Aktion „Offene Kirchen” startet im Höfener Gotteshaus

Von: Dr. Josef Schreier
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Die Besucher in der Höfener P
Die Besucher in der Höfener Pfarrkirche konnten dem Oratorium „Die Schöpfung” von Joseph Haydn lauschen und dazu dem zugrundeliegenden Text entlang, der in weiteren Schrifttafeln zu lesen war, den weiten Kirchenraum durchwandern. Foto: Josef Schreier

Höfen. In der Höfener Pfarrkirche startete am Freitagabend die neue Aktion „Offene Kirchen” in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Monschau.

Diese neue Form, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen, ist seit ein paar Jahren auch im Monschauer Land lebendig geworden, hat aber den richtigen Durchbruch wohl noch nicht geschafft.

So muss man sagen, dass auch die Höfener Aktion am Freitag im Verhältnis zur gebotenen Qualität sicher zu wenig Interessenten gefunden hat.

Unverständliche Sprache

Die Idee, die hinter der Aktion steht, ist die Erkenntnis, dass der christliche Glaube im Grunde nichts „Abgeschlossenes” ist. Er ist vielmehr grundsätzlich in der Lage, auf immer wieder neue Situationen und Fragen zu reagieren. Dazu muss freilich das Bewusstsein wachsen, dass die Kirche nicht hinter ihren Mauern abgekapselt ihr eigenes Leben leben sollte - mit einer besonderen, großenteils unverständlichen Sprache und fremdartig gewordenen Ritualen und Formen.

Die Kirche muss im Gegenteil „offen” sein, muss sich dieser ihrer Offenheit aber auch ernstlich bewusst werden.

Dies versucht die Aktion „Offene Kirche” mit inhaltlich immer wieder ansprechendem Erfolg - auch in den Monschauer Gemeinden. Gerade in Höfen bemüht sich Johanna Langer als örtliche Initiatorin mit einigen eifrigen Helfern schon seit langem, Installationen mit Musik, Text und Licht zu besonders anspruchsvollen Glaubensthemen auszuarbeiten. Diesmal war es das Thema „Schöpfung”. Gerade in dieser Hinsicht findet sich die überlieferte Glaubensmeinung in mancher Weise mit heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Gegensatz.

So konnten sich die Besucher der Höfener Offenen Kirche zunächst einmal auf Schrifttafeln darüber informieren, wie die biblischen Schöpfungsberichte aufgebaut sind und was sie eigentlich aussagen wollen.

Dann ging es aber darum, das, was „Schöpfung” bedeutet anhand eines musikalischen Werks und seines Textes gleichsam durchzumeditieren. Die Besucher konnten dem Oratorium „Die Schöpfung” von Joseph Haydn lauschen und dazu dem zugrundeliegenden Text entlang, der in weiteren Schrifttafeln zu lesen war, den weiten Kirchenraum durchwandern. Zum Text konnten ausdrucksstarke Fotografien und Bildreproduktionen betrachtet werden.

Haydns Werk geht die Schöpfungsgeschichte, wie sie die Bibel erzählt, eigenständig betrachtend durch. Er versucht so, dem bereits Bekannten oder allzu Bekannten neue und innerlich ansprechende Seiten abzugewinnen.

Freilich ist seine Deutung der Schöpfung für heutiges Empfinden allzu optimistisch. So heißt es etwa typischerweise in einer Arie, die von der Erschaffung der Vögel handelt, dass die Nachtigallen „zur Klage noch nicht gestimmt waren”.

Tatsächlich ist in dem ganzen Werk von dem biblischen Sündenfall gar nicht die Rede, betont dafür umso stärker, wie dankbar der Mensch sein sollte für die von Gott als vollendet geschaffene Welt.

Dass dies auch die Botschaft des ganzen Höfener Abends war, verdeutlichte die letzte Schrifttafel, die den Betrachter mahnte: „Von Gewalt, Ausbeutung und Ausplünderung sagte Gott nichts.”

Der nächste Abend der Aktion „Offene Kirche” der GdG Monschau findet am nächsten Freitag von 19 bis 21 Uhr in der Pfarrkirche in Rohren statt.
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