Simmerath - Atomausstieg: Tihange ist ganz in der Nähe

Atomausstieg: Tihange ist ganz in der Nähe

Von: P. St.
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Atomkraftwerk
Atomkraftwerk Tihange.

Simmerath. Der beschlossene und gesetzlich verankerte Ausstieg aus der Atomkraft beschäftigt nicht nur die Bundesregierung sondern auch die Kommunen. Das viel diskutierte Thema stand jetzt auch auf der Tagesordnung als Bettina Herlizius aus Aachen, seit 2007 Bundestagsabgeordnete der Grünen, erstmals offiziell der Gemeinde Simmerath einen Besuch abstattete.

Die Atomkraft ist in Simmerath näher als man glaubt, denn das Kernkraftwerk Tihange nahe dem belgischen Lüttich liegt nur rund 50 Kilometer Luftlinie entfernt. Als grenznahe Kommune möchte die Gemeinde nun ein Positionspapier verabschieden mit Ziel auf die belgische Regierung einzuwirken, auch dort den Atomausstieg nachhaltig zu verfolgen.

Nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima (Japan) im März 2011 hat die schwarz-gelbe Bundesregierung beschlossen, die Laufzeit aller deutschen Kernkraftwerke stufenweise und letztendlich 2022 zu beenden.

Der aktuelle Beschluss der belgischen Regierung über den Atomkraft-Ausstieg sieht vor, die beiden Kernkraftwerke bis zum Jahr 2025 zu schließen.

„Evakuierungsgebiet”

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sagte, dass man sich auch als kleine Kommune positionieren solle. Sollte in Tihange „der Fall der Fälle” auftreten, dann gehöre Simmerath zum Evakuierungsgebiet.

Auch Bettina Herlizius sagte ihre Unterstützung für die Simmerather Initiative zu. Der Anstoß zur Entschließung ging vom Simmerather CDU-Fraktionsvorsitzenden Bruno Löhrer aus. Ziel sei weiterhin, auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt in die Entschließung einzubinden, um einen fraktionsübergreifenden Konsens zu erzielen.

Tihange, 25 Kilometer von Lüttich entfernt, ist ein vom belgischen Konzern Electrabel betriebenes Kernkraftwerk, das bislang nicht frei von Störfallen ist. 2002 ereignete sich ein Störfall, der aber schnell unter Kontrolle war.

2006 gelangten etwa 30 Greenpeace-Aktivisten auf das Kraftwerksgelände und besetzen es. Sie stellten auf der Kuppel einen riesigen Riss dar.

Mit der Aktion am über 30 Jahre alten Kraftwerk wollte Greenpeace auf das Altern der belgischen Kernkraftwerke aufmerksam machen. 2010 gelangten rund 600 Liter säurehaltigen Wassers aus einem Graben in die Maas.

Nach Kraftwerksangaben ist bei dem Unfall kein radioaktives Material ausgetreten.

Thema Wasserspeicherkraftwerk

Ein weiteres Thema des Besuches war auch das Wasserspeicherkraftwerk Rursee. Bettina Herlizius lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Vorgehen der Gemeinde Simmerath, die Bürger bereits zu einem frühen Stadium in die Planungen einzubinden. Sie hoffe, dass dieses Projekt verwirklicht werde.

Dieser Wunsch ist keineswegs unrealistisch wie auch vom Projektbetreiber Stawag betont wurde. Bei der Prüfung der Standorte, hieß es, sei Simmerath nach wie vor „weit vorne.”

Etwa ein Dutzend mögliche Standorte sind Gegenstand einer konkreten Untersuchung. Der Baubeschluss soll aber erst im Jahr 2015 fallen.
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