Artenvielfalt schützen: Naturschutzprojekt erfolgreich beendet

Von: Sarah Siemons
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Weihte die neue Brücke an Dreistegen ein: Staatssekretär Dr. Alexander Schink (2. v.l.), mit Bürgermeister Theo Steinröx, sowie Stephan Miseré (re.)und Bettina Krebs vom Projekt Life. Foto: Sarah Siemons

Monschau. Das Rednerpult steht heute auf der Brücke. Auf der neuen Fußgängerbrücke am Jugendzeltplatz „Dreistegen”. Und so kommt es nicht nur einmal vor, dass ein verschmitzt lächelnder Pfadfinder sich am Pult samt Redner vorbeischlängelt und somit auch den Zuhörern ein Lächeln abgewinnt.

Jugendgruppen gehören zur Idylle von Dreistegen eben dazu, wie die Bachforelle zur Rur. Und um beides zu erhalten und zu schützen, ist unter anderem Staatssekretär Dr. Alexander Schink aus dem Düsseldorfer Umweltministerium in die Eifel gekommen und ans Mikrophon getreten. Es ist das Abschlussfest des Natur- und Gewässerschutzprojektes

„Life - Lebendige Bäche in der Eifel”, das hier in Monschau von den Biologischen Stationen Aachen und Euskirchen gefeiert wird. Nach sechs Jahren Projektdauer blicken alle Beteiligten auf zahlreiche erfolgreich durchgeführte Naturschutzmaßnahmen, die alle ein Ziel haben: den ursprünglichen Zustand wieder herstellen.

Denn, wo früher ein bedeutender Artenreichtum in den Bächen und Flüssen Nordrhein-Westfalens gelebt hat, sind heute viele Lebewesen akut vom Aussterben bedroht. „Viele der im oberen Ruhrtal vorkommenden Tier- und Pflanzenarten stehen auf den Roten Listen und sind auf den Erhalt der hier vorhandenen Lebensräume angewiesen”, erklärt Stephan Miseré, Life-Projektleiter. Das hat mehrere Gründe.

Die in den 1950er Jahren gepflanzten Fichten, aber auch die Begradigung vieler Bachläufe und die Unterbrechung des Wasserlaufs beispielsweise durch Querbauwerke wie Wehre und Teiche haben dazu geführt, dass aus den einst so reichen Biotopen nach und nach so genannte „naturferne Landschaften wurden”, in denen die einheimischen Lebewesen keinen Lebensraum mehr fanden.

In Zusammenarbeit vieler Institutionen wurden jedoch diese „Fehler der Vergangenheit” behoben. Vor allem die Durchgängigkeit der Gewässer wurde wieder hergestellt, damit die Tiere im Fließgewässer auch wieder wandern und sich vermehren können. Insgesamt 60 Kilometer Bachlauf wurde so „revitalisiert”. Fichten entfernt, Platz für natürliche Laubwälder geschaffen, Wehre beseitigt, Fischteiche umgestaltet, Ufergehölzer gepflanzt und Randstreifen angelegt.

Und das in enger Zusammenarbeit mit den ansässigen Landwirten. „Für den ländlichen Raum ist die Arbeit der Stationen von großer Bedeutung. Die Maßnahmen, die hier umgesetzt wurden, zeigen, wie ökologische Interessen und ökonomische Aspekte miteinnander vereint werden können”, sagt Schink, der sich vor Ort informierte.
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