Ansturm auf die prächtigen Narzissentäler der Eifel

Von: P. St.
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Treffpunkt Perlenbachtal: Viele Wanderer strebten am Wochenende der gelben Narzissenpracht zu. Foto: P. Stollenwerk
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Voller Einsatz an der Bieley: Diese beiden Hobbyfotografen sind der wilden Narzisse ganz nahe. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Der April ist Narzissenzeit in der Eifel, und dann herrscht Aufbruchstimmung bei Wanderern, Naturfreunden und Neugierigen. Die Narzissenwiesen im Perlen- und Fuhrtsbachtal bei Monschau gehören dann zu den bevorzugten Zielen, und mit Kind und Kegel geht es hinaus in Freie.

In Verbindung mit den angenehmen Frühlingstemperaturen wurde am Sonntag der erste große Ansturm verzeichnet. Schon am Mittag waren die drei wichtigen Parkplätze an Gut Heistert, in Alzen und an der Höfener Mühle ausgebucht. Schon lange vor Gut Heistert suchten viele Autofahrer Parkplätze an den Wirtschaftswegen.

Auf den besonderes beliebten Rundwanderstrecken zwischen oberem und unteren Steg im Perlenbach sowie im Bereich Jägersief herrschte der größte Andrang.

„Das war das erste richtig starke Wochenende“, sagt auch Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik, die aber noch nicht von Massenandrang sprechen möchte. Das sieht man auch beim Eifelverein Höfen nicht anders, der mit seinen Wanderführern regelmäßig Exkursionen in die beiden Bachtäler anbietet.

Zwar geht die Runde nur über maximal sechs Kilometer, aber die Gruppen sind dennoch rund drei Stunden lang unterwegs, weil dabei die gesamte Flora und Fauna des Naturschutzgebietes Perlen- und Fuhrtsbachtal erläutert wird. „Es geht nicht nur um die Narzissen“, sagt Regina Scholl von der Ortsgruppe, die am Wochenende viele Naturfreude im Haus Seebend antraf.

Der ersten Führung am Sonntag schlossen sich rund 20 Personen an, am Nachmittag waren es dann mehr als doppelt so viele, so dass die Gruppe aufgeteilt wurde. Die Nachfrage nach geführten Wanderungen ist nach wie vor recht hoch, und mancher vertraut sich nach erfolglosen Individual-Wanderungen am Ende lieber einem Profi an. „Es gibt Leute, die waren schon dreimal da und haben noch keine Narzisse gesehen. Diese schließen sich dann gerne einer Führung an“, weiß Regina Scholl.

Schönster Punkt an der Bieley

Zu den schönsten Punkten für den Narzissenwanderer gehört ein Besuch an der Bieley. Vom dem 30 Meter hohen steil aufragenden Felsmassiv kann man den Blick auf den Galgenberg und auf den Perlenbach, der hier auf belgischem Gebiet Schwalm heiß, genießen. Ein schmaler Pfad führt zur Bieley, der aber nicht ausgeschildert ist. Da es sich bei diesem Gebiet um die äußere Sicherheitszone des Truppenübungsplatzes Elsenborn handelt, hat das belgische Militär wenig Interesse daran, dass unnötig viele Wanderer hier verkehren, was sich zur Zeit der Narzissenblüte aber kaum vermeiden lässt.

Die mächtigen Sperrschilder als solche halten ohnehin schon manchen Naturfreund ab, aber wichtig auf diesen Tafel ist allein der jeweils aktuell ausgedruckte Plan, der unter dem Stichwort „Lebensgefahr“ die Termine der Schießübungen nennt. An diesen Tagen ist das Betreten „strengstens untersagt“.

In diesem Jahr haben die Narzissenwanderer, die einen Abstecher zur Bieley machen möchte, aber Glück. Die deutschen und belgischen Osterferien überschnitten sich zum Teil, so dass in der vorigen und auch dieser Woche keine Schießübungen stattfinden.

Das ändert sich allerdings in der Woche ab dem 20. April. Dann sollte man die Zettel genau lesen, empfiehlt auch Obergefreiter Alain Nelissen, im Lager Elsenborn mit zuständig für den Bereich Sicherheit. „Die Sicherheitszonen werden mit Sicherheit nicht aus Spaß geschlossen“, sagt er. Aber auch an Verbotstagen würden in der Regel keine verstärkten Kontrollen vorgenommen, da man gar nicht über das notwendige Personal verfüge.

Die deutschen Randkommunen Monschau, Schleiden und Hellenthal würden zeitnah über die Sperrung informiert, sagt Nelissen, der betont, dass das Lager Elsenborn wenig Einfluss auf die Zahl der Schießtage nehmen könne. Überlegungen, den Schießbetrieb während der Narzissenblüte einzustellen, müsse man mit Brüssel erörtern. „Die Einheiten, die in Elsenborn üben, sind unsere Kunden, denen wir das Gelände zur Verfügung stellen.“

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