Erftstadt-Gymnich - Als „Männlein“ Mathar mit dem Panzer schoss

Als „Männlein“ Mathar mit dem Panzer schoss

Von: kh
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„Männlein“ Mathar mit Frau Hannelore beim Krätzjes-Abend in Erftstadt-Gymnich. Foto: TransMedia Erftstadt

Erftstadt-Gymnich. Auf Einladung der Kolpingfamilie erzählte der in Gymnich als „Männlein“ Mathar bekannte Kölner Grafiker und Designer Franz Mathar aus seinem Leben in Monschau, Gymnich und eben Köln. Der Saal im Pfarrzentrum war gut besetzt und mancher der Anwesenden erinnerte sich noch gut an die Nachkriegszeit, wo der Referent mit ortsansässigen Bürschchen zusammen im Dorf Spuren in der Art von „Max und Moritz“ hinterlassen haben muss.

Pünktlich um 19.30 Uhr begrüßte Ludwig Schlömer als Vertreter der Kolpingfamilie den Gast, der zusammen mit seiner Frau aus Köln gekommen war. Franz Mathar ist in Monschau geboren, wo die Familie in der Eschbachstraße wohnte. Vater Ludwig war reputierter Heimatdichter und Schriftsteller des Eifeler Landes. Nach seinem Studium zog er zum Broterwerb als Gymnasiallehrer von Monschau nach Köln, wo er mit der Familie im Krieg ausgebombt wurde und von 1944 bis 1951 in Gymnich wohnte. Man ging danach wieder nach Köln, dann aber 1956 wieder zurück in die erste Heimat, Monschau, der Stadt, die ihren größten Sohn zum Ehrenbürger ernannt hatte.

Thema des Vortrags von Franz Mathar war die Rest- und Nachkriegszeit in Gymnich zwischen 1944 und 1951. Viele ländliche Erlebnisse – mit durchgehenden Pferden oder Balance-Akten auf Dächern – prägten ihn, wie Mathar sich gerne erinnert, für sein Leben. Die Zeit des Tauschhandels und Maggelns in den Jahren bis zur Einführung der Deutschen Mark erstand vor den Augen und in der Erinnerung der Zuhörer, als „Männlein“ Mathar erzählte, was er so im Dorf getrieben hat.

Der Knaller war aber eigentlich die Aktion, bei der der Junge sich in einen auf dem Kirchplatz stehenden Panzer geschlichen hatte und mal so an allen Hebeln und Knöpfen ausprobieren wollte, was passieren würde, wenn man sie betätigte. Dass dann aber die Kanone losging und eine Granate in das Kirchendach ein Loch riss, das kam dem Bürschchen doch auch zu überraschend. Zum Glück hatten die Gymnicher damals den Pfarrer Kaiser, der auch im Umgang mit weltlichem Handwerkszeug einen außerordentlich guten Ruf genoss.

Unter dem Beifall der Zuhörer gab er denn noch zwei eigene Gedichte in Kölsch – der einzigen Sprache, die man trinken kann – zum besten: „Et Jlöck“ und „En Bien em Bier“. Das Insekt findet schließlich seinen süßen Tod im köstlichen Getränk. Wie der Gerstensaft dann auch ein großes Thema in seinem Leben werden sollte. Er gilt als Vater der Brauhauswanderwege, die in Köln von Kneipe zu Kneipe führen. Zu dem Thema gibt es Bücher und CDs gestaltet vom Grafik-Designer aus der Eifel.

Nach Abschluss seiner Schulkarriere besuchte Franz Mathar die Werkkunstschulen in Köln und studierte einige Semester in Brüssel. Als er seine Diplome hatte, begann er eine berufliche Laufbahn beim WDR im 3. Programm unter Werner Höfer. Zeichnungen – Inserts – blendeten die Sender zwischen Ansagen und Program ein. Alle von Hand gestaltet – von Franz Mathar und den vielen Zuschauern noch bekannten Pit Flick, der auch Anfang der 60er auch für die Sportschau arbeitete.

Heute wohnt er mit seiner Frau Hannelore, einem Monschauer Mädchen, in Köln und gestaltet gelegentlich – immer noch wie früher – Bierdeckel mit seiner besonderen Handschrift, die dem beliebten Getränk im Glas als Unterlage dienen. Da kann man doch sagen: Hopfen und Malz sind noch nicht verloren.

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