Roetgen - „Aldi” bevorzugt Standort an der Bundesstraße

„Aldi” bevorzugt Standort an der Bundesstraße

Von: heg
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Roetgen. Dass erneut der Standort Bundesstraße 38 bis 40 (neben dem Discounter Plus) für eine Aldi-Ansiedlung ins Gespräch gekommen ist, bescherte dem Roetgener Bauausschuss eine große Zuhörerkulisse.

Mit knapper Mehrheit wurde nach längerer Diskussion der Beschluss gefasst, für diesen Standort einen „Einleitungsbeschluss” für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Projektentwickler Egon Schreck stellte zu Beginn die Planungen vor. Vor zwei Jahren bereits war ein Antrag für einen Aldi-Markt an dieser Stelle von der schwarz-grünen Ratsmehrheit abgelehnt worden.

Bauausschussvorsitzender Karsten Knoth (SPD) verlas ein Schreiben der Firma Aldi, in dem diese erklärte, dass die vorgelegte Projektplanung ihr „grundsätzliches Interesse” finde. Dem Projekt Faulenbruchstraße (Ecke Bundesstraße) stehe man dagegen skeptisch gegenüber.

Vorgesehen ist eine Verkaufsfläche von ca. 1000 Quadratmetern für den Discounter und ein integrierten Backshop. Das Gebäude soll im hinteren Teil des Grundstücks errichtet werden, zur Bundesstraße vorgelagert sind knapp 100 Stellplätze. Die Anlieferung soll über diesen Parkplatz erfolgen. Grünanpflanzungen zur Wohnbebauung Offermannstraße sollen die Nachbargrundstücke abschirmen.

Die Verwaltung wies darauf hin, dass die Flächen größtenteils innerhalb des ausgewiesenen zentralen Versorgungsbereichs liegen würden und von nach den landesplanerischen Vorgaben wohl unproblematischer als der Standort Faulenbruchstraße sei.

Wie schon vor zwei Jahren sprach sich die Fraktion der Grünen vehement gegen das Projekt aus. Claudia Ellenbeck sah hinsichtlich des Schutzes der Wohnbebauung eindeutige Vorzüge für den Standort Faulenbruchstraße und beurteilte auch die Erweiterung von Edeka in der Rosentalstraße kritisch („Auch dort gibt es Anwohner.”). Sie sah städtebaulich keinen Vorteil gegenüber dem jetzigen Zustand. Zudem sei dies das einzige Grundstück, auf dem sich ein Bushof realisieren lasse.

Auch Helmut Helzle (CDU) sah gegenüber den vor zwei Jahren vorgelegten Planungen keine Verbesserung, deshalb werde die CDU bei ihrer Ablehnung bleiben.

SPD-Fraktionssprecher Klaus Onasch kritisierte die Haltung von Schwarz-Grün. Man solle froh sein, einen Alternativstandort zu erhalten. „Wenn aus der Faulenbruchstraße wieder nichts wird, dann stehen wir da”, erinnerte er daran, dass Aldi die ersten Planungen an dieser Stelle selbst zurückgezogen habe. Zudem bedeute ein Einleitungsbeschluss noch nicht, „dass es wirklich so kommt.”

Für die UWG, die vor zwei Jahren noch nicht im Rat vertreten war, sprach sich Günther Severain für den alternativen Standort Bundesstraße aus. „Welcher Investor Aldi nach Roetgen holt, können wir nicht entscheiden”, sah er die Sache realistisch.

Über die Idee eines Bushof an dieser Stelle konnte sich Bürgermeister Manfred Eis nur wundern: Damit werde die Belastung der Anwohner noch ungleich größer.

Ganz knapp mit sieben Stimmen und einer Enthaltung gegen die sechs schwarz-grünen Stimmen wurde der Einleitungsbeschluss angenommen.
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