Albert Hammond: Ein Hit-Gigant mit Haltbarkeitsgarantie

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
12812499.jpg
Immer in Bewegung: Auch mit 72 Jahren präsentierte sich Albert Hammond bei seinem Konzert auf der Burg Monschau als wahres Energiebündel. Foto: P. Stollenwerk
12812505.jpg
Ein besonderer Moment für einige Leser unserer Zeitung war das Treffen in der Garderobe mit Albert Hammond vor seinem Auftritt auf der Burgbühne.

Monschau. Der Weltbühne wohl ewig haltbarer Popmusik durften sich am Mittwochabend rund 1110 Besucher beim 17. Monschau-Festival ganze nahe fühlen. Für zwei Stunden und ohne Pause schaffte es der frisch und vital wirkende legendäre englische Sänger und Songwriter Albert Hammond, das Publikum zu begeistern und an diesem Abend Weltklasse nach Monschau zu bringen.

Der inzwischen 72-jährige Künstler hat in den 1970er Jahren Hits mit enorm hoher Haltbarkeitsgarantie geschrieben und darf sich ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Popmusikproduzenten dieser Epoche zählen. Auch er selbst trägt die Energie dieser Zeit noch in sich und zeigte auch bei seinem gefeierten Auftritt in Monschau keinerlei Verschleißerscheinungen. Sympathisch, dem Publikum innigst verbunden und ohne jede Allüren brannte Albert Hammond ein Hit-Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht.

„A wonderful place“

„A wonderful place. Let‘s have fun tonight“, eröffnete der fast zierlich wirkende Sänger seine Songbook-Tour 2016 in Monschau. 360 Millionen Platten hat er weltweit verkauft und mindestens 30 Top-Hits für sich und andere Größen der Popmusik abgeliefert. Mit roter Lederjacke, Turnschuhen und Röhrenjeans stiegen Albert Hammond und seine ebenso zuverlässige wie zurückhaltende Band gleich voll ins Programm ein mit den Superhits „Everything I Want To Do“ und „Down By The River.“ Die Auswahl ist schließlich riesig, und die ganz großen Knaller konnte er sich ja noch für das Ende des Konzertes aufsparen.

Als überaus kommunikativ zeigte sich der Künstler, der mit dem Publikum über die Entstehungsgeschichte vieler Hits und die Begegnungen mit vielen großen Künstlern, „mit denen ich das Glück hatte zu arbeiten“, plauderte. So wurde das Konzert auch zu einer Art melodischer Zeitreise durch die Charts der 1970er Jahre, die die musikalische Vielfalt und Schaffenskraft von Albert Hammond frisch und munter wie eh und je erklingen ließen. Für Tina Turner, Joe Cocker, die Hollies oder Julio Iglesias griff er zur Feder. Entsprechend reich ist auch die Anekdotensammlung von Albert Hammond. Der soeben aus New York angereiste Sänger zeigte keinerlei Ermüdungserscheinungen und ließ das Publikum intensiv teilhaben an seiner Erfolgsgeschichte.

Nach anfänglichem Zögern wurde der Mitsing-Faktor beim Publikum immer größer, erst recht als Albert Hammond die Bühne verließ und die Ballade „When You Tell Me That You Love Me“ schmachtend, mitten durch die Zuschauerreihen schritt. Seinen Höhepunkt erlebte das mitreißende Konzert dann am Ende, als Albert Hammond die ganz großen Hits auspackte.

Die großen Hits ausgepackt

„One Moment In Time“, das er für Whitney Houston komponierte, war dann in der Tat ein ganz großer Moment des Konzertes, dem Albert Hammond mit „It Never Rains In Southern California“ und „Free Electric Band“ die in Deutschland damals populärsten Songs folgen ließ. Beim abschließenden „All I Need Is The Air That I Breathe“ spielte der Künstler den Dirigenten, während das Publikum die Arme in den Abendhimmel reckte und vollgetankt mit fantastischer Musik den Heimweg antrat.

Für die passende Einstimmung zum Konzert hatte zuvor die Vorgruppe „Knock on Wood“ aus Bad Münstereifel gesorgt. Mit dem zum Abend passenden 1970er-Jahre-Coversound traf die Gruppe, unterstützt von Gero Körner an der Hammond-B3-Orgel, genau den richtigen Ton. Mit ihrem eingängigen, mehrstimmigen Gesang wäre die Band auch durchaus in der Lage, einen eigenen Konzertabend zu gestalten.

Treffen in der Garderobe

Überaus zugänglich, offen und liebenswert hatte sich Albert Hammond auch bereits vor dem Konzert gezeigt. Einer kleinen Gruppe von Lesern unserer Zeitung war es ermöglicht worden, den Künstler vor dem Konzert kurz für ein „Meet und Greet“ in seiner Garderobe in der Jugendherberge auf der Burg zu treffen. Auch bei dieser Gelegenheit zeigte sich der Weltstar überaus gesprächig und schrieb fleißig Autogramme. Ein ganz besonderer Moment war das Treffen mit Albert Hammond für Bruno („Spargel“) Nellessen aus Rurberg. Der heute 59-Jährige war von 1973 bis 1985 als Discjockey in der Rurberger Diskothek Rustika im Einsatz. Schon als 16-Jähriger legte er damals mit Vorliebe die Platten von Albert Hammond auf, ehe er zu Radio Fantasy nach Roetgen wechselte. Um 1 Uhr nachts war damals Sperrstunde, erzählt Nellessen. „Da war um 19 Uhr, wenn wir öffneten, der Laden schon voll. Das war eine schöne Zeit“, sagte er lachend. „I‘m a Train“ war sein Lieblingshit, und nun war es für den „legendären DJ“ aus der Rustika ein wunderbarer Moment, den Interpreten zu treffen und beim Konzert hautnah zu erleben, „dass auch 40 Jahre später diese Musik die Zeit überdauert hat“.

Mit von der Partie beim Treffen mit Albert Hammond war auch der frühere WDR-2-Moderator Roger Handt, über Jahrzehnte die kompetente Stimme für alle Musik-Nostalgiker. Schnell war er mit dem Künstler im Fachgespräch und die Rede kam auf den Song „Smokey Factory Blues“, auch eine Nummer von Albert Hammond, was Handt nicht wusste. Also änderte Albert Hammond kurz die Playlist für Monschau und nahm den Song spontan mit ins Programm: Noch ein großer Moment dieses unvergesslichen Abends.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert