Altenpflegeschule soll ausgebaut werden

Von: Udo Kals
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Große Nachfrage: Jetzt soll die Ausbildungskapazität des Fachseminars für Altenpflege vergrößert werden. Ob dies am Standort in Würselen geschehen wird, wird derzeit geprüft. Foto: Wolfgang Sevenich

Aachen/Würselen. Die Politik in der Städteregion hat die Zeichen der Zeit erkannt: Vor dem Hintergrund des sich immer weiter verschärfenden Mangels an Fachkräften in der Altenpflege sehen sowohl SPD als auch Schwarz-Grün dringenden Handlungsbedarf und sprechen sich dafür aus, die Ausbildungskapazitäten der Altenpflegeschule des Amtes für Altenarbeit möglichst auszubauen.

Mit diesem Vorschlag rennen die Politiker bei der Verwaltung offene Türen ein. Und so sagt Sozialdezernent Günther Schabram: „Das Ziel ist klar. Doch wir müssen sehen, was wir realistischerweise umsetzen können.” Schließlich steht der städteregionale Haushalt unter einem Spardiktat. Zudem platzt das in Würselen beheimatete Amt jetzt schon aus allen Nähten.

Die Verwaltung prüft daher verschiedene Varianten, wo und in welchem Umfang die Kapazitäten bereits für das Schuljahr 2011/12 aufgestockt werden können. Dabei betont Schabram, dass es unerlässlich sei, mindestens einen dritten Ausbildungskurs für die dreijährige Ausbildung dauerhaft zu etablieren. Ein vierter Kurs sei wünschenswert.

Diese zu füllen, wäre ein Leichtes, meint Amtsleiter Heinz Müller: „Der Zuspruch ist ungebrochen. Bei uns bewerben sich jedes Jahr 200 Leute”, sagt Müller und macht für den derzeitige Ausbildungsengpass eine Rechnung auf: Mehr als 130 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen gebe es in der Städteregion, sagt der Leiter des Amtes für Altenarbeit der Städteregion. Doch das in Würselen beheimatete Fachseminar bilde derzeit in der Regel pro Jahr zwei Kurse mit je maximal 28 Teilnehmern zu examinierten Altenpflegern aus. Nehme man die beiden anderen Ausbildungsstätten - das Aachener Lourdesheim und die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) - hinzu, verdoppele sich die Zahl zwar. „Aber das reicht rein rechnerisch noch immer nicht, um für jede Einrichtung eine qualifizierte Arbeitskraft pro Jahr auszubilden.”

Damit sich das ändern kann, müsse vor allem die räumliche Situation angepackt werden, sagt Schabram, der einen Neubau ausschließt: „Das ist viel zu teuer.” Realistischer ist da schon, dass die Bereiche Fort- und Weiterbildung ausgelagert werden und das komplette Gebäude im Schatten des Medizinischen Zentrums (MZ) von der Pflegeschule genutzt werden wird. Möglich sei auch, dass ein Gebäude an einem anderen Standort für das Ausbildungsseminar gemietet wird. „Überall werden Schulen geschlossen, wieso sollte ein frei werdendes Gebäude nicht genutzt werden”, sagt Schabram. „Wichtig ist”, betont Amtsleiter Müller, „dass die Pflegeschule an einem Standort zusammenbleibt.”

Geeignetes Lehrpersonal zu finden, sei zwar inzwischen schwierig, sagt Schabram, aber machbar. Und er ist hoffnungsfroh, dass das Land seinen Segen für die Ausbaupläne gibt. Denn es heißt im rot-grünen Koalitionsvertrag: „Wir brauchen ausreichend Fachpersonal in der Pflege. Deshalb wollen wir dafür sorgen, dass die Zahl der Ausbildungsplätze in der Pflege erhöht wird.” Bis zur Pflegekonferenz am 30. November sollen für die Städteregion Pläne vorliegen.
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