Am „Tor zur Eifel“ soll ein neues Gewerbegebiet entstehen

Von: Andreas Gabbert
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Der Blick auf das Gelände aus Richtung Aachen kommend: Hier plant die Gemeinde Roetgen in Zukunft neues Gewerbe anzusiedeln, bisher wird das gelände landwirtschaftlich genutzt. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Die Gemeinde Roetgen will am Ortsausgang Richtung Aachen auf der rechten Seite der Bundesstraße gleich gegenüber dem bestehenden Gewerbegebiet ein weiteres ausweisen. Damit will sie der gesteigerten Nachfrage an gewerblichen Flächen nachkommen.

Das Gebiet umfasst eine Fläche von 2,7 Hektar. und erstreckt über eine Länge von rund 250 Metern entlang der Bundesstraße. Auf der anderen Seite grenzt dieses Gebiet unmittelbar an die ehemalige Bahnstrecke, den heutigen Ravelradweg, heran. Bislang wird diese Fläche landwirtschaftlich genutzt und liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Eine industrielle Nutzung ist dort, wie im gesamten Gemeindegebiet, nicht vorgesehen.

„Freier Blick auf den Ort“

Gudrun Messing (Grüne) kritisierte in der letzten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde, dass dies die einzige freie Stelle mit Blick auf den Ort sei. „Mit einem Gewerbegebiet wäre das hin.“ Die Gegner eines Roetgener Windparks, der in unmittelbarer Nähe geplant war, hätten viele Argumente in Spiel gebracht, die genauso auf dieses Gebiet übertragbar seien. „Da gibt es viele Punkte, die merkwürdig aufstoßen“, sagte Messing.

Man bekämpfe gerade erfolgreich die Errichtung einer Windkraftzone im Münsterwald mit dem Argument, dass es sich nicht gerade um ein Renommee für den Titel „Roetgen – Tor zur Eifel“ handele, erklärte Franz-Josef Zwingmann (FDP). „Und nun sollen wir stattdessen mit einem „Roetgen – Tor durch ein Gewerbe- und Industriegebiet zur Eifel“ auf uns aufmerksam machen?“, fragte er. Seiner Meinung nach könne das vorhandene Gewerbegebiet auf der anderen Straßenseite ausgebaut werden.

Zwingmann erinnerte daran, „dass vor einiger Zeit ein Speditionsunternehmen aus Kalterherberg bereits angefragt hatte, auf der ausgewiesenen Fläche eine Dependance zu errichten. Schnell wurde dabei klar, dass es sich um eine Finte handelte. Denn das Unternehmen versuchte damals eigene Unternehmensinteressen gegen die Stadt Monschau durchzusetzen“. Außerdem verwies er ebenfalls auf den „herrlichen Blick über Roetgen, der immer wieder Touristen dazu animiert, unseren schönen Ort zu besuchen“.

Michael Seidel (CDU) betonte die Bedeutung einer Weiterentwicklung der Gemeinde. Alternativen gebe es im Gemeindegebiet nicht. Wichtig sei die Frage, welches Gewerbe sich dort ansiedeln werde. „Das muss nicht hässlich sein“, sagte Seidel. Außerdem könne man auf die Gestaltung Einfluss nehmen.

Die SPD teilte die Argumente der FDP und der Grünen nicht. Bei diesem Gebiet handele es sich „nicht um ein ökologisches Kleinod“, sagte Helmut Mulorz. Auch das Argument mit dem freien Blick auf den Ort stimme so nicht, erklärte er und bot Gudrun Messing einen gemeinsamen Spaziergang an. Günter Severain (UWG) begrüßte die Initiative und zeigte sich „froh, dass sich etwas tut.

„Seit acht Jahren möglich“

Bürgermeister Manfred Eis sagte, die Aufwertung des Geländes zum Landschaftsschutzgebiet sei nur erfolgt, weil es nicht genutzt wurde. „Wären Sie vor acht Jahren unserem Vorschlag gefolgt, dann wäre das Gebiet schon bebaut, und wir könnten uns über Arbeitsplätze freuen.“

In die gleiche Richtung schoss Ausschussvorsitzender Karsten Knoth (SPD). Er habe bereits vor acht Jahren den Traum gehabt, dieses Gebiet zu erschließen und dazu einen Kreisverkehr zu errichten, der die Gewerbegebiete links und rechts der Bundesstraße miteinander verbinde und die „einfliegenden“ Autos abbremse.

Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten mit elf Ja-Stimmen für die Ausweisung des Gewerbegebietes. Franz-Josef Zwingmann (FDP) sowie Gerd Pagnia und Gurdrun Messing (Grüne) stimmten dagegen.

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