Alte Volksschule: Wann endet der Dornröschenschlaf?

Von: Julia Bäumler
Letzte Aktualisierung:
6304098.jpg
Stillstand im Rosenthal: Mal sollte aus der alten Volksschule ein Zentrum für Kunst, Kultur und Natur werden, dann war ein Luxus-Hotel geplant. Passiert ist bisher nichts. Foto: Julia Bäumler
6304110.jpg
Da waren Freude und Zuversicht noch groß: Die Pläne für das Hotel im Rosenthal wurden im März 2007 auch auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellt. Foto: Archiv/Stollenwerk

Monschau. Fast 87 Jahre liegt es zurück, dass die alte Volksschule im Rosenthal eingeweiht wurde. Heute hat das Gebäude als Schule längst ausgedient und immer wieder taucht die Frage auf: „Was passiert eigentlich mit der alten Schule?“

Besonders Ortsvorsteher Georg Kaulen sind solche Äußerungen nicht unbekannt. Gerade vielen älteren Monschauer Bürgern, die selbst noch zu den Schülern der Schule zählten, falle der Anblick der leerstehenden Schule schwer, weiß der Ortsvorsteher. Denn momentan wird die Schule nicht genutzt. Auch eine Sanierung hat noch nicht stattgefunden, lediglich der Auflage der statischen Sicherung kam der Besitzer nach. „Die Bürger bedauern den Zustand der alten Schule. Teilweise wird es sogar als sogar als Schande empfunden, weil nichts passiert. Das Problem an der Sache ist aber, dass die Schule nun mal verkauft ist“, erklärt Georg Kaulen.

Viele Pläne

Dabei wurde schon allerlei geplant, was mit dem alten roten Gebäude geschehen könnte. 2005 kam die Idee auf, aus der alten Volksschule „Das andere rote Haus“ werden zu lassen – ein neues Zentrum für Kunst, Kultur und Natur, aber auch als ein Ort für Wohnung und Atelier eines Stipendiaten.

Zwei Jahre später war die Idee auch schon wieder verworfen und eine neue bahnte sich an: ein Luxushotel im Rosenthal. „Das Ziel ist klar zu sehen“, sagte zu diesem Zeitpunkt noch der damals amtierende Bürgermeister Theo Steinröx. Nach den damaligen Plänen sollte 2008 mit dem Bau begonnen werden, die Eröffnung war für 2009 vorgesehen. Die alte Schule sollte als Nebengebäude für das Personal genutzt werden. Man erwartete mit 200 bis 300 Zimmern im Großhotel 60.000 Übernachtungsgäste mehr im Jahr. Der Investor hinter der ganzen Sache war die niederländische Investorengruppe „Snippe Projecten BV“ mit Sitz in Amsterdam. Bald sollten Verträge abgeschlossen werden, und das Projekt wurde schon auf der Immobilienmesse in Cannes (Frankreich) vorgestellt, ebenso auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin. Sogar nach einem Betreiber wurde sich schon sorgfältig umgesehen. Ein Jahr später, also 2008, begann dann anstatt der großen Bauarbeiten der große Stillstand. Grund dafür sei die Finanzkrise gewesen, erinnert sich Hermann Mertens, allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin.

Vier Jahre später ist im Rosenthal weder ein Kulturhaus, noch ein großes Hotel der Vier-Stern-Plus-Kategorie entstanden, dort steht immer noch eine sanierungsbedürftige Schule. „Im Moment sieht es so aus, als wäre der Investor ein bisschen eingeschlafen“, stellt Werner Krickel von der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen (AMU) fest. „Man kann den Investoren nicht in den Kopf gucken. Das Problem ist daher, dass man wenig tun kann, weil man die Investoren ja nicht fassen kann“, sagt er. Dennoch sieht Krickel nicht ganz schwarz: „Wir haben viele andere Bereiche, wo durchaus was passiert, es gibt nicht nur die negativen.“

Trotzdem hätte aus Sicht der Unternehmen das Hotel eine Bewegung bringen können, ist sich Krickel sicher. Jedoch ist er der Meinung: „Leerstand gibt es überall in der Bundesrepublik und in Europa. Deshalb sollte man nicht nur schwarz sehen.“ Langsam scheint das Projekt Rosenthal doch wieder ins Rollen zu kommen. Zunächst sei es wichtig, dass jetzt Sicherheitsmaßnahmen auf dem ehemaligen RWE-Betriebsgelände vorgenommen würden, so dass keine Gefahr mehr von dem Gebäude im Rosenthal ausgehe, erklärt Hermann Mertens. Zudem ergänzt die Bürgermeisterin Margareta Ritter, dass im neuen Städtebauförderantrag für 2014 bis 2018 die Konzeption und die Grundsanierung der alten Volksschule mit veranlagt war. Das Land habe dies jedoch nicht bewilligt, da das Gebäude einer privaten Nutzung unterliege, und daher nicht gefördert würde.

Eine ganz neue Idee und damit sogleich Projekt Nummer drei hat jetzt Freek Suringh, Geschäftsführer des Carat-Hotels Monschau, in den Raum geworfen. Er hat Snippe ein neues Betreiberkonzept vorgelegt. Da seiner Meinung nach ein solches Hotel in Monschau keine Chance habe, schlägt er vor, Ferienwohnungen in Form von Appartementkomplexen zu errichten. Hier sollen besonders Wanderer und Naturliebhaber angesprochen werden. Nach seinem Plan soll die Anlage dann auf dem alten RWE-Gelände entstehen. Die alte Schule könne man als Zentrumsgebäude nutzen, mit einer Rezeption, Verwaltung und Räumen für das Personal, erklärt der Hotelbetreiber sein Konzept. Er sieht im Bereich Ferienwohnungen noch viel Potenzial. Snippe habe sich allerdings bisher noch nicht dazu geäußert, sagt Suringh.

Investor antwortet nicht

Trotz mehrfacher Anfrage unserer Zeitung hat sich die Investorengruppe „Snippe Projecten BV“ nicht zu ihrem Projekt in Monschau geäußert. Das Vier-Sterne-Plus-Hotel erscheint allerdings immer noch auf ihrer Internetseite unter der Kategorie „Planned Projects“ (geplante Projekte), mit Fertigstellung 2009. Freek Suringh scheint, was die Lage im Rosenthal angeht, jedoch zuversichtlich zu sein. Bleibt abzuwarten, ob das dritte Projekt im Monschauer Rosenthal Erfolg haben wird. Freek Suringh: „Dann hoffen wir mal, dass da was passiert.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert