Aseag lohnt sich für die Region

Von: Albrecht Peltzer
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Aseag
Fahrgast-Magnet: Die Aseag ist bei den reinen Busverkehrsanbietern deutschlandweit unangefochten die Nummer eins. Das kostet zwar eine Menge Geld - durch die Umsätze des Konzerns bleibt aber auch eine Menge Geld in der Region hängen, entweder direkt durch Arbeitsplätze oder aber durch Aufträge an Drittfirmen aus der Region. Foto: Harald Krömer

Aachen. Irgendwie muss es die Verantwortlichen der Aseag dann doch gewurmt haben, dass immer diese Negativschlagzeilen das Bild bestimmen: jährliches Defizit in zweistelliger Millionenhöhe - 2009 waren es exakt 12,6 Millionen Euro, 2010 wirds noch etwas mehr sein - oder jährliche Preissteigerungen, die im innerbetrieblichen Jargon dann gerne Preisanpassungen heißen.

Was aber leistet das Verkehrsunternehmen für Aachen und die gesamte Städteregion, welche Bedeutung hat die Aseag über die reine Mobilitätsgarantie hinaus? In Zeiten, in denen auch immer wieder politisch diskutiert wird, wieviel ÖPNV es zu welchem Preis geben soll, erscheint es sinnvoll, diese Fragen wissenschaftlich fundiert beantworten zu lassen. Was für die Aseag das „Pestel-Institut für Systemforschung” aus Hannover übernommen hat. Die Ergebnisse dieser Studie, die laut Aseag-Vorstand Hans-Peter Appel „unter 10.000 Euro gekostet hat”, liegen jetzt vor.

Dabei kann sich die Bilanz der Aseag auch ohne wissenschaftliche Studie bereits sehen lassen: Mit immerhin rund 65 Millionen Fahrgästen jährlich liegt man laut Appel im Ranking der reinen Busverkehrsunternehmen unangefochten an erster Stelle. Innerhalb der letzten 30 Jahre wurde das Fahrgastaufkommen mehr als verdoppelt - Tendenz steigend. Dass hoher Servicestandard, dichtes Liniennetz und Kompetenz in Sachen ÖPNV ihren Preis haben, ist im Prinzip unstrittig. „Öffentlichen Nahverkehr gibt es nicht zum Nulltarif”, so Aseag-Aufsichtsratsvorsitzender Heiner Höfken (SPD).

Die Aseag hat aber laut Appel und Höfken nicht nur ihren Preis, sondern steht auch für hohe Wertschöpfung. Laut Pestel-Studie bleiben von jedem Euro, den die Fahrgäste entrichten, rund 59 Prozent in der Städteregion Aachen (34 Prozent in der Stadt Aachen, 25 Prozent im ehemaligen Kreisgebiet). 589 Menschen bietet die Aseag derzeit direkt einen Arbeitsplatz. Durch die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens werden in der Stadt Aachen 397 Arbeitsplätze und im ehemaligen Kreisgebiet 181 Arbeitsplätze garantiert. Den gesamten Arbeitsplatzeffekt der Aseag in der Region Aachen beziffert Dr. Karin Janssen (Pestel-Institut) auf 1176 Arbeitsplätze. „Jeder 160. Arbeitsplatz in der Stadt Aachen und jeder 230. Arbeitsplatz in der Städteregion ohne das Stadtgebiet werden durch die Tätigkeit der Aseag geschaffen.” Gemeint sind unter anderem Zulieferunternehmen, Handwerksbetriebe, Behörden.

Knapp 64 Millionen Euro speist die Aseag durch Investitionen, Materialaufwand, Lohnzahlungen und Steuerabgaben in den Wirtschaftskreislauf der Region ein. Laut Pestel-Studie bleibt davon gut ein Drittel in der Stadt Aachen, die Hälfte sogar im ehemaligen Kreisgebiet. Über 85 Prozent der ausgezahlten Nettolöhne von insgesamt 14 Millionen Euro fließen an Arbeitnehmer und deren Familien in der gesamten Städteregion.

Zahlen, die Hans-Peter Appel und Heiner Höfken am Dienstag mit sichtlicher Zufriedenheit kommentierten. Die Analyse zeige, so Appel, dass die Aseag ein „wichtiger Partner für die Wirtschaft ist und hunderte Arbeitsplätze sichert”, so Appel. Ein Argument, das bei den kommenden Diskussionen über die Ausrichtung und Zukunft des Unternehmens dem Aseag-Vorstand in die Karten spielt.

Die Frage, warum dann die Studie zum jetzigen Zeitpunkt erstellt und veröffentlicht wurde, beantwortet sich da fast von alleine. Appel: „Wer gut ist, der soll das auch sagen. Und wir sind gut.” Das wird sicherlich auch bei den anstehenden Beratungen über Preiserhöhungen zur Sprache kommen. Denn an denen, so Appel, führe 2011 kein Weg vorbei.

Jahresbilanz 2009: Das Unternehmen in Zahlen

Die Einnahmen der Aseag lagen bei rund 44,9 Millionen Euro, das Defizit betrug 12,6 Millionen Euro. Aufgefangen wird das Minus über die Holding EVA. Das heißt, dass es wird über die Gewinne der Stawag ausgeglichen.

Auf 63 Linien wurden knapp 65 Millionen Fahrgäste befördert. Das Liniennetz betrug 1144 Kilometer. 339 Fahrzeuge waren eingesetzt, davon 73 Standard-, 122 Gelenk- und 8 Doppelgelenkbusse. 136 Fahrzeuge wurden samt Fahrer von Privatunternehmen angemietet.

626 Mitarbeiter waren bei der Aseag beschäftigt, davon waren 435 Busfahrer.

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