Alemannia-Trikot bringt Geld

Von: hes
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Winnie Bauer (li.) und TuS-Geschäftsführer Marco Claßen übergaben Ingrid Frank den durch Spenden aufgestockten Erlös der Trikot-Versteigerung. Foto: Heiner Schepp

Imgenbroich/Mützenich. Bissig könnte man sagen, dass ein Trikot des Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen keinen sonderlich hohen Wert hat - angesichts der Finanzkrise bei den Kaiserstädtern.

Für die Monschauer Tafel jedoch war ein einziges Leibchen der Schwarz-Gelben jetzt immerhin 400 Euro wert, die der Verein gut brauchen kann bei der Erfüllung seiner sozialen Aufgaben. Die Idee zu der nicht alltäglichen Spendenaktion kam Winnie Bauer aus Mützenich beim Kameradschaftsabend „seines” TuS Mützenich, als dort eben dieses Original Alemannia-Trikot mit den Unterschriften aller Spieler versteigert wurde.

„Das Bieten verlief etwas schleppend”, erinnert sich Bauer und versuchte bei der Versteigerung den Preis hochzutreiben. Schließlich erhielt er mit 105 Euro den Zuschlag und war stolzer Besitzer des Trikots.

Nicht weil er selbst von Herzen Schalke-Anhänger ist, sondern weil er die Idee hatte, mit dem Trikot noch etwas mehr Geld für einen guten Zweck machen zu können, bot er das schwarz-gelbe Shirt bei der Internet-Auktionsbörse an, und hier wechselte es den Besitzer für 71 Euro.

Winnie Bauer, der in Mützenich ein kleines IT-Unternehmen leitet, stockte den Erlös aus der Firmenkasse auf 250 Euro auf und konnte schließlich auch den TuS Mützenich begeistern, noch 150 Euro draufzulegen.

Und so übergaben Bauer und TuS-Geschäftsführer Marco Claßen jetzt 400 Euro an Ingrid Frank von der Monschauer Tafel und erfuhren aus erster Hand und ganz konkret, wie gut ihre Hilfe ankommt.

„Die Betriebskosten unserer Einrichtung sind überwiegend durch Dauerspenden abgedeckt; mit solch schönen Einzelspenden können wir dann kleine ÈExtrasÇ finanzieren und beispielsweise besondere Dinge für die vielen Kinder tun, die uns als bedürftig gemeldet sind”, so Ingrid Frank. So könnten von der Spende aus Mützenich Schulhefte, Bücher und Stifte gekauft und an die Kinder verschenkt werden, deren Eltern sich häufig den Schulbedarf nicht leisten können.

Über 200 Kinder sind unter den insgesamt derzeit gemeldeten 553 Personen, deren Bedürftigkeit durch Arge, Sozialamt oder Schuldnerberatung der Caritas offiziell bestätigt ist. Sie leben in 242 Bedarfsgemeinschaften und kommen aus dem gesamten Raum Monschau, Simmerath und Roetgen, wie Ingrid Frank zu berichten weiß.

Jeden Samstag ist dann großer Einkaufstag für diese Menschen, „so 200 bis 250 Kunden” drängen jeden Samstag an die Ausgabetheke in der Imgenbroicher Tafel-Unterkunft, wo sie für einen kleinen Obolus die Dinge des täglichen Lebens erhalten.

Überaus großzügig unterstützt wird die Tafel von der Eifeler Geschäftswelt. Die Discounter und Märkte in Imgenbroich beispielsweise geben ausnahmslos ihre Frischware, die das Haltbarkeitsdatum noch nicht erreicht hat, an die Monschauer Tafel ab, auch in Simmerath und Roetgen gibt es viel Unterstützung für den gemeinnützigen Verein, dessen aktuell 32 bis 35 ehrenamtliche Helfer „keinen Cent” für ihre Arbeit bekommen, wie Ingrid Frank versichert. Toll findet die engagierte Frau, dass auch fünf Bäcker ihre ganz frisches Brot für jeden Samstag zur Verfügung stellen.

„Eine tolle Sache”, freuten sich Winnie Bauer und Marco Claßen bei der symbolischen Scheckübergabe, die Tafel bei ihrer Arbeit unterstützen zu können. Denn auch solch kleinere Aktionen sind für Ingrid Frank und ihre Mitarbeiterinnen wertvoll: „Wir freuen uns über jeden Cent!”
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