„Armutszeugnis” aus der Welt schaffen

Von: ess
Letzte Aktualisierung:
gewerbe-roe_bu
Roetgen braucht neue Gewerbeflächen, denn das Gewerbegebiet (Bild) bietet keine Expansionsmöglichkeiten mehr. Foto: Ernst Schneiders

Roetgen. In Roetgen sind in der Vergangenheit zu viele Körbe verteilt worden. Agit, Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder Betriebe selbst haben sich immer wieder eine Absage eingehandelt, weil die Flächen für Gewerbeansiedlungen fehlen.

Immer mehr Unternehmen entdecken den ländlichen Raum als geeigneten Standort, und durch die Nähe zur Aachener Hochschule und zur Autobahn ist die kleine Voreifelgemeinde ein nahezu idealer Standort.

Auch wenn die Politiker im öffentlichen Teil des Bauausschusses dazu vergattert worden waren, ihre Zungen im Zaum zu halten und nicht konkret zu werden, war doch unschwer herauszuhören, um welches Areal sich die Debatte letztlich drehte.

Weil das bestehende Gewerbegebiet keine Expansionsmöglichkeiten mehr bietet, bleiben nur die grünen Wiesen gegenüber auf der anderen Seite der Bundesstraße neben dem Sägewerk. Offiziell sagte das keiner, aber alle sprachen darüber. Ein „Anpfiff” des Bürgermeisters kam zu spät.

Die einen wollen sich nicht den Blick von großen Windmühlen verstellen lassen, andere wiederum nicht von Gewerbebauten. Der Anblick von Gewerbebetrieben sei allerdings auch nicht besser, merkte Grünen-Fraktionssprecher Gerd Pagnia an, und auch Fraktionschef Zwingmann hatte so seine Bedenken: „Wir verbauen uns die Sicht auf den Ort. Das Tor zur Eifel sollte geöffnet bleiben.”

„Unvorstellbar”

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch bezeichnete es als „Armutszeugnis”, keine Gewerbeflächen anbieten zu können. Man müsse zu diesem Zweck auf freie Flächen zurückgreifen, denn Wald dafür zu opfern, sei „unvorstellbar”.

Nicht zu vernachlässigen seien auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, so Bürgermeister Manfred Eis: „Damit besteht auch die Möglichkeit, zur Haushaltskonsolidierung beizutragen.”

Überdies folgte der Bauausschuss einem Antrag der SPD-Fraktion, ein neues Baugebiet auszuweisen. Mit Blick auf das Campus-Projekt in Aachen werde in Roetgen die Nachfrage nach Baugrundstücken steigen und die vorhandenen Neubaugebiete könnten aller Voraussicht nach den Bedarf nicht decken.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert