Arzt darf nicht mehr durch die Tür ins Heim

Von: Carmen Krämer
Letzte Aktualisierung:
seliger gerhard bu
Mit der Planung zum Wechsel der Trägerschaft des Krankenhauses hat sich der Ablauf der Notfallkette des Seniorenheims Seliger Gerhard in Simmerath geändert: Statt der Verbindungstür zum angrenzenden Krankenhaus muss jetzt ein Rettungswagen genutzt werden, um den Patienten in eine ärztliche Notfallversorgung zu übergeben.

Simmerath. Als „unglaublich” und „vollkommen unlogisch” bezeichnen aufmerksame Leser das, was sich seit Anfang Juli im Seniorenheim „Seliger Gerhard” in Simmerath abspielt. Wurden die Senioren bis zum ersten Juli im Notfall direkt durch eine Verbindungstür in das angrenzende Krankenhaus gebracht, scheint die Notfallbehandlung nun aus der Sicht der Betroffenen um Einiges umständlicher zu sein.

Mit dem ersten Juli, also mit dem zunächst vorgesehenen Datum für den Wechsel der Trägerschaft des Krankenhauses St. Brigida (wir berichteten), musste eine „Änderung im Ablauf der Notfallkette von Krankenhaus und Altenheim vorgenommen werden”, wie Dr. Birgit Leyens von der Stabstelle der Geschäftsführung des Krankenhauses erklärt. „In dem Moment, in dem Krankenhaus und Seniorenheim nicht mehr denselben Träger haben, tritt das Rettungsdienstgesetz in Kraft”, erläutert sie die Änderung weiter.

Dies bedeutet konkret, dass im Notfall nicht mehr, wie zuvor praktiziert, vom Seniorenheim aus im Krankenhaus angerufen werden darf, sondern die Rettungsdienststelle informiert und ein Rettungswagen angefordert werden muss. Dieser muss dann den Weg von der Rettungsdienststelle zum Seniorenheim auf sich nehmen und den Patienten möglicherweise einladen, um ihn dann mit dem Krankenwagen zur Notfallaufnahme des Krankenhauses zu transportieren.

Zwar ist der Wechsel der Trägerschaft immer noch nicht endgültig abgeschlossen, da aber der neue Ablauf der Notfallkette bereits beschlossene Sache gewesen sei, habe man auch nachträglich keine Änderungen mehr vornehmen wollen, erklärt Dr. Birgit Leyens.

„Nur zufällig nebenan”

So sei es laut Berichten der Betroffenen zu dem Zeitpunkt, als noch nicht eindeutig war, ob nun wie zuvor direkt das Krankenhaus oder nach der neuen Regelung die Rettungsdienststelle informiert werden muss, vorgekommen, dass beide - Krankenhaus und Rettungsdienst - informiert wurden. Der Rettungswagen sei jedoch den Betroffenen zufolge erst eingetroffen, als der Patient bereits eine erste Behandlung hinter sich hatte und schon in einem Zimmer des Krankenhauses untergebracht war, was angesichts des viel kürzeren Weges auch logisch sei.

„Menschen in Altenpflegeheimen müssen normalerweise immer von einem niedergelassenen Arzt behandelt werden. Seliger Gerhard ist hier mehr oder weniger zufällig nebenan”, erläutert Dr. Birgit Leyens die besondere Situation in Simmerath. Weiter betont sie: „Das Gesundheitswesen ist sehr reglementiert” und diese Regelungen müssten wohl auch in Simmerath eingehalten werden.

Ob die Betroffenen allerdings Verständnis für die Änderungen haben, die letzendlich aus ihrer Sicht nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch unnötigerweise das Geld der Kassenpatienten kosten, bleibt zweifelhaft. Denn auch der Rettungswagen sei während eines Einsatzes im Seliger Gerhard aus ihrer Sicht unnötigerweise beansprucht und könne in der Zeit nicht zu anderen Zwecken genutzt werden.

Zudem habe sich sicherlich der ein oder andere Bewohner aufgrund der Nähe zum Krankenhaus für das Seniorenheim Seliger Gerhard entschieden, um im Notfall so schnell wie möglich ärztlich versorgt werden zu können, was jetzt durch das Inkrafttreten des Gesetzes in der Form nicht mehr gegeben sei.
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