Monschau - Am Neubaugebiet „Auf der Haag” entsteht eine Streuobstwiese

Am Neubaugebiet „Auf der Haag” entsteht eine Streuobstwiese

Von: V.M.
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Gemeinsam tätig auf der künf
Gemeinsam tätig auf der künftigen Streuobstwiese: Herbert Theissen, Gerd Goebel und einige Baumwärter bei der Arbeit, die in einigen Jahren sprichtwörtlich Früchte tragen wird. Foto: V. Monterey

Monschau. „Ich habe jetzt schon Anmeldungen für das Jahr 2013”, berichtete Herbert Theissen, Diplom-Biologe der Biologischen Station der Städteregion Aachen,während einer Gehölzaktion im Monschauer Neubaugebiet Auf der Haag.

Auf dem großen Gelände gegenüber der Ecke Walter-Scheibler-Straße und Bergstraße wurden am vergangenen Wochenende 32 hochstämmige Obstbäume gepflanzt, die in Zukunft eine schöne Begrenzung zu der neu erstellten Bebauung bilden wird.

Diese Aktion wird gemeinsam finanziell, logistisch und praktisch unterstützt von der Biologischen Station, der Städteregion Aachen und von dem EU-Leader-Projekt.

Die 5170 Quadratmeter große Wiese wurde von Gerd Goebel, Baumwart im Leader-Projekt käuflich erworben, ein weiteres Stückchen Land, auf der anderen Seite eines schmalen Fußweges dazugepachtet.

Am frühen Samstagmorgen rückte das Team aus sechs bis acht Leuten an, um die veredelten Bäume in drei leichten Rundungen zu pflanzen. Bei den Obstbäumen handelt es sich um alte Sorten, wie Roter Trierer Weinapfel, Jakob Fischer, Königin Victoria und Hauszwetsche, Büttners Rote Knorpelkirsche, Walnuss, Nancymirabelle, jeweils ein bis drei Bäumchen pro Sorte, die für das Klima in der Eifel geeignet sind. In einem Abstand von neun bis zehn Metern wurde die Erde ausgehoben, jeweils zwei Eichenpfähle zum Anbinden eingeschlagen, und die jungen Bäumchen mit einem Durchmesser von acht bis zehn Zentimeter in eine Mischung von hauseigenem Humus, Lava-Granulat, Urgesteinsmehl und Erde gepflanzt.

In rund vier Jahren sollten die ersten Bäume schon Früchte tragen, die Kirschen und Pflaumen zuerst, nach fünf bis zehn Jahren sollen die Apfelbäume reichte Früchte tragen.

„Ernten werden dann wohl erst einmal die Vögel”, meinte Goebel verschmitzt. Aus den Äpfeln allerdings soll mit einer mobilen Presse Saft gemacht werden und ein Teil in die Biologische Station nach Stolberg geliefert werden, die mit dem Erlös einen Teil solcher Aktionen mitfinanziert.

Die Gehölzaktion wird seit 1996 im Altkreis Aachen durchgeführt. Inzwischen wurden 3000 hochstämmige Bäume und mehr als 20.000 Wildobstgehölze gepflanzt, die zum Erhalt von Streuobstwiesen und Hecken als artenreiche Kulturlebensräume, zum Beispiel für Rotkehlchen, Neuntöter, Grasfrosch, Admiral und Lederlaufkäfer beitragen soll. Allein im Jahre 2012 wurden 209 Obstbäume und 2173 Wildobstgehölze für die Ergänzung und Neuanlage von Streuobstwiesen verteilt.

Darüber hinaus erhalten die Antragsteller, wie auch Goebel, qualitativ hochwertiges Gehölz aus Baumschulen, sowie Baumpfähle, Verbissmanschetten und Kokosstricke für die Anbindung der Bäume. Die Kosten betragen rund 25 Euro pro Baum, inklusiv Material 40 Euro. Die Antragsteller erhalten zudem eine Beratung und Hinweise zur Pflanzung und Erziehung der Obstbäume.

Im Laufe des kalten und windigen Vormittages wurden von Theissen, Goebel und einigen Baumwärtern und Helfern die ersten Bäume gepflanzt, eine Aktion die von den anliegenden Nachbarn und deren Kindern begrüßt wurde. „Eine Nachbarin hat für uns Suppe gekocht”, freuten sich die Baumwärter, „und auch die Kinder kommen neugierig dazu und möchten mit anpacken”.

Mähen wird Goebel die Wiese Zukunft selber, vielleicht mit der Unterstützung eines benachbarten Landwirtes.
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