Roetgen - Alternativladen Roetgen: In 40 Jahren viel Gutes getan

Alternativladen Roetgen: In 40 Jahren viel Gutes getan

Von: ale
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Freuen sich auf das Jubiläumsfest am 17. September (v. l.): Anna-Maria Jansen, Detlef Wölbeling, Marlene Roentgen und Wilhelm Hermann vom Alternativladen Roetgen.

Roetgen. Der Alternativladen in Roetgen besteht nun seit 40 Jahren – ein willkommener Grund, mit zwei Gründungsmitgliedern Rückblick und Ausblick zu halten. Marlene Roentgen aus Rott und Wilhelm Hermann aus Roetgen, die von Anfang an dabei sind, geben zusammen mit den Mitarbeitern Anna-Maria Jansen und Detlef Wölbeling Auskunft über die Geschichte.

Es hat im Evangelischen Gemeindehaus in Rott angefangen, wo Anfang der 1970er Jahre Diskussionsabende stattfanden, an denen sowohl der evangelische als auch der katholische Pastor teilnahmen. Vom Evangelischen Kirchentag in Berlin kamen dann einige inspiriert und voller Tatendrang zurück.

„Wir waren entschlossen, etwas gegen die Verschwendung und gleichzeitig für die Umwelt zu tun“, sagt Marlene Roentgen. Der Arbeitskreis „Alternativen“ wurde gegründet und dann auch der Alternativladen. „Angefangen hat es in einem Kinderzimmer in Rott mit Spielsachen und Kinderkleidung“, erzählt Marlene Roentgen, „es war ein mühsamer Anfang. Ich erinnere mich, dass ich einmal an einem Nachmittag lediglich ein Kinderhemdchen für 20 Pfennige verkauft habe.“

Doch die Gruppe ließ sich nicht entmutigen, und nachdem in Roetgen in der Brandstraße mit Unterstützung der Evangelischen Gemeinde ein neues Domizil bezogen worden war, stiegen das Warenangebot und das Interesse der Kundschaft.

Da alle ehrenamtlich arbeiteten, konnte man stets zu 100 Prozent die Einnahmen weitergeben, beispielsweise für Projekte in Entwicklungsländern, aber auch für Initiativen im Umfeld. „Unser Prinzip war immer, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wir unterstützen nur spendenberechtigte Institutionen“, erläutert Wilhelm Hermann. Eine wirklich ansehnliche Summe kam in vierzig Jahren zusammen. Über 700.000 Euro konnte der Alternativladen spenden, zum Beispiel an Misereor und Brot für die Welt, an Gruppen in Chile und Brasilien, für eine Schule in Afghanistan, aber auch für Opfer der Oderflut im Jahre 2003 und an den Roetgener Flüchtlingsrat.

„So viel Geld konnten wir nur einnehmen durch die außergewöhnliche Spendenfreudigkeit unserer Freunde in Roetgen und darüber hinaus“, erzählt Anna-Maria Jansen, „es ist erstaunlich, wie unser Grundgedanke fortgetragen wird: Brauchbares wieder verwenden, viele Sachen sind zu schade für den Müll.“

Riesiges Angebot

Wenn man den Alternativladen betritt, der sich seit 1988 im hinteren Teil des Gebäudes Nr. 77 an der Bundesstraße befindet, sieht man ein riesiges Angebot, das meiste sorgsam sortiert auf Regalen: Textilien, Hausrat, Dekorationsgegenstände, Bücher und Spiele, sogar zwei sehr gut erhaltene Kinderwagen. Die stets gut aufgelegten „Verkäuferinnen“ werden unterstützt von einigen Männern, wenn es um Reparaturen geht oder wenn die sporadisch stattfindenden Sonderverkäufe vorbereitet werden müssen.

Die Erfahrungen werden in regelmäßigen „Ladensitzungen“ ausgetauscht. „Dabei entscheiden wir auch, welches Projekt wir als nächstes fördern“, fügt Detlef Wölbeling hinzu. „Wir werden demnächst wahrscheinlich Interplast unterstützen, eine Organisation, auf die wir durch eine Intensiv-Krankenschwester aufmerksam geworden sind. Wir werden höchst wahrscheinlich für einen Einsatz in Afrika spenden, wo ein Ärzteteam unentgeltlich operiert.“

Die Kunden des Alternativladens sind einerseits Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben und sich freuen, äußerst preiswert einkaufen zu können. Andererseits sind es Liebhaber von alten Sachen, die gerne zum Stöbern kommen und immer wieder ein Schätzchen finden.

Geöffnet ist der Alternativladen wieder ab dem 1. September, dann weiterhin jeden Dienstag und Freitag von 9 bis 11.30 und von 15.30 bis 18 Uhr. Am 17. September wird das Jubiläum gefeiert. Bürgermeister Jorma Klauss hat die Schirmherrschaft übernommen. Zwischen 15.30 und 18 Uhr ist das Evangelische Gemeindehaus offen für jedermann. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie eine Modenschau mit Sachen aus dem Laden. Außerdem kann man an einem „Schätzchentisch“ ausgefallene Dinge, Dekoration und Hausrat, finden. Und natürlich werden Infos und Gespräche angeboten.

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