Arbeitsverweigerung in Roetgener Verwaltung?

Von: ess
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Roetgen. Ihr letzter Auftritt im Bauausschuss wurde noch einmal ein fulminanter.

Denn als es um neue Fußwege im Ort sowie um die Wiederbelebung der historischen Wege ging, nahm sich Claudia Ellenbeck von den Grünen die Gemeindeverwaltung und speziell den Bürgermeister final zur Brust, um nach Ende der Sitzung aus persönlichen Gründen ihr Mandat als sachkundige Bürgerin niederzulegen.

Vor sechs Jahren hatten CDU und Grüne den Antrag gemeinsam formuliert. Seitdem ist Hängen im Schacht, zumindest, was sichtbare Ergebnisse angeht. Einen Eifelsteig und einen Vennbahn-Radweg gab es bei der Antragstellung noch nicht. Über die Anzahl der Informationsvorlagen stritten sich Verwaltungschef Manfred Eis und Claudia Ellenbeck am Dienstagabend im Bauausschuss.

Unstrittig ist der Inhalt: Er beweist, dass das Thema Fußwege in der Verwaltung keine herausragende Stellung eingenommen hat, wobei der Bürgermeister sich gegen der Vorwurf verwahrte, im Rathaus sei man in dieser Frage untätig gewesen.

Doch genau diese Tätigkeitsnachweise vermisste die Grüne. Dieser Fall zeige „beispielhaft, wie hier mit Anträgen umgegangen wird”. Sie unterstellte der Verwaltung, in den zurückliegenden sechs Jahren weder Besitzverhältnisse geklärt noch Kosten ermittelt zu haben. Auch sei das Argument der Verwaltung lediglich vorgeschoben, sie sei zu mehr weder finanziell noch personell imstande gewesen, So könne man sich nicht sechs Jahre lang herausreden.

Der Gemeindeverwaltung fehle das „demokratische Grundverständnis”, wetterte die Grünen, denn eine Verwaltung habe Anträge umzusetzen und nicht zu entscheiden, ob ein Antrag wichtig sei oder nicht. Was sich im Rathaus abgespielt habe, das sei nach ihrem Gefühl „fast schon eine Unverschämtheit” und „Arbeitsverweigerung”.

Die Gefühlswelt der Grünen-Politikerin „interessiert mich nicht”, polterte Bürgermeister Manfred Eis zurück und verbat sich solche Vorwürfe, denn Claudia Ellenbeck sei bei keinem Termin und bei keinem Gespräch in dieser Sache dabeigewesen. „Wie können Sie dann so etwas behaupten!”

Die anderen Fraktion ließen etwas den Dampf aus dem Kessel und versuchten, die Streithähne zu beruhigen, was auch gelang. Einige Wege wurden aus der langen Liste ausgesucht, deren Bau oder Instandsetzung nicht mit hohen Kosten verbunden ist. Sie sollen, so der einstimmige Beschluss im Ausschuss, in absehbarer Zeit angepackt werden. Damit es zügiger geht als bisher, soll sich auf Vorschlag der UWG ein Arbeitskreis der Angelegenheit annehmen, was dem Ausschussvorsitzenden Karsten Knoth (SPD) den Kalauer entlockte: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild ich einen Arbeitskreis!”
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