Alter Fichtenbestand macht Platz für den Nachwuchs

Von: P. St.
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Noch haben die mächtigen Fichten ihren Platz im Mückenloch: Gemeindeförster Wolfgang Klubert (l.) und Bürgermeister Manfred Eis betrachten vor Beginn des Einschlags noch einmal die über 100-jährigen Fichten zwischen Mulartshütte und Zweifall im Roetgener Gemeindewaldes aus der Nähe. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Der hochtourige Klang der Kettensäge wird in den nächsten Wochen die Geräuschkulisse im Mückenloch bestimmen. Hier ist die Zeit ist reif für einen 105-jährigen Fichtenbestand im Gemeindewald Roetgen. Die Abteilung 90 im Vichtbachtal zwischen Mulartshütte und Zweifall wird massiv ihr Gesicht verändern.

Denn der alte Bestand mit bis zu 45 Meter hohen Fichten macht Platz für eine naturnahe Entwicklung im romantischen Bachtal und gibt dem Nachwuchs, ganz wie die Natur es einrichtet, eine Chance, Zwischen dem Ufer der Vicht und dem in gut 100 Meter entfernten Waldweg wird in den kommenden beiden Jahren ein stattlicher Bestand gefällt.

Die forstwirtschaftliche Maßnahme der Gemeinde Roetgen ist von langer Hand geplant und mit den Fachbehörden abgestimmt. Da aber zuletzt die im Nationalpark Eifel ohne Vorwarnung der Öffentlichkeit vorgenommene Kahlschlagmaßnahme emotionale Diskussionen auslöste, möchte die Gemeinde Roetgen einen anderen Weg gehen und mögliche Bedenkenträger von Sinn und Notwendigkeit dieses forstwirtschaftlichen Eingriffs überzeugen.

In der 7,5 Hektar umfassenden Waldfläche der Abteilung 90 unmittelbar entlang der Landstraße wurde bereits vor sieben Jahren mit der Renaturierung begonnen, Was aus dem ehemaligen Bestand geworden ist, kann man am Parkplatz Mückenloch unmittelbar an der Grenze zum Stolberger Stadtwald in Augenschein nehmen. Eine natürliche bachbegleitende Vegetation, bestehend aus Erlen, Birken, Hainsimsen, Stieleichen und Bergahorn hat hier längst die Monokultur abgelöst.

Die Waldumwandlung der noch verbliebenen 3,5 Hektar Altfichten wird seit dieser Woche in Richtung ATG-Gelände fortgesetzt. In diesem Jahr nimmt sich Gemeindeförster Wolfgang Klubert eine zwei Hektar große Fläche vor, im kommenden Jahr folgen dann die restlichen 1,5 Hektar bis an die Grenze des Campingplatzes Mulartshütte. Die Maßnahme sei unter „naturschutzrechtlichen und forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten“ mit dem Forstamt Hürtgenwald abgestimmt worden, betont der Gemeindeförster. Wolfgang Klubert staunt trotz des hohen Alters der Fichten über deren noch einwandfreie Qualität der Ertragsklasse A.

Abgesehen davon, dass die Gemeinde mit dieser Maßnahme stattliche 380.000 Ökopunkte erwirtschaftet, wird unter dem Strich auch für den Forsthaushalt ein Reinerlös von rund 100.000 Euro für die erwarteten 1500 Festmeter Holz verbucht werden. Die Holzpreise befinden sich nach wie vor auf einem hohen Niveau, so dass Klubert nun den idealen Zeitpunkt sieht, um den ohnehin geplanten Hieb des Altbestandes vorzunehmen.

Da wegen des Umfangs der insgesamt rund 700 Großbäume im ersten Abschnitt der Maßnahme eine Holzerntemaschine nur begrenzt eingesetzt werden kann, werden die mächtigen Fichten von Hand gefällt. „Fichten dieser Dimension sind eine Seltenheit. Das ist schon eine große Nummer für den Gemeindewald“, weiß Klubert.

Bis nach Karneval sollen alle Bäume am Boden liegen, danach findet bis Ostern das große Aufräumen und Aufarbeiten statt. Das Astwerk wird als Wall aufgeschichtet und verbleibt vor Ort. In einigen Jahren, da ist sich der Gemeindeförster sicher, wird hier niemand mehr die Fichten vermissen.

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