Monschau - Angelo Branduardi legt den Fokus ganz auf die Musik

Angelo Branduardi legt den Fokus ganz auf die Musik

Von: Daniel Raab
Letzte Aktualisierung:
15212057.jpg
In seine Musik versunken und in sich ruhend: Angelo Branduardi mit Band verzauberte das Publikum beim Monschaus Festival der Burg Monschau auch dank seiner bescheidenen und natürlichen Ausstrahlung. Foto: Daniel Raab

Monschau. Wenn der Applaus das Brot eines Künstlers ist, dürfte der italienische Liedermacher Angelo Branduardi mit der sanften Stimme nach seinem Konzert auf der nahezu ausverkauften Monschauer Burg am Freitagabend keinen Hunger mehr verspürt haben. Erst nach drei Zugaben entließ ihn das begeisterte Monschauer Publikum von der Bühne.

Als sich gegen 20 Uhr die Ränge des Burghofes langsam füllten, konnte man immer wieder in unsichere Gesichter schauen, die den Blick in den Himmel richteten.Neben dem Regen, den man während des Monschau Festivals immer mal wieder gewohnt ist, sagte die Wettervorhersage ab 20 Uhr sogar ein Gewitter voraus, was viele Zuschauer verunsicherte.

Diese Unsicherheit wich dann allerdings um Punkt 20.30 Uhr. Kein Regen und auch kein Gewitter. Es konnte losgehen. Als Angelo Branduardi mit seiner Band die Bühne betrat, war das Wetter vergessen.

Alle Musiker waren komplett in schwarz gekleidet. Der Sänger selbst erschien in einer Art schwarzem Kimono auf der Bühne. Bezeichnend für ihn und seine Musiker – weniger Augenmerk auf Äußerlichkeiten, mehr Fokus auf die Musik.

Den einzigen farbigen Kontrast bot, neben der mittlerweile weißen Lockenmähne Branduardis, eine bunte Decke, die über einen kleinen Tisch gelegt war, auf dem die hellbraune Geige des Künstlers und ein Becher Wasser standen. Ein kurzes Winken ins Publikum und mit dem Griff zur Geige begann eine musikalische Reise durch Stilrichtungen wie Rock, Pop und Barock.

„Ich bin der Troubadour, ich wandere durch viele Länder und Städte, jetzt bin ich hier, lasst mich singen, bevor ich weiterziehe“, begrüßte Branduardi das Monschauer Publikum in fehlerfreiem Deutsch, bevor er erneut zu seiner Geige griff und zu spielen begann.

Begleitet wurde der Sänger von vier großartigen Musikern an Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard, die er zwischendurch mit geschlossenen Augen, ausladenden Handgesten und einem Lächeln auf den Lippen zu dirigieren schien.

Angelo Branduardi versank selbst in seiner Musik und schaffte es durch seine natürliche und sympathische Ausstrahlung, diesen Funken auf den Besucher überspringen zu lassen. Der 66-Jährige rezitierte den „Sonnengesang“ des Franz von Assisi und untermalte seine Lieder immer wieder mit kleinen Geschichten und Gedichten.

Der tief gläubige Sänger, der seine größten Erfolge europaweit in den 1970er- und 1980er-Jahren feierte, war mit seiner kompletten Crew im Kloster Steinfeld untergebracht. Dort gibt es seit kurzem ein Vier-Sterne-Gästehaus. Hier hatte die Crew die Möglichkeit, zusammen in der Klosterküche zu frühstücken. Das war eine perfekte Umgebung für Branduardi und seine Entourage, wie er den Organisatoren des Festivals bestätigte.

Und das Organisationsteam war überaus froh, dass er und die Band überhaupt in der Eifel gelandet waren. Die Musiker und Crew flogen mit AirBerlin, der Fluggesellschaft, die erst kürzlich Insolvenz angemeldet hatte, aus Spanien, Italien und der Schweiz an, aber alle waren pünktlich.

Gut zweieinhalb Stunden dauerte das Konzert, inklusive dreier Zugaben. Es brauchte nur wenige Takte, dann wussten alle Besucher, was nun folgte. Ob „La pulce d’acqua“, „Cogli la prima mela“ oder „Si può fare“ – um nur drei der größten Hits zu nennen.

„Ich bin mehr als zufrieden mit dem heutigen Abend“, freute sich Helmut Lanio, Geschäftsführer des Monschau Festivals. „Angelo Branduardi reiht sich mit diesem Konzert in eine lange Tradition von Liedermachern wie Hannes Wader und Konstantin Wecker auf der Burg Monschau ein.“

Für Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter war das Konzert „einfach ein Traum. „Das ist genau meine Zeit“, schwärmte Ritter, nachdem die letzten Töne auf der Bühne verklungen waren. Auf dem Weg hinunter in die Stadt konnte man überall noch das „Oh oh oh, oh oh, oh oh“ der letzten Zugabe „Cercando l´oro“ hören.

20 Minuten nachdem das Konzert vorbei war, die Besucher wieder in ihren Autos saßen und auf dem Weg nach Hause waren, kam dann mit Verzug das angekündigte Gewitter und auch der Regen – zweieinhalb Stunden später als angekündigt. Scheinbar sollte es genau so sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert