Nordeifel - Asylproblematik: „Sammelunterkunft ist keine angemessene Lösung“

Asylproblematik: „Sammelunterkunft ist keine angemessene Lösung“

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Nordeifel. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Katholische GdG Simmerath und die Evangelische Kirchengemeinde Monschauer Land nun zur Situation der Sammelunterkunft Langschoss für Asylbewerberinnen und -bewerber in der Zivilgemeinde Simmerath Stellung bezogen.

„Aufgrund von Sorgen und Informationen, die von Mitgliedern unserer Gemeinden bezüglich Langschoss an die Verantwortlichen herangetragen wurden, haben sich die verantwortlichen Gremien der Kirchen der Situation aus christlicher Sicht angenommen und auf eine ökumenische Stellungnahme verständig“, schreiben Pfarrer Michael Stoffels, Gemeindereferent Sven Riehn und die evangelischen Pfarrer Jens-Peter Bentzin und Volker Böhm.In der Stellungnahme heißt es:

1. „Das Grundrecht auf Asyl steht aufgrund des biblischen Zeugnisses außer Frage. Die Bibel erzählt, dass Abraham, Jakob oder Moses Flüchtlinge waren. Daher steht im 3. Buch Mose: „Gott sprach zu Mose: Wenn sich ein Fremder in eurem Land aufhält, dürft ihr ihn nicht bedrücken. Wie ein Einheimischer gelte euch der Fremde. Du sollst ihn lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr, euer Gott.“ Jesus selbst ist Flüchtling in Ägypten gewesen und nimmt Flüchtlinge in sein Gleichnis vom diakonischen Handeln auf: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35).

2. Die christliche Überzeugung vom Menschen als Ebenbild Gottes (Gen 1,27) und der Gleichheit aller Menschen vor Gott führten mit zur Anerkennung der Würde der Person und zu den neuzeitlichen Menschenrechten. Als Hauptaspekte können dabei Freiheit, Gleichheit und Teilhabe herausgestellt werden. Christinnen und Christen fällt damit die Verantwortung zu, sich für die Verwirklichung dieser Ideale, soweit es ihnen möglich ist, einzusetzen. Sie gelten jedem Menschen, egal, wie weit ein politisches Verfahren auch anhängig ist oder abgewickelt sein mag.

3. Dies bedeutet konkret in unserer Lebenswirklichkeit: Teilhabe am wirtschaftlichen und sozialen Leben wird durch eine Sammelunterkunft erheblich erschwert. Gleichzeitig macht sie eine Integration gerade für Kinder, aber auch für Erwachsene genauso wie eine sprachliche Weiterentwicklung im normalen Umgang im täglichen Leben unmöglich. Dies führt aus unserer Sicht zu der Überzeugung, dass die Unterbringung in einer Sammelunterkunft nur die „ultima ratio“ für eine Kommune sein kann. Gleichzeitig sehen wir die Gefahr von Ghettoisierung und Bildung von Parallelgesellschaften.

4. Liegt eine Sammelunterkunft, wie es bei Langschoss der Fall ist, geografisch so ungünstig, dass der Zugang für die Bewohnerinnen und Bewohner zum kommunalen und kirchlichen Gemeindeleben erschwert ist, ist eine Begleitung durch Menschen der Kirchengemeinden nahezu unmöglich. Gleiches gilt für die Teilnahme an Gruppen und Kreisen sowie den Gottesdienstbesuch. Gelingende Integration, die grundsätzlich angestrebt wird, ist so nicht möglich.

Aufgrund dieser Punkte halten wir die Unterbringung in Langschoss für keine angemessene Lösung für Menschen, die in unserem Land Schutz suchen.

Gemeinsam Alternativen suchen

Wir laden die Verantwortlichen von Rat und Verwaltung ganz herzlich ein, mit uns über diese Problematik ins Gespräch zu kommen, Argumente auszutauschen und gemeinsam mit uns Alternativen zu Langschoss zu bedenken und zu erarbeiten, damit wir unserer gemeinsamen christlichen Verantwortung gerecht werden können. Wir freuen uns auf eine segensreiche und produktive Zusammenarbeit.“

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