Aachen - Alle drei Jahre ein Schritt zum Ziel

Alle drei Jahre ein Schritt zum Ziel

Von: Benjamin Jansen
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Super-Azubi als „Welt Bessermacher”: Misereor-Veranstaltungskaufmann Nils Klersy hat seine Ausbildung mit dem besten Ergebnis bundesweit abgeschlossen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die wichtigsten beruflichen Etappen hat Nils Klersy im Drei-Jahres-Rhythmus zurückgelegt. Mit 15 war er Praktikant, mit 18 Azubi und mit 21 ist er fertig ausgebildeter Veranstaltungskaufmann. Dabei gab es eine Konstante, die sich im Laufe der Jahre nie verändert hat: sein Arbeitgeber.

„In der neunten Klasse habe ich ein dreiwöchiges Schülerpraktikum bei Misereor gemacht, das mir mein Nachbar vermittelt hat. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen hat so viel Spaß gemacht, dass ich es schade fand, als es vorbei war”, erinnert sich Klersy. Was er damals nicht wusste: Das Praktikum war nur der erste Teil in der Miseror-Klersy-Geschichte.

Die Chance, auf die er gewartet hatte

Denn drei Jahre später, just in dem Monat, als der Stolberger sein Abschlusszeugnis von der Höheren Handelsschule in der Tasche hatte, schrieb das Bischöfliche Hilfswerk in Aachen eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann aus - genau die Chance, auf die Klersy gewartet hatte.

„Vorher wurde bei Misereor nur eine Ausbildung zum Bürokaufmann angeboten, was für mich nie zur Debatte stand”, sagt der 21-Jährige, der seine Vorliebe für das Veranstaltungswesen früh entdeckt hat.

Mit Ehrgeiz und einer großen Portion Leichtigkeit schloss er im Juli seine Ausbildung ab - „völlig überraschend mit der Bestnote”. 97 Prozent erzielte Klersy bei der Abschlussprüfung - ein Rekordwert, der keinem anderen Veranstaltungskaufmann-Azubi gelang. „Eigentlich wollte ich meine Ausbildung nur gut abschließen. Das es so gekommen ist, hat mich riesig gefreut”, sagt der Stolberger.

Da Klersy landesweit das beste Ergebnis erreicht hat, wurde er im Oktober von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Bielefeld ausgezeichnet. Doch auch nach Veröffentlichung der bundesweiten Statistiken stand fest, dass keiner der 2365 Azubis in seinem Fach besser war. Deshalb darf er auch zur bundesweiten Bestenehrung der IHK, die am 13. Dezember im Maritim Hotel Berlin stattfindet, reisen.

„Bei der NRW-Ehrung ist einem bewusst geworden, was man wirklich geleistet hat. Viel wichtiger als der sehr gute Abschluss war für mich aber ohnehin, dass ich übernommen wurde”, misst der 21-Jährige seinem Übernahmevertrag bei Misereor eine noch größere Bedeutung bei.

Aber passt es wirklich zusammen, ein 21-Jähriger und eine katholische Einrichtung? „Diese Frage wird mir häufig gestellt. Gerade bei Menschen in meinem Alter wird diese Kombination sehr negativ gesehen”, berichtet Klersy.

Ein Rädchen greift ins andere

Er selbst gerät dagegen vollends ins Schwärmen, wenn er von seinem „super spannenden und vielseitigen Beruf” spricht. Klersy reist quer durch die Republik, organisiert Pressekonferenzen und Fachtagungen und bringt viele Menschen zusammen. Oder wie er selbst es beschreibt: „Man muss gucken, dass ein Rädchen ins andere greift.” Ein Leben ohne Misereor kann sich Klersy heute nicht mehr vorstellen. „Die Art der Menschen die hier arbeiten, hat mich sehr geprägt”, sagt der 21-Jährige. Dafür nimmt das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg auch das Pendeln mit der Euregiobahn in Kauf.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Was kommt 2013, der nächsten Folge im Dreijahres-Rhythmus? „Vielleicht gehe ich noch studieren. Weiterbilden werde ich mich auf jeden Fall”, kündigt Nils Klersy an.

Zwei aus Aachen

Zum fünften Mal zeichnet die IHK die besten Azubis Deutschlands aus. Mit dabei sind auch acht Azubis der Bezirkskammer Aachen, zwei davon sind bei einem Aachener Betrieb angestllt.

Nils Klersy (Veranstaltungskaufmann, Misereor Aachen) ist der zweite, den die „Nachrichten” vorstellen. Am 17. November erschien das Porträt von Matthias Werner (Philips Aachen).

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