Dreiborn - Angst vor dem „Schwarzen Mann” im Zeltlager

Angst vor dem „Schwarzen Mann” im Zeltlager

Von: Elvira Hilgers
Letzte Aktualisierung:
Wieder abgebaut sind die Zelte
Wieder abgebaut sind die Zelte des DJK-Lagers auf dem Dreiborner Sportplatz. Ihre Standplätze sind allerdings noch deutlich sichtbar. Ein 50-jähriger Mann, der immer wieder in der Nähe gesehen wurde, hatte zu großer Besorgnis im Organisationsteam geführt. Foto: Hilgers

Dreiborn. Ein „Schwarzer Mann” hat in den vergangenen Tagen in Dreiborn für Aufregung gesorgt. Bürgern, die sich Sorgen um ihre Kinder machten, gelang es, in der Nacht zum Donnerstag um 23.30 Uhr einen 50-jährigen Mann zu stellen, der in den Nächten zuvor immer wieder in der Nähe eines Zeltlagers und des Friedhofs gesehen worden war.

Die DJK Dreiborn hatte zum 40. Mal ihr Zeltlager auf dem Sportplatz veranstaltet. „Die Person war uns unheimlich, wir wussten auch nicht, weshalb sie die Nähe des Zeltlagers suchte oder sich nachts auf dem Friedhof aufhielt”, berichtete Carlo Dederichs vom Zeltlagerteam. Der Mann sei dunkel gekleidet gewesen und habe eine Kapuze getragen. Darum wurde er im Lager „Schwarzer Mann” genannt.

Nur noch in Begleitung

Im Zeltlager hätten sich 68 Kinder befunden, für die man die Verantwortung übernommen habe, gab Dederichs zu bedenken. Außerdem sorgten sich die jungen Damen vom Betreuungsteam nicht nur um die Kinder, die ihnen anvertraut waren. Sie selbst fühlten sich mittlerweile ebenfalls gefährdet und wollten das Zeltlager auf dem Sportplatz neben dem Friedhof nur noch in Begleitung verlassen.

Der 50-jährige Mann war in Dreiborn schon vor dem Zeltlager hin und wieder gesehen worden, aber niemand konnte sich seine Anwesenheit recht erklären. Die Organisatoren des Zeltlagers versuchten zunächst vergeblich, den Mann zu stellen.

Daher montierte die technisch versierte Lagerleitung große Strahler, die an Bewegungsmelder gekoppelt waren. Als sich der Mann am Mittwochabend erneut im Bereich des Zeltlagers zwischen Sportplatz und Friedhof aufhielt, stand er plötzlich im hellen Lichtschein und wurde von der Nachtwache entdeckt. Der 50-Jährige ergriff die Flucht, wurde aber von vier Männern verfolgt. Im Spurt konnte der Flüchtige nach 200 Metern eingeholt und gestellt werden.

Auf die Frage, was er denn in der Nacht auf dem Terrain mache, habe er geantwortet, er gehe spazieren und das dürfe man doch wohl.

Stefan Hilgers, der unmittelbar am Sportplatz wohnt, erklärte: „Es war eine merkwürdige Person.” Das Lagerteam forderte den Mann auf, seine Hände aus den Hosentaschen zu nehmen, wobei eine Butterbrotdose zum Vorschein kam. Das Lagerteam will bei dem 50-Jährige auch zwei Messer gesehen haben. Dies bestätigte die Polizei allerdings nicht. Lothar Willems, Pressesprecher der Polizei in Euskirchen, teilte allerdings mit, dass der Mann auf seiner Flucht ein Brecheisen weggeworfen habe, das die Polizei später sichergestellt habe.

Laut Willems hielt sich der Mann aus dem Stadtgebiet Schleiden in der Nähe des Friedhofs auf, weil er dort eine Jugendfreundin beobachten wollte, mit der er zusammen die Schulbank gedrückt hatte.

Zu einer Anzeige kam es nicht, da die Frau darauf verzichtete. Als „Stalker” wollte die Polizei den Mann aber nicht bezeichnen. „Das würde zu weit gehen”, sagte Lothar Willems.
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