Aachen - Arge hat „Bürgerarbeit” im Fokus

Arge hat „Bürgerarbeit” im Fokus

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose: Durch das Modellprojekt „Bürgerarbeit” soll eine wirkliche Alternative zu den Ein-Euro-Jobs geschaffen werden.

Indem Hartz-IV-Empfänger die Möglichkeit erhalten, für gemeinnützige Arbeit entlohnt zu werden - wobei der Bund einen Monatslohn von bis zu 1080 Euro zu 100 Prozent finanziert. Bei höheren Löhnen müssen die jeweiligen Träger und eventuell einstellenden Kommunen die freie Spitze selber tragen. Die Sozialkonferenz der Städteregion sprach sich jetzt dafür aus, an diesem Modellprojekt teilzunehmen. Der Antrag ist beim Bundesarbeitsministerium gestellt worden, das bis zum 1. Juli befinden wird, ob die Städteregion an dem Projekt teinehmen darf.

Für diesen - erwünschten - Fall stellte Arge-Geschäftsführer Stefan Graaf einen „sehr ambitionierten” Plan für die Umsetzung vor. Ab dem 1. Juli sollen 1500 Langzeitarbeitslose für die Bürgerarbeit aktiviert werden. Ab Beginn des kommenden Jahres sollen bis zu 250 Bürgerarbeitsstellen eingerichtet werden. Dabei betonte Graaf, dass diese keine regulären Arbeitsstellen ersetzen würden. Denkbar sei der Einsatz von Bürgerarbeit in Sozialkaufhäusern, zur Unterstützung in Kitas, als Integrationslotse oder im City-Service.

Graaf unterstrich, dass dieses Projekt Arbeitslosen eine Wertschätzung verschaffe, die ihnen helfe, Passivität und Resignation zu überwinden. Zudem sind die Stellen sozialversicherungspflichtig. Dadurch erwerben die Teilnehmer „eigene” Rentenansprüche. Gute Chancen bietet das Programm insbesondere für Geringqualifizierte und ALG-II-Empfänger mit Migrationshintergrund.

Auch die Reform der Jobcenter wurde in der Sozialkonferenz thematisiert, in der Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Politik, Kommunen, Gewerkschaften und der Hartz-IV-Arge sitzen. Eine Vorentscheidung, ob die Städteregion künftig zum sogenannten zugelassenen kommunalen Träger (bislang Optionskommune) werden soll, ist noch nicht gefallen. Durch ein solches Modell könnte die Städteregion die Hartz IV-Verwaltung ohne Beteiligung der Bundesagentur übernehmen. Das würde für größere Flexibilität und Unabhängigkeit von der Zentralverwaltung sorgen, sagte Sozialdezernent Günter Schabram.

Sieben neue Optionskommunen sollen künftig in NRW geschaffen werden. Die Chancen, Optionskommune zu werden, stünden für die Städteregion „ganz gut”, erklärte Schabram. Nötig ist dazu allerdings zunächst eine Entscheidung des Städteregionstags - mit Zwei-Drittel-Mehrheit. „Es ist noch keine Vorentscheidung getroffen, ob die Politik das überhaupt will”, sagte Schabram.

54.000 Menschen erhalten HartzIV

Derzeit sind rund 54.000 Menschen in der Städteregion im ALG II-Bezug. Das sind 9,38 Prozent der Bevölkerung. „Erschreckend hoch” sei insbesondere die Hartz IV-Quote der Kinder in der Region: 20 Prozent erhalten demnach SGB II-Leistungen. 27 Prozent der arbeitsfähigen Hartz-IV-Empfänger haben keinen Schulabschluss.
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