Roetgen - Altes Haus genießt in Roetgen keinen Schutz

Altes Haus genießt in Roetgen keinen Schutz

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Rolf Wilden, stellvertretender Vorsitzender des Roetgener Heimat- und Geschichtsverein, sorgt sich um den Verlust ortstypischer Bausubstanz in Roetgen. Foto: Günther Sander

Roetgen. Der Abriss alter, ortsbildtypischer Bausubstanz in Roetgen hat in der jüngsten Vergangenheit eine intensive öffentliche Auseinandersetzung über die Frage ausgelöst, wie man mit ortsprägenden Gebäuden umgehen soll.

Ausgelöst wurde die Kontroverse durch den Abriss des sogenannten „Schmiddemhauses“ an der Bundesstraße im Jahr 2014. Das einstige Ärztehaus mit seinen charakteristischen Türmchen wich einem Bankgebäude. Jetzt soll das in Roetgen so bezeichnete „Kreitzhaus“, ehemals „Weltesch Hoff“, in der Waldstraße 4 abgerissen werden.

Wie auch schon bei einigen Objekten zuvor, schlägt auch diesmal wieder der Roetgener Heimat- und Geschichtsverein Alarm, sieht er doch „in dem städtebaulich besonders sensiblen Gebiet der Keusgasse, die zu den ältesten Siedlungsräumen von Roetgen gehört“, die Gefahr, dass ein weiteres Stück Alt-Roetgen verschwindet, so der stellvertretende Vorsitzende Rolf Wilden.

Man vermisse zudem eine Diskussion über das Vorhabens im Bauausschuss der Gemeinde Roetgen. Offenbar, so der stellvertretende Vorsitzende, sollten „vollendete Tatsachen“ geschaffen werden. Vor weiteren Abriss-Aktivitäten täte die Gemeinde Roetgen aber gut daran, erst einmal ihr Gestaltungsgutachten in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen zu erarbeiten.

Die Abrissgenehmigung für das Gebäude, das nicht in der Denkmalliste der Gemeinde Roetgen steht, wurde Ende Mai erteilt; der Beginn der Arbeiten wurde für diese Woche angezeigt. Die Zustimmung der Städteregion erfolgte im Einvernehmen mit der Gemeinde Roetgen, die auch in ihrer Funktion als Untere Denkmalbehörde keine Bedenken einräumte. Auch gibt es in Roetgen derzeit keine Satzung, die Kriterien für eine erhaltenswerte und ortstypische Bausubstanz festlegt.

Sollte sich erneut herausstellen, dass die gewählte Gemeindevertretung keinen Einfluss auf den Gang der Dinge nehmen könne, „so wäre das eine echte Aufgabe für den in 2015 neu zu wählenden Bürgermeister“, findet Rolf Wilden.

Was mit dem etwa 5000 Quadratmeter großen Grundstück geschehen soll, weiß auch der Heimat- und Geschichtsverein nicht, aber er sieht seine Sorge um die Entwicklung des Ortsbildes als berechtigt an, denn seines Wissens sollen in Roetgen weitere Objekte zum Verkauf anstehen, so unter anderem an der Bundesstraße, Greppstraße und Offermannstraße. „Nicht alle diese Objekte sind allerdings „nach unserem Kenntnisstand erhaltenswert“, ergänzt der Vereins-Vize.

Solange keine Regeln für eine Bebauung in einer Region der Gemeinde existierten, werde es auch keine Möglichkeiten geben, die Eigentümer bei der Ausübung ihrer Rechte „zu lenken“. Er sehe daher die Gefahr, dass finanzkräftige Investoren und keine Roetgener Bürger über die Zukunft ihres Dorfes bestimmten.

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