Angst vor Baustellen und Stromleitungen

Von: ale
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Sie wollen ihre Informationen und Bedenken unter die Bevölkerung tragen: Edgar Dartenne, Dieter Krapp, Christoph Pranter und Werner Löhrer (von links) von der Bürgerinitiative “Rettet den Rursee”. Foto: A. Lauscher

Schmidt. Irgendwie schien es, als habe man in Schmidt auf die Präsentation der Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ gewartet; als sie am Mittwochabend im Hotel Roeb zum ersten Mal öffentlich in Schmidt auftrat, wurde der Raum zu eng.

„Schmidt ist am heftigsten betroffen“, so brachte es Werner Löhrer auf den Punkt. Er ist in dem soeben gegründeten Verein „Rettet den Rursee“ stellvertretender Vorsitzender und Bürger von Schmidt. Er habe diverse Informationsveranstaltungen von Trianel, dem Unternehmen, welches das Pumpspeicherkraftwerk am Rursee plant, besucht und festgestellt: „Trianel nimmt alle Fragen mit, auf die Antworten waren wir bis heute.“

Die Schmidter sind bisher recht zurückhaltend geblieben in der ganzen Diskussion um das Pumpspeicherkraftwerk; aber die Nachricht, dass die Trasse für eine 380kV-Leitung unterhalb ihres Ortes eingezeichnet wurde, hat sie auf den Plan gerufen. Die Bürgerinitiative hatte eingeladen, und über hundert Menschen aller Altersgruppen kamen zum Hotel Roeb, schon vor Beginn mussten noch Stühle herangeschafft werden.

Auf den Tischen standen die Papierschiffchen mit dem Aufdruck „Stoppt Trianel“ und „Rettet den Rursee“, Menschen aller Altersklassen, Vereinsvertreter, Segler, Gastronomen und Politiker aus Schmidt, Heimbach, Simmerath, Woffelsbach und Rurberg füllten den Raum.

Während sie der Dokumentation von Edgar Dartenne zuhörten und zuschauten, sah man sie den Kopf schütteln: Die geplante Trasse für die Starkstromleitung erfüllt sie mit Unverständnis und Sorge. Es gibt noch viele Unwägbarkeiten und eine Menge offener Fragen: Wie wird ein solches Kabel in der Erde verlegt? Gibt es damit Erfahrungen? Sind mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit untersucht? Welche Gefahren birgt die Verlegung in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Erdgasleitung? Immer stärker waren Unbehagen und Misstrauen bei den Zuhörern zu spüren.

Nicole Kolster, die Pressesprecherin des Unternehmens Trianel, wollte beruhigen: „Die endgültige Trassenführung steht noch nicht fest, die mögliche Trasse ist 500 Meter breit. Mit Ihrer Hilfe wollen wir die ideale Leitungsführung finden.“

Es blieb aber die spürbare Angst vor einer Riesenbaustelle und vor einer Beeinträchtigung der Lebensqualität durch diese Stromleitung.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ informiert im Internet ca. 2000 interessierte Bürger, jedoch will sie auch zu den Menschen gehen, die sich weniger oder gar nicht des Internets bedienen. In einigen Schmidter Geschäften liegen nun Unterschriftslisten aus, da können die Bürger Stellung beziehen.

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