Arbeitsmarkt: Licht am Ende des Tunnels

Von: ths
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Aachen. Alle Zeichen stehen günstig - für den Arbeitsmarkt in der Region ist endlich „Licht am Ende des Tunnels” in Sicht.

Das zumindest prognostiziert der „Runde Tisch - Einsatz für Arbeit”, zu dem sich im Frühjahr 2009 Arbeitsagentur, Argen, Kammern, Kommunen und Sozialpartner zusammen geschlossen hatten, um gemeinsam die Defizite des regionalen Arbeitsmarktes zu analysieren und Missstände abzubauen.

Konkret heißt das: „Wir wollen Beschäftigung in der Region erhalten und vielleicht sogar schaffen”, sagt Matthias Kaschte, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Aachen, angesichts der Arbeitslosenzahl , die in der Region im September zum fünften Mal in Folge gesunken ist.

Dennoch mahnt Kaschte zu einem „gedämpften Optimismus”: „Die Zahlen geben Anlass zur Hoffnung, wir dürfen aber nicht vergessen, dass hinter diesen auf den ersten Blick sehr positiven Werten über 9000 Kurzarbeitsplätze im zweiten Quartal stecken.”

Ohne die Kurzarbeit sähen die Zahlen anders aus: Rund 3250 Vollzeitarbeitsplätze gäbe es dann weniger. Für die Handwerkskammer Aachen zeigte sich Hauptgeschäftsführer Ralf Barkey zuversichtlich: Die regionalen Handwerksbetriebe seien bislang gut durch die Wirtschaftskrise gekommen, 80 Prozent hätten alle Beschäftigten halten können, 14 Prozent davon planten derzeit zusätzliche Einstellungen. Die Belegschaft verkleinern mussten lediglich 17 Prozent aller handwerklichen Betriebe.

Nüchterner, aber mit positivem Trend stellt sich die Situation für die Betriebe der Industrie- und Handelskammer dar: Bei der Herbst-Konjunkturumfrage schätzten vier von zehn Betrieben die Situation als schlecht ein, wenn auch die Folgen der Wirtschaftskrise sehr viel geringer ausgefallen seien, als noch zu Beginn des Jahres angenommen worden war.

„Die Geschäftserwartung ist deutlich gestiegen, für eine Entwarnung ist es aber noch deutlich zu früh”, mahnte IHK-Geschäftsführer Wilhelm Siemons.

Problematisch sei vor allem die hohe Zahl der gering- und mittelqualifizierten Langzeitarbeitslosen. Eine mögliche Lösung sieht Dieter Begaß, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen, im Campus-Projekt der RWTH: „Hier werden viele Hightech-Arbeitsplätze geschaffen, und es wäre schön, wenn nicht nur nebenbei einige Arbeitsplätze für gering- oder mittelqualifizierte Menschen abfallen würden, sondern bewusst auch diese Zielgruppe integriert würde.” Auch in der Gesundheits- und Energiewirtschaft sieht Begaß hier eine Chance.

Außerdem setzt der Runde Tisch auf die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern, um einzelne Betriebe sicherer durch die Krise zu bringen. Deutlich negativ bewerteten die Geschäftsführer der Argen die Aussichten für das kommende Jahr: „Wenn die Bundesagentur und die kommunalen Agenturen nach dem Willen der Politik getrennt werden, stürzt auf uns eine administrative Büromonsterbelastung ein. Für die betroffenen Menschen ist das die denkbar ungünstigste Lösung”, so Stefan Graaf, Geschäftsführer der Arge in der Städteregion.
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