Am Straßenrand wird es bunter

Von: heg
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Die Einführung der Biotonne löste im Roetgener Hauptausschuss nicht eitel Freude aus.

Roetgen. Es wird bunter an Roetgens Straßenrändern: Zu Grau und Orange, Gelb und Blau wird sich auch Grün gesellen. Zum 1. Januar 2011 wird die Biotonne Einzug halten. Die Weichen dafür wurden auf der Sitzung des Hauptausschusses gestellt. Zu diesem und zu weiteren Entsorgungsthemen informierten die Mitglieder Stephanie Pfeifer und Ulrich Reuter von der Regioentsorgung.

Zur Einführung einer Biotonne hat sich der Ausschuss allerdings eher widerwillig durchgedrungen. Hier herrscht in weiten Teilen immer noch die Meinung vor, jeder Roetgener könne (und wolle) auf seinem großen Grundstück selbst kompostieren.

Nach den geltenden abfallrechtlichen Bestimmungen ist die Gemeinde nun aber verpflichtet, eine Möglichkeit zur getrennten Entsorgung anzubieten. Bisher kann der klassische Biomüll wie Küchenabfälle und Essensreste - alles was vor und nach dem Kochen anfällt, wie Stephanie Pfeifer definierte, nur über die Restmülltonne entsorgt werden.

In der Realität habe sich gezeigt, wie Pfeifer weiter ausführte, dass im Roetgener Restmüll viel Bioabfall enthalten sei, eine Alternative für Essensreste, so befürchtete Kämmerer Heinz Mertens, sei die Toilette, aber seltener der Kompost. Ohnehin nicht auf den Kompost gehören Pflanzenteile mit Schädlingsbefall, die ebenfalls ein klassischer Fall für die Biotonne sind.

Eine getrennte Entsorgung werde künftig forciert, betonten die Vertreter der Regioentsorgung, ein Grund sei auch die deutlich preisgünstigere Verwertung von Bioabfall gegenüber Restmüll. Allerdings müssten die Sammelsysteme Akzeptanz in der Bevölkerung finden, machte Ulrich Reuter deutlich, Alibilösungen wie ein kompliziertes Bringsystem seien da nicht hilfreich.

Gebührenpflichtige Tonne

Unter den von der Verwaltung vorgeschlagenen Modellen entschied sich die Mehrheit des Ausschusses für eine freiwillige, gebührenpflichtige Biotonne, für die bei einer Größe von 120 Litern eine 14-tägliche Leerung vorgesehen ist. Eine zusätzliche Eigenkompostierung kann bei den Gebühren berücksichtigt werden. Die Containersammlung für Grünabfälle am Kuhberg wird beibehalten.

Festgezurrt wurde jetzt auch das Mindestvolumen für die Restmülltonne auf 15 Liter pro Person und Woche, wobei eine 60-l-Tonne bei vierwöchentlicher Leerung das Minimum darstellt. Dazu zitierte Kämmerer Heinz Mertens ein Urteil des VG Köln, dass nicht das absolute Minimum zum Maßstab zu machen, sondern sicherzustellen sei, dass eine illegale Entsorgung oder die Entsorgung über andere Behälter ausgeschlossen werden.

Die Festlegung des Mindestvolumens machte auch den Weg frei für die Bildung von Entsorgungsgemeinschaften, die sich in der Praxis aber als schwierig umzusetzen erweisen dürften. Die Beschlüsse wurden mehrheitlich, aber keineswegs einstimmig gefasst.

Wie Gerd Pagnia von den Grünen schon in der Diskussion um die Biotonne deutlich gemacht hatte, würde seine Fraktion lieber auf Entsorgungsgemeinschaften verzichten als eine Restmüll-Mindestmenge zu akzeptieren.

Anfreunden müssen sich die Roetgener mit einer Umstellung der Gebührenstruktur. Dass die derzeitigen Gebühren lediglich nach Größe des Müllgefäßes und Häufigkeit der Leerung berechnet werden, sei sachlich und rechtlich nicht haltbar, erläuterte der Kämmerer. Künftig muss bei der Kalkulation ein Fixkostenansatz berücksichtigt werden, d. h. im Klartext, die Benutzer kleinerer Gefäße werden tiefer in die Tasche greifen müssen. Das fand allgemeine Zustimmung. Auch dass aufgrund der Haushaltslage keine Windelsäcke, die als freiwillige Leistung gelten, eingeführt werden, wurde einstimmig akzeptiert.

Lebhaft wurde es wieder beim Thema Sperrmüll. Für die Regioentsorgung ist die Umstellung des Systems durchaus eine Erfolgsgeschichte, was die Müllmengen angeht, aber von einigen Ausschussmitgliedern wurde die zu bürokratische und umständliche Prozedur der Anmeldung kritisiert, und insbesondere Peter Schneider (CDU) echauffierte sich über die nach seiner Meinung zu langen Wartezeiten.

Da konnte sich Ulrich Reuter nur noch wundern. In allen anderen Kommunen des Versorgungsgebietes sei das System, das einzige einheitliche, akzeptiert, aber: „Der Roetgener ist traditionell anders”, musste er wieder einmal feststellen. Möglicherweise werden künftig auch alternative, komfortablere Anmeldeverfahren, zum Beispiel auf elektronischen Weg, Einzug halten können, stellte Pfeifer in Aussicht.
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