Am Thema Abtreibung „wird der Vertrag nicht scheitern”

Von: Ernst Schneiders
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Sollte die Ubergabe des St. Brigida-Krankenhauses platzen, dann, so Christoph Heckeley, Pressesprecher des Erzbistums Köln, liege das nicht am Thema Abtreibung. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Klar ist noch nichts, und die Sache verspricht spannend zu werden. Joachim Kardinal Meisner hat die Zustimmung zur Übergabe des Simmerather St. Brigida-Krankenhauses von den Maltesern an die Städteregion Aachen beziehungsweise einen weltlichen Krankenhausträger von einer Bedingung abhängig gemacht.

Sie lautet, dass in Simmerath keinerlei Empfängnis verhütende oder die Schwangerschaft beendende medizinische Leistungen erbracht werden dürfen. In einer Vorlage für den Städteregionsausschuss hatte die Verwaltung die Spirale oder die „Pille danach” als Beispiele genannt und bereits angekündigt, dass man diese Forderung des Kölner Kirchenfürsten als unerfüllbar zurückweisen werde (wir berichteten).

Wie Christoph Heckeley, Pressesprecher des Erzbistums Köln, auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, betrachte Joachim Kardinal Meisner Abtreibung nicht als „selbstverständliche medizinische Leistung”. Heckeley: „Kardinal Meisner kann diese Meinung aus seinem katholischen Selbstverständnis heraus absolut nicht teilen.”

Für den Kardinal sei es wichtig, dass das Krankenhaus in Simmerath auch nach der Übergabe an einen weltlichen Träger wie seit mehr als 100 Jahren in seiner katholischen Tradition im Bewusstsein der Menschen und für diese Menschen auch in Zukunft das St. Brigida-Krankenhaus bleibe.

Nicht verhandelbar

Die Bedingung des Kardinals sei in einem Zusatzpapier zum Übergabevertrag festgeschrieben. Heckeley: „Dieses Zusatzpapier ist auch bei der Städteregion Aachen bekannt. Die Gespräche laufen noch. Ich bin sicher, dass der Vertrag daran nicht scheitern wird.”

Auf die Frage, was ihm diese Sicherheit gebe, und ob er Informationen besitze, wonach entweder Kardinal Meisner oder die Städteregion Aachen zum Einlenken bereit sei, erklärte Heckeley, „ein katholisches Krankenhaus dient immer dem Leben”. Dieses zentrale Argument sei für den Kardinal nicht verhandelbar. Dasselbe gelte beispielsweise für das Thema Sterbehilfe, „das Gott sei Dank in diesem Land kein Thema ist”. Auch darüber würde der Kardinal nicht mit sich reden lassen.

Im Haus der Städteregion in Aachen gab es am Donnerstag zu diesem Thema auf Anfrage keinen Kommentar. Zunächst wolle man die politische Debatte abwarten, hieß es lediglich.
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