Alzheimertage: „Demenz ist eine Familien-Krankheit“

Von: P. St.
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Eine besondere Zuwendung brauchen an Alzheimer erkrankte Patienten. Über einen angemessenen Umgang mit der Krankheit informieren die Alzheimer-Tage der Städteregion Aachen mit einem Schwerpunkt in Simmerath. Foto: stock/epd
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Beim Thema Demenz engagiert: Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum Alsdorf und Dr. Ulrich Albert vom Aktionsbündnis „Demenz Simmerath“. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Plötzlich ist alles anders: Oma und Opa erkennen ihre Enkel nicht mehr und stellen immer die gleichen Fragen, doch es kommt noch schlimmer: Gedächtnis- und Orientierungsstörungen folgen, dann Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Oma und Opa sind an Demenz erkrankt, und die ganze Familie leidet mit.

Weltweit sind etwa 44 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, mehr als 1,4 Millionen sind es in Deutschland. Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimerkranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen.

Auch in der Städteregion Aachen werden rund um den Alzheimertag wieder zahlreiche Veranstaltungen zu vielfältigen Themen rund um das Krankheitsbild Demenz angeboten. Ein Schwerpunkt der Veranstaltungen findet diesmal in der Nordeifel statt.

Am Samstag, 19. September, starten die 14-tägigen Alzheimertage mit einer Auftaktveranstaltung zum Thema „Familien und Demenz“ von 11 bis 15 Uhr in der Sekundarschule Nordeifel, Walter-Bachmann-Straße 40 in Simmerath. Veranstalter ist das Demenz-Service-Zentrum in Alsdorf. Die Einrichtung ist seit 2006 für die Koordination der Veranstaltungen rund um den Alzheimertag in der Städteregion zuständig.

„Demenz ist zu einer Familienkrankheit geworden, aber die Krankheit wird oft noch tabuisiert“, weiß Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum. Für die Familien gebe es bisher keine Angebote, die auf die altersgerechte Vermittlung von Wissen für diesen Personenkreis ausgelegt seien. Auch im Schulalltag sei Demenz häufig noch kein Thema.

Daher sind Familien, Angehörige, Betroffene, Jugendliche und Pädagogen eingeladen, sich bei der Auftaktveranstaltung in Simmerath gemeinsam bei Vorträgen und Infoständen über die Krankheit zu informieren.

Das Programm wird um 11 Uhr eröffnet mit der Begrüßung durch Roger Nießen (Beigeordneter und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Simmerath). Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel gibt einen Überblick über die Alzheimertage. Petra Schiller und Schülerinnen geben ein Interview zum Thema Patenschaften von Jung und Alt. Zwischen 12 und 15 Uhr werden Vorträge und Infostände zum Thema Demenz angeboten.

Lotta Hülsmeier, Ärztin im Demenznetz der Städteregion Aachen e. V., referiert von 12 bis 13 Uhr zu dem Thema „Ein familiengerechter Vortrag zum Krankheitsbild, Fragen erwünscht“. Zum gleichen Zeitpunkt informiert Christoph Fritz, Betreuungsbehörde Städteregion Aachen, zum Thema „Rechtliche Vorsorge (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung)“. Zwischen 13 und 14 Uhr werden von Petra Mittenzwei zum Thema „Demenz – ein Schulthema“, Unterrichtsmaterialien vorgestellt. Jörg Limbrock von der Alzheimergesellschaft Städteregion Aachen e. V. erklärt „Die Leistungen der Pflegeversicherung“.

„Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“ heißt der Film, der von 14 bis 15 Uhr gezeigt wird. Der Förderverein bietet gegen einen geringen Unkostenbeitrag Kaffee und Kuchen an. Neben einem Demenz-Parcours und einem Alterssimulationsanzug, der hautnah vermittelt wie es sich anfühlt, wenn man körperlich eingeschränkt ist, wird neben weiteren Informationsständen auch eine von Schülern im Rahmen einer Projektwoche zum Thema Demenz gestaltete Ausstellung präsentiert.

Die Veranstalter möchten mit der Auftaktveranstaltung im Südkreis auch die Aktion „Demenz Simmerath“ unterstützen. Deren Initiator Dr. Ulrich Albert hat vor zwei Jahren das Bündnis ins Leben gerufen: „Es ist wichtig, dass wir offensiv mit dem Thema Demenz umgehen und die Krankheit nicht als Makel sehen.“ Aus der jüngsten Erfahrung heraus müsse man feststellen, „dass inzwischen jede Familie vom Thema Demenz betroffen ist.“

Mit eine Reihe von Vorträgen und Informationsveranstaltungen sei man bereits auf einem guten Weg, der Krankheit angemessen zu begegnen.

Bis zum 2. Oktober finden im Anschluss an die Auftaktveranstaltung in Simmerath in der gesamten Städteregion zahlreiche themenbezogene Veranstaltungen statt.

Themen sind unter anderem das Parkinson-Syndrom, Hilfen durch die Pflegeversicherung, geistige Behinderung und Demenz, Gesprächskreise/Selbsthilfegruppen und ein musikalisches Bewegungsangebot. Darüber hinaus werden die zwei bekannten und mehrfach ausgezeichneten Spielfilme „Still Alice“ und „Vergiss mein nicht“ gezeigt.

Der Flyer mit näheren Informationen zum Programm ist im Internet unter www.demenz-service-aachen-eifel.de oder unter Telefon 02404/90327-80 erhältlich.

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