Apfelsaft aus der Region für die Region

Von: pia
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Die neue Ernte mit Eifeler Äpfeln ist eingetroffen: Christoph Vanberg (hinten) und seine Helfer von der Biologischen Station schauen, ob auch faule Äpfel in der Lieferung dabei sind. Foto: Pia Sonntag

Simmerath. „Unser Apfelsaft ist geschmacklich nicht zu übertreffen“, sagt Christoph Vanberg, Mitarbeiter der Biologischen Station der Städteregion Aachen. Gerade der süß-saure Geschmack mache die Säfte individuell. Der Grund dafür sei, dass die verwendeten Äpfel rundum ökologisch erzeugte Produkte seien, da sie von den Streuobstwiesen der Aachener Region stammen würden.

Ein Apfelsaft mit gutem Geschmack und Jahrgangscharakter ließe sich auch heute nur noch aus den Früchten von Streuobstwiesen gewinnen.

Viele Bürger der Region brachten ihr Obst am Freitag zur Sammelaktion der Biologischen Station nach Simmerath, damit ihre Äpfel sinnvoll verwertet werden. „Es wäre ja zu schade, wenn die Äpfel verfaulen würden“, sagt Rosie Fischer aus Stolberg. Sie hätte ansonsten nicht gewusst, was sie mit dem ganzen Obst anstellen solle. Das Wichtigste an der Sammelaktion sei, dass der Verkauf der Säfte direkt zum Erhalt der landschaftstypischen hochstämmigen Obstwiesen beitrage, erklärt Christoph Vanberg.

In Simmerath angekommen, musste sich Rosie Fischer zunächst vor der Abgabe ihrer Äpfel in die endlos wirkende Autoschlange einreihen. Falls sie bei der langen Wartezeit durstig wurde, konnte sie ein Glas Apfelsaft kosten, der aus ihrem Streuobst hergestellt wurde. Vier verschiedene Produkte wie Apfelsaft, Birnensaft, Apfel-Mango und Apfel-Zweschgensaft werden aus dem regionalen Obst hergestellt.

Einige Zeit vergeht bis sie an der Reihe ist und die Mitarbeiter der Biostation und einige Bundesfreiwilligen-Dienstler ihre Ladung wiegen und die faulen Äpfel aussortieren. Sie würden auch kontrollieren, ob die Äpfel garantiert ungespritzt und kein Plantagenobst seien, sagt Christoph Vanberg. Am Ende erhält sie, nach Aussage der Mitarbeiter der Biologischen Station, ein faires finanzielles und über den Marktpreis liegendes Entgeld von 17 Euro pro Doppelzentner.

Zur Aufrechterhaltung und Schutz der Obstwiesen des Aachener Raums seien sie auf das Obst angewiesen, erklärt ein Mitarbeiter der biologischen Station. Seit 1960 seien die Bestände der Streuobstwiesen in der Region um 85 Prozent zurückgegangen. Parallel dazu würden immer mehr bewährte, seltene und regionale Obstsorten verschwinden.

Noch können die Bürger den vollständigen Verlust des Bungerts (altdeutsch für Obstgarten) durch ihre Unterstützung aufhalten. Um die noch vorhandenen Streuobstwiesen zu erhalten, vermarktet die Bilogische Station die Produkte aus regionalen Äpfeln und Birnen. Gerade in diesem Jahr wäre die Qualität der Äpfel sehr gut und daher würden sie sich über eine große Containerladung freuen.

Seit 17 Jahren können die Obstwiesenbesitzer die Sammelaktionen in Simmerath sowie in Würselen nutzen. In guten Jahren haben sie um die 50 Tonnen Äpfel aus der Aachener Region verwendet und auch in diesem Jahr würde er wieder auf eine gute Ernte hoffen, sagt Christoph Vanberg.

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