einrichtung in den ersten Tagen nach den großen Sommerferien, wie auch Grundschullehrerin Astrid Schrouff weiß: „Viele Kinder sind in dieser Region das Busfahren nicht gewöhnt. Wer in der Stadt aufwächst, der kennt das schon eher.” Darum sei die Busschule eine sehr wichtige Initiative. „Wenn man den Kindern das richtige Verhalten immer nur durch Worte zu erklären versucht, bleibt das längst nicht so im Gedächtnis, wie wenn sie einmal selbst erlebt haben, was alles passieren kann”, erklärt die Lehrerin der „Schneckenklasse”.

Und damit sich die Kinder das alles und vor allem auch die Haltestellen einprägen können, begleiten Astrid Schrouff und ihre Kollegen die Schüler in den ersten Wochen noch auf ihrem Schulweg im Bus. „Wir wollen gewährleisten, dass die Kinder sicher zur Schule kommen.”

Nun sind die Kinder geschult, aber ein großes Problem stellen immer noch die Eltern dar.

„Oftmals parken die Autos die Haltestellen oder Durchfahrten zu, behindern den Busverkehr und stellen zusätzliche Gefahren dar. Das verursacht Stress für alle Beteiligten und führt zu mehr Unachtsamkeit”, erklärt Udo Scholten. „Die Eltern müssen dafür sensibilisiert werden.”

In der Hoffnung, dass die Kinder in der Busschule viel lernen und ihr neues Wissen auch an ihre Freunde weitergeben werden, ziehen Udo Scholten und Klaus Hamacher noch bis Ende nächster Woche durch die Grund- und weiterführenden Schulen der Region.
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