Nordeifel - Altersarmut auch in der Eifel angekommen

Altersarmut auch in der Eifel angekommen

Von: P. St.
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Gemeinsam im Einsatz für die Monschauer Tafel: Zwei neue Fahrzeuge wurden jetzt im Kreise der Sponsoren den ehrenamtlichen Helfern der Einrichtung übergeben. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Der Besuch von 15 Geschäften und drei Bäckereien steht von montags bis freitags Tag für Tag auf dem Fahrplan der Monschauer Tafel.

Hier werden Lebensmittel aufgeladen, zum Laden nach Imgenbroich gebracht und später an die Bedürftigen verteilt. 60 ehrenamtliche Helfer sind regelmäßig für im Jahr 2007 gegründete Organisation im Einsatz, und längst hat sich die Monschauer Tafel zu einem kleinen Unternehmen entwickelt, das perfekt und zuverlässig organisiert ist.

Zwischen 550 und 600 Bedürftige in den Nordeifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath gehören zum Kundenkreis der Monschauer Tafel, „und die Tendenz ist steigend“, sagt Georg Kaulen, der Vorsitzende der Monschauer Tafel.

650 Kilometer pro Woche

Bei diesem hohen personellen Aufwand muss auch die Ausstattung stimmen. Das wichtigste Hilfsmittel für die Helfer ist der Sprinter, ein Kühlwagen, mit dem die Waren transportiert und verteilt werden. Doch bei rund 650 Kilometer Laufleistung in der Woche kann man sich leicht ausrechnen, wann die Tage des Transport-Fahrzeuges gezählt sind. Nun hatte der Sprinter seinen Dienst getan, doch die Monschauer Tafel brauchte nicht lange auf Ersatz zu warten, denn die Organisation darf sich inzwischen auf einen verlässlichen Kreis von Sponsoren verlassen, die dafür sorgen, dass die Tafel immer weiter rollt.

Am Mercedes-Autohaus Breuer im Gewerbegebiet Simmerath wurde der Monschauer Tafel jetzt ein nagelneuer Sprinter übergeben, der wieder als Kühlwagen auf den Straßen der Nordeifel im Einsatz sein wird - ja mehr noch: Da die Aufgaben wachsen, muss auch der Fuhrpark größer werden, und so verfügt die Tafel auch künftig noch über einen ebenfalls neuen Kastenwagen der Marke „Citan“, der sich als praktische Hilfe bei der Abholung von kompletten Paletten mit Waren bewähren soll und im Kreis der Sponsoren ebenfalls der Tafel übergeben wurde. Es kommt nicht selten vor, dass ein Produzent oder ein Geschäft der Monschauer Tafel eine größere Warenmenge anbietet, die dann spontan abgeholt werden muss. Mit einem zweiten Fahrzeug können die Tafel-Teams jetzt viel flexibler planen und müssen nicht mehr warten bis der Sprinter von seiner Runde zurückgekehrt ist.

Georg Kaulen freute sich über die große Geste der Sponsoren, denn immerhin besitzen die beiden Fahrzeuge einen Wert von 80 000 Euro, auch wenn der Hersteller für Fahrzeuge im sozialen Einsatz bereits einen Rabatt gewährt. Ebenso müssen die laufenden Kosten der Fahrzeuge, immerhin rund 11 000 Euro pro Jahr, finanziert werden. Eine feste Größe beim Sponsering ist neben dem Lions-Club und dem Rotary-Club auch der von Matthias Kaulard ins Leben gerufene Nordeifeler Business-Run, dessen Erlös seit sieben Jahren der Monschauer Tafel zukommt. Auch die Sparkasse Aachen unterstützt die Tafel mit Mitteln aus ihrer Kulturstiftung. Die beiden neuen Fahrzeuge mit den Kennzeichen MON-MT-100 und MON-MT-200 werden umgehend auf Achse sein und ihre unverzichtbaren Dienste leisten, auf die inzwischen immer mehr Menschen angewiesen sind. Nicht nur die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Langschoß gehören längst zum festen Kundenkreis des Imgenbroicher Ladens, auch zunehmend sind es Pensionäre und Rentner, die nach anfänglichen Hemmungen nun auch den Weg zur Tafel finden. Dass die Altersarmut inzwischen auch in der Eifel angekommen ist, können die Mitarbeiter der Monschauer Tafel aus ihrer alltäglichen Arbeit nur bestätigen.

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