„Arsen und Spitzenhäubchen“: Leichenfund kann Laune nicht verderben

Von: Alfred Mertens
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Die Akteure des Theatervereins Concordia hatten sich intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet: An zwei Abenden führten sie im Musik- und Kulturzentrum die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring auf. Foto: Alfred Mertens

Konzen. Das Musik- und Kulturzentrum war am vergangenen Wochenende Schauplatz von zwei Aufführungen des Konzener Theatervereins. Beim traditionellen Herbststück des 1947 gegründeten Theatervereins Concordia wurde diesmal die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring inszeniert.

Der Veranstalter konnte mit Genugtuung feststellen, dass beide Aufführungen mit 127 Plätzen im Theaterraum und weiteren 16 Plätzen auf der Empore nahezu ausverkauft waren.

Das rasante Gaunerstück um zwei alte Damen zählt zu den meistgespielten Komödien auf der ganzen Welt. Der amerikanische Autor Joseph Kesselring landete mit der Komödie einen Volltreffer; sowohl auf kleinen Bühnen als auch an großen Staatstheatern wurde das Stück aufgeführt. Mit einer Spieldauer von 180 Minuten (zuzüglich zweier Pausen) wurden die Besucher im Musik- und Kulturzentrum Konzen auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Spielleiter Josef Werker, der bei der Aufführung auch als Leutnant Rooney mitwirkte, rechtfertigte allerdings die zeitlich doch sehr lange Dauer der unterhaltsamen Komödie: „Wir haben uns ohne Wenn und Aber bewusst für die Original-Aufführung entschieden. In den Proben, mit denen wir Mitte August begonnen hatten, galt es für die Akteure, viel Text zu lernen.“

Doch die lustige Truppe, die sehr emsig und lernwillig wirkte, meisterte die Herausforderung mit Bravour. Als äußerst schwierig erwiesen sich für einige Mitspieler lediglich die weiten Anreisen zu den wöchentlichen Proben. Alexander Förster, der eine Hauptrolle in der Komödie auferlegt bekommen hatte, reiste immer aus Merzenich an. Wiederum andere Mitspieler, die derzeit ihr Studium absolvieren, nahmen die weite Anreise aus den Niederlanden oder aus Mönchengladbach in Kauf. Viele ältere Mitspieler, die schon lange nicht mehr auf der Bühne gestanden hatten, konnten für ein Engagement gewonnen werden.

Seit nunmehr sechs Jahren gehört Dieter Völl dem Konzener Theaterverein an. Er, der noch nie auf der Bühne gestanden hatte und lediglich eine kleine Rolle bei einem Kameradschaftsabend übernommen hatte, konnte von Spielleiter Josef Werker dazu bewegt werden, eine kleine Nebenrolle in der Komödie zu übernehmen. „Ich gebe zu, dass ich vor der heutigen Premierenaufführung schon mit Lampenfieber zu kämpfen habe“, betonte er.

Rudolf Huppertz, die gute Seele des Konzener Theatervereins, zeichnete auch diesmal wieder zusammen mit Ernst Kaulard, Tom Karst und Werner Läufer (dieser übernahm die erforderlichen Tapezierarbeiten) für den Bühnenaufbau verantwortlich. „Anders als bei einem Märchenstück, wo ein hoher Aufwand betrieben wird, wirken die Aufbauarbeiten bei den Erwachsenenstücken doch bescheidener. Die vorhandene Drehbühne erleichtert das Arbeiten doch erheblich“, wusste Huppertz zu berichten.

Die Komödie beginnt an einem späten Nachmittag im September 1941 in einem Wohnzimmer der alten Villa Brewster im New Yorker Stadtteil Brooklyn. In einer harten Gegend, die keine Fehler duldet, ist die Villa Brewster eine Oase des friedlichen Glücks. Ob nun der Pfarrer (Kurt Victor) oder die örtliche Polizei – alle schätzen den selbst gemachten Holunderwein, die Kekse und die Quittenmarmelade, kurz, die außerordentliche Gastfreundschaft der bezaubernden Schwestern Abby (Marlies Huppertz) und Martha Brewster (Marianne Huppertz). Und dann sind da noch zwei Brewster-Neffen: Der irre Teddy (Egon Kell), der sich für den amerikanischen Präsidenten hält, und Mortimer (Alexander Förster), ein Theaterkritiker.

Als dieser eines Abends vor der Premiere des neuen Stücks „Mörder überall“ kurz noch seine Tanten besucht, entdeckt er im Haus eine Leiche. Allerdings kann der Fund seinen Tanten die gute Laune nicht verderben, ganz im Gegenteil. Was geht in der Villa vor sich? Was genau hat es mit dem Panama-Kanal auf sich, den Mortimers verrückter Bruder Teddy im Keller gräbt? Und dann taucht auch noch der lange verschwundene dritte Bruder (Thomas Theißen) auf – ein gesuchter Verbrecher mit speziellem Gepäck. Ein Haus, in dem täglich Polizisten (Patrick Werker, Markus Offele und Alexander Preiss) zum Tee kommen, mit einer Leiche! Mindestens …

Weitere Rollen beim Theaterstück übernahmen Marco Völl (Dr. Einstein), Annika Gasper (Elaine Harper), Dieter Völl (Mr. Gibbs), Josef Werker (Leutnant Rooney) und Ferdi Huppertz (Mr. Witherspoon). Als Souffleusen fungierten Kerstin Preiss und Ramona Kaulard. Andrea Werker, Stephanie Krings und Eva Damoiseaux (Requisiten, Kostüme, Maske, Frisuren) sowie Tim Gillessen, Stefan Herbst und Markus Förster (Technik) leisteten ihren Beitrag zum Gelingen des Theaterstücks.

Weitere Aufführungen

Am 7. und 8. November (jeweils ab 19 Uhr im Musik- und Kulturzentrum) finden weitere Aufführungen statt. Nur noch wenige Restkarten sind für die Vorstellung am 8. November unter www.theaterverein-konzen.de erhältlich.

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