Aktivcenter für Langzeitarbeitslose über 50 Jahre

Von: sed
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Aachen. Als „Best Ager” werden in der Werbesprache Menschen über 50 Jahre bezeichnet. So modern der Anglizismus daherkommt, so trist sieht oftmals die Wirklichkeit dieser „Best Ager” aus.

Vor allem, wenn sie arbeitslos sind. Für diese Zielgruppe hat die RAG Bildung GmbH im Auftrag der Hartz-IV-Arge in der Städteregion nun ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht: das Aktivcenter 50+. „Wir passen uns mit dem Aktivcenter dem demographischen Wandel an”, sagt Arge-Geschäftsführer Stefan Graaf. „Die Werbung hat die Zielgruppe schon vor Jahren erkannt, mittlerweile wird bei allen Unternehmen auf Generationsfreundlichkeit geachtet.”

Bei der Maßnahme werden Bildungsdefizite aufgearbeitet, Bewerbungsunterlagen geprüft und der individuelle Werdegang reflektiert. Tipps zum äußerem Erscheinungsbild und zur optimalen Strukturierung des Tagesablaufes sollen die Eingliederung vereinfachen. Zusätzlich beschäftigt das Aktivcenter Sozialpädagogen, Psychologen, Therapeuten und Jobcoaches, die sich um die Teilnehmer kümmern.

„Ich war zwei Jahre lang arbeitslos und habe auch einige Maßnahmen mitgemacht”, sagt Konrad Büchling, der in der Schreinerei Tische und Vogelhäuschen herstellt, die im Anschluss auf Basaren verkauft werden, um Geld für neues Baumaterial zu bekommen. „Hier gefallen mir vor allem die abwechslungsreiche Arbeit und die Kameradschaft unter Teilnehmern und Ausbildern.”

Mit dem Eschweiler Pulsa-Institut und dem Kaymakoglu-Euregio-Bildungswerk hat die RAG Partner gefunden, die großes Know-how auf dem Gebiet der Unternehmensberatung und der Betreuung von Arbeitslosen mit Migrationshintergrund mitbringen. Von den rund 4000 Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren in der Städteregion werden jetzt 40 im Aktivcenter betreut. „Die Lage ist dramatisch”, meint Graaf, „doch das Aktivcenter ist ein Schritt in die richtige Richtung.”
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