Äußerst milder Winterauftakt

Von: kjl
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Kaum Wintergefühle liefern bisher die Wintermonate. Auch der Dezember 2013 war ungewöhnlich mild. Das Bild auf dem Modellflugplatz Simmerath aus den ersten Januartagen 2014 erinnert eher an luftige Frühlingstage. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Jeder hat es gespürt, der Winterauftakt war im Dezember außergewöhnlich und diese Wetterlage hält zurzeit auch noch an. Mit durchschnittlich plus 5,6 Grad (Raum Aachen) war der Dezember 2013 einer der zehn wärmsten seit Messbeginn 1937.

Ruhig und trocken begonnen

Auch die Mittelwerte im Raum Monschau (2,6 Grad in Kalterherberg und 4,2 Grad in Roetgen) lagen 2,8 Grad über dem Mittelwert 1981-2010. Und dabei begann die Adventszeit so ruhig und trocken, bevor Orkan „Xaver“ am Nikolausabend über die Eifelregion hinwegbrauste. Es sollte der Auftakt für eine ganze Serie von Sturmtiefs sein.

Am 5. Dezember wurden die schlimmsten Böen im Nordkreis zwischen Aachen, Düren und Zülpich gemessen mit 93-96 km/h. Zu Heiligabend stürmte dann Orkan „Dirk“ ganz unromantisch mit 95-107 km/h über die Höhengebiete des Nationalparks und der Nordeifel. Vom 6.-13. Dezember gab es einen schüchternen Versuch des Winters in der Eifel Fuß zu fassen. Mehr als 1 cm Schneedecke in höchsten Lagen wurde dabei nicht gemessen. So wenig Schnee gab es zuletzt im Dezember 2006 und 2002. Rasch wurde es in der Folgezeit wieder milder und zu Weihnachten wurden 14 Grad in Stolberg gemessen. Der wärmste Tag des Monats war aber der 17. Dezember mit einem Spitzenwert von 14,6 Grad in Alsdorf-Warden. Der Dezemberrekord von 17,6 Grad in Aachen wurde übrigens bei Föhn am 4.12.1953 gemessen.

Die niedrigsten Dezemberwerte waren kaum der Rede wert, da eine Schneedecke fehlte. Über Raureif wurde in Höfen am 13. des Monats ein Minimum von -6,2 Grad abgelesen. Am Erdboden waren es in Kalterherberg -8,2 Grad (3. Dezember). Die geringe Zahl von nur sechs Frostnächten im Roetgen und 17 in Höfen trug sicherlich zu einer günstigen Heizkostenrechnung bei und bis Mitte Januar wird sich daran kaum was ändern.

Luft ausgetrocknet

Milde Luft steht im Winter oft in Verbindung mit atlantischen Tiefs und reichlich Regen. Das war diesmal ganz anders. Der stramme Südwind erzeugte föhnartige Winde und trocknete vor allem die Nord- und Ostseiten der Eifel ungewöhnlich stark aus. Die niedrigsten Regensummen meldeten folgende Orte: Rurberg 37 l/qm, sowie der Raum Aachen mit 50 l/qm. Im Wolkenstau von Simmerath über Mützenich bis Mont Rigi fielen dagegen 60-85 l/qm.

Verbreitet entsprachen diese Summen nur 45-50 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Zuletzt wurde 2003 ein so trockener Dezember notiert. In Roetgen fiel mit 82 l/qm fast genauso viel Niederschlag wie in Mont Rigi (84). Der Sonnenschein war in vielen Teilen von NRW eine trübe Geschichte. Im Kreis Aachen brachte der Lee-Effekt im Eifelschatten und starke Föhnwinde Dezemberrekorde. Die Station Schöneseiffen am Wahlerscheider Wald konnte mit 82 Stunden einen Dezemberrekord seit min. 1990 messen. Sehr gut sind die Unterschiede bei der Wolkenverteilung in den übrigen Stationsergebnissen zu sehen: Kalterherberg 65 Stunden und Aachen-Orsbeck 76 Stunden.

Die Solarkollektoren konnten damit doppelt soviel Sonnenschein verarbeiten wie das langjährige Mittel es ausweist.

Auch bis Mitte Januar ist kein Wintereinbruch in den Modellkarten zu entdecken. Die ersten Schneeglöckchen wagen sich in den Niederungen schon ans Tageslicht.

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