Anschluss tot: Ping-Pong zwischen 1&1 und Telekom

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Kesternich. Anbieter 1&1 schiebt es auf die Telekom. Die Telekom betont, dass nur 1&1 das Problem lösen kann. Anke und Marco Jansen aus Kesternich sind damit genauso schlau wie zuvor. In der Sache hat sich auch nichts geändert: Internet und Festnetz funktionieren nicht.

Dabei ist Anke Jansen wegen einer Erkrankung auf diese Kommunikationsmittel angewiesen, um gegebenenfalls einen Arzt alarmieren zu können.

Begonnen hat die Misere am 25. August. Internet und Festnetz fielen aus. Es dauerte bis zum 2. September, bis ein Mitarbeiter der Telekom aufkreuzte und den Schaden behob. Anschließend gab es keinen Grund zur Klage, bis zum 18. September. Seit diesem Tag sind die Leitungen wieder tot. Tägliche Anrufe bei 1&1 änderten bisher nichts, so Anke Jansen. Man werde vertröstet, von einer Ecke in die nächste verbunden, um dort zu erfahren, nicht an der richtigen Stelle gelandet zu sein, und es würden Rückrufe angekündigt, die dann nie stattfänden.

Die Lokalredaktion machte mit der Festnetznummer der Jansens einen Test. Sobald man sich, wie heute üblich, mit verschiedenen Ziffern und Zahlenfolgen durchgetastet hat, erfährt man aktuell: Unter dieser Rufnummer ist eine Störung gemeldet, und diese Störung ist noch in Arbeit. Diese Information ist nicht neu. Dafür hätte man sich die Mühe nicht machen müssen.

Aber man will ja mehr, will irgendwann einen Sachbearbeiter an der Strippe haben, wenn man schon einmal so weit gekommen und noch nicht wegen Überlastung aller Mitarbeiter mit freundlichen Worten abgehängt worden ist.

Ein wohlklingende Stimme kündigt dann plötzlich an, dass man mit dem nächsten Mitarbeiter verbunden wird, um wenige Sekunden später zu bedauern, dass alle Mitarbeiter im Gespräch sind und man sich bitte in Geduld fassen möge. Das wiederholt sich etwa vier bis fünf Mal, bevor man schließlich einen Herrn Kratzer in der Leitung hat, nach seinem Akzent ein Österreicher. Es gibt freundlich Auskunft, räumt eine Störung der Simmerather Festnetznummer ein und versichert, dass ein Rückruf bei der Familie Jansen bereits vorgesehen sei. Den Schaden könne man allerdings nicht selbst beheben, weil es am Leitungsnetz beziehungsweise am Hauptverteiler liege. Und der werde von der Telekom verwaltet.

Auf die Bitte, bei der Telekom einen Ansprechpartner zu benennen, winkt der freundliche Herr Kratzer ab. Die einzelnen Abteilungen von

1&1 hätten ihre Ansprechpartner bei der Telekom, doch hätten er und die anderen Servicemitarbeiter keinen Zugriff auf diese Rufnummern. Ja, dann...

Bleibt also nur, sich über die kostenlose Hotline der Telekom durchzufragen. Es wird wieder getastet und gewartet. Am anderen Ende dieser Leitung ist eine wohlklingende Frauenstimme zu hören, die bedauert, nicht weiterhelfen zu können. Da es sich bei Familie Jansen aus Kesternich um 1&1- und nicht um Telekom-Kunden handele, könne sie in ihrem Computer auch keine Kundendaten aufrufen, sagt die Dame. Sie konnte auch nicht mit der Information aushelfen, welcher ihrer Kollegen bei der Telekom sich für die Angelegenheit zuständig fühle. Nur 1&1 als Vertragspartner der Telekom könne das Problem für die Familie Jansen lösen.

Die Kesternicher Familie hatte bei ihren Bemühungen etwas mehr Glück, denn sie erhielt die Auskunft, dass sich am kommenden Montag ein Telekom-Mitarbeiter vor Ort des Problems annehmen wolle. Die Jansens glauben das erst, wenn besagter Mitarbeiter im Türrahmen steht. Und hoffentlich braucht Anke Jansen bis dahin nicht dringend ärztliche Hilfe.
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