Alte Vennbahn-Trasse wird zum Radweg

Von: rpa
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Bald sind Schienen und Schwellen der alten Vennbahntrasse ausgebaut (wie hier in Roetgen am Übergang an der B258, Bereich Bahnhof). Dann beginnen die Bauarbeiten für den Radweg Vennbahn-Route. Foto: R. Palm

Simmerath. Eine Radtour auf der alten Trasse der Vennbahn soll zu einem großen Fahrvergnügen werden: Der neue Radweg, die Vennbahn-Route, führt weit ab von Straßen durch eine attraktive Wald- und Wiesenlandschaft, und das bei einer maximalen Steigung von zwei Prozent. Die Vennbahn-Route ist aber auch für Wanderer offen, im Winter kann sie von den Anrainer-Kommunen als Loipe für die Skiläufer hergerichtet werden.

Mit den Bauarbeiten an diesem neuen Radweg soll es bald losgehen, wie Manfred Strang von der Städteregion Aachen im Simmerather Struktur- und Hochbauausschuss ankündigte. Er erläuterte dem Ausschuss den „Stand der Dinge” und nannte das Ziel des Projektes, das insgesamt auf 11,2 Millionen Euro veranschlagt ist: ein Top-Radweg in der „Wanderregion Europa” im Bereich Luxemburg, Holland und Belgien.

Und ein gutes Stück weit, insgesamt 28,5 Kilometer, führt dieser durch die Städteregion Aachen, davon 4,2 km im Bereich der Gemeinde Simmerath und etwa 12 km im Bereich der Stadt Monschau. Mit 130 Kilometern wird die Vennbahn-Route, so Manfred Strang, der „längste Radweg Europas auf einer stillgelegten Bahntrasse”.

Derzeit wird die Strecke vermessen, den Auftrag dazu hat das Ingenieur-Büro Roder aus Höfen. Eine Firma aus Euskirchen ist dabei, die Gleise und die Trasse von Gestrüpp und Büschen zu befreien. Die Maschinen dazu waren zuletzt am Bahnhof in Konzen stationiert. Die Arbeiten sollen bis Ende März erledigt sein, sofern das Wetter ein zügiges Arbeiten zulässt.

Der strenge und schneereiche Winter ist der Grund dafür, das die Arbeiten in den vergangenen Wochen vielfach ruhen mussten. Eine andere Firma ist dabei, Schwellen und Schienen abzubauen.

Zunächst sollten die Arbeiten an der Gleisanlage bis Ende März erledigt, nun sollen Gleise und Schwellen bis Ende April abgebaut sein. Dann soll mit den Bauarbeiten begonnen werden - zunächst im nördlichen Bereich zwischen Raeren in Höhe der „Himmelsleiter” an der B 258 und dem Bahnhof in Lammersdorf. Dieses Teilstück ist 13 Kilometer lang. Querungshilfen sind am Grenzweg und im Bereich Kämpchen erforderlich. Im nächsten Jahr soll dann der Radweg zwischen Lammersdorf und Kalterherberg (15,5 km) ausgebaut werden.

Belgisches Hohheitsgebiet

Der Radweg soll, so berichtete Manfred Strang im Ausschuss, zwischen zweieinhalb und drei Meter breit werden. Als Belag ist Asphalt geplant, der Antrag dazu wurde bei den zuständigen belgischen Behörden gestellt.

Die gesamte Trasse der Vennbahn-Route ist und bleibt belgisches Hoheitsgebiet, wie Manfred Strang ausführte. Das Projekt ist insgesamt auf 11,2 Millionen Euro veranschlagt, auf die Städteregion Aachen entfallen dabei 6,38 Millionen Euro. Die 4,2 km lange Strecke im Bereich der Gemeinde Simmerath kostet rund 920.000 Euro, die Gemeinde Simmerath hat sich verpflichtet, anteilige Kosten von etwa 92.000 Euro (10 Prozent) aufzubringen.

Zum Service entlang der Route gehören auch Rastplätze und Info-Tafeln. Dabei wird der Rastplatz am Bahnhof in Lammersdorf, so Manfred Strang, mit Bänken und einem Tisch eher spartanisch ausfallen. Um die Vennbahn-Route zu bewerben und zu vermarkten, wird ein Internet-Portal eingerichtet, vorgesehen sind zudem auch Flyer. Geplant ist ein Einweihungsfest, ein Termin steht allerdings noch nicht fest.

Im Ausschuss zeigten sich die Sprecher der Fraktionen begeistert für den neuen Radweg auf der alten Vennbahntrasse, der auch von Inlineskatern und Rollstuhlfahrern genutzt werden kann. „Das Projekt nützt uns wirklich”, ist Hermann-Josef Bongard (FDP) überzeugt, er verwies dabei auf das Bauernmuseum in Lammersdorf als „zentralen Verknüpfungspunkt”. Allerdings habe die Gemeinde „noch viel zu tun”.

Verbindung zum Rursee

Aufgabe der Gemeinde ist es, so erläuterte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, die Radwege im Gemeindegebiet an die „Vennbahn-Route” anzuschließen, dazu gehöre auch eine Verbindung zum Rursee. „Wir müssen uns noch Gedanken darüber machen, wie das Highlight stärker genutzt werden kann.”
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