Städteregion Aachen - Am Mittwoch bleibt auch der Müll stehen

Am Mittwoch bleibt auch der Müll stehen

Von: Oliver Schmetz und Udo Kals
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Diesmal beim Streik dabei: Die
Diesmal beim Streik dabei: Die Müllabfuhr wird am Mittwoch nicht - wie vor zehn Tagen - bloß eine Mittagspause einlegen. Foto: Michael Jaspers

Städteregion Aachen. Die Busse von Aseag und Westenergie rollen für 24 Stunden in der Städteregion Aachen und im Kreis Heinsberg keinen Meter, in Aachen werden die Mülltonnen nicht geleert, in einigen Städten und Gemeinden stehen Eltern vor verschlossenen Kita-Türen, OP-Tische bleiben in Krankenhäusern wie dem Medizinischen Zentrum in Würselen verwaist.

Weil die Fronten im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes verhärtet sind, schalten die Gewerkschaften einen Gang höher - und die Bürger in der Aachener Region müssen sich am kommenden Mittwoch auf eine zweite Warnstreikwelle mit noch größeren Auswirkungen als Anfang März gefasst machen. „Wir legen eine gute Schüppe drauf”, sagt Corinna Groß, Verdi-Geschäftsführerin für den Bezirk Aachen.

Das heißt: Neben den Beschäftigten, die bereits am ersten Warnstreiktag teilnahmen, sind laut Groß und dem regionalen Komba-Vorsitzenden Hubert Meyers jetzt unter anderem auch Mitarbeiter des Aachener Stadtbetriebs sowie der Verwaltungen in Alsdorf, Düren, Eschweiler, Stolberg, Würselen sowie der Städteregion mit im Boot. Die Verdi-Frau rechnet mit rund 1800 Streikenden, die am Mittwoch nach Köln fahren werden, um an der zentralen Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske auf dem Heumarkt teilzunehmen.

„Das Angebot der Arbeitgeber von vermeintlich 3,3 Prozent ist eine Frechheit. Daher ist es leicht für uns, noch mehr Arbeitnehmer als beim ersten Warnstreik zu mobilisieren”, sagt Groß. Meyers geht von weiteren 400 bis 500 Komba-Mitgliedern aus, die ebenfalls zur gemeinsamen Kundgebung nach Köln reisen. Und er betont: „Der Warnstreik ist ein Akt der Notwehr in der Hoffnung, dass die Arbeitgeber einlenken.”

Auch Marc Topp, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Aachener Stadtverwaltung und Mitglied der Verhandlungskommission in Berlin, wählt markige Worte: Das Angebot der Arbeitgeber sei „eine Provokation”, sagt er und rechnet mit einer großen Streikbereitschaft. Am letzten Warnstreiktag nahmen landesweit 55.000 Beschäftigte teil.

Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber sollen die Gehälter der rund zwei Millionen Tarifbeschäftigten ab Mai um 2,1 Prozent steigen, ab März 2013 soll es dann noch zusätzlich 1,2 Prozent drauf geben. Laufzeit: 24 Monate. Die Gewerkschaften fordern für zwölf Monate 6,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten von Bund und Kommunen, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat.
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