Roetgen - Ältestes Kriegerdenkmal der Region in Roetgen

Ältestes Kriegerdenkmal der Region in Roetgen

Von: P. St.
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In wesentlichen Teilen in seinem Ursprungszustand noch erhalten: Das Kriegerdenkmal am Roetgener Pferdeweiher. Die erhöhte Bruchsteinumrandung existiert nicht mehr. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Kriegerdenkmale gehören in fast jedem Eifeldorf zum typischen Erscheinungsbild. Der in Kall lebende Regionalhistoriker Dr. Toni Offermann, der auch schon für den Geschichtsverein des Monschauer Landes zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt hat, hat in der Region Schleiden, Hellenthal, Kall und Monschau im Rahmen eines Projektes 62 Kriegerdenkmäler näher untersucht.

Lediglich zwei davon sind noch aus der Zeit vor 1914 erhalten. Die Ergebnisse sollen später in einer Schrift veröffentlicht werden.

Bereits 1871 entstand das so genannte „Eiserne Kreuz” in Kall, ursprünglich als Denkmal für Kaiser Wilhelm I. und seine siegreiche Armee errichtet. Erst 1926 wurde es als Kriegerdenkmal für „Call, Heistert und Anstois” eingeweiht und damit als solches kenntlich gemacht. Es ist daher in seiner Funktion als Kriegerdenkmal erheblich jünger als das Kriegerdenkmal in Roetgen.

22 im Altkreis Monschau

Das Roetgener Denkmal aus dem Jahr 1873 ist daher das älteste der Region. Von den 22 im Altkreis Monschau ermittelten Kriegerdenkmälern ist es zudem das einzige, das in seinem Kernbestand aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Die Anfänge des Kriegerdenkmals, das nach wie vor auf seinem angestammten Platz gegenüber dem Pferdeweiher steht, gehen zurück in das Jahr 1871: Bereits kurz nach Abschluss der Kampfhandlungen des deutsch-französischen Krieges wurden im April 1871 vier so genannten Friedens-Linden auf dem Marktplatz angepflanzt.

In der Roetgener Gemeindechronik ist zu lesen: „Zur Erinnerung an die glorreichen Feldzüge 1866, 1870 und 1871 und zum ehrenden Andenken an die darin fürs Vaterland aus dem Ort Gefallenen errichtete die Gemeinde Roetgen auf ihrem Marktplatze unter den am 16. April 1871 gepflanzten Friedens-Linden” 1873 ein „Denkmal in behauenem Kalkstein”. Als Form wählte man die des „Heldenhains” (Bäume, Umzäunung) mit einem Obelisken in der Mitt. In der Folgezeit wurde das Denkmal zweimal „ergänzt”, und zwar 1933 und 1954.

Diskussionen um die Erweiterung des Denkmals mit den Namenstafeln der Kriegsgefallenen 1914-18 führten in der Weimarer Republik, vor allem aus Geldmangel, zu keinem Ergebnis.

Zur Zeit des Nationalsozialismus entstanden im Altkreis Monschau neue „Heldendenkmäler” in Strauch und Mützenich (1935), Höfen (1936), und Simmerath (1937), das als einziges den Krieg neben der stark beschädigten Michaelsskulptur in Höfen überdauerte. Das aus der Zeit vor 1914 ja noch bestehende Kriegerdenkmal in Roetgen erhielt am 22. Oktober 1933 weitere Tafeln mit der Nennung der Kriegstoten von 1914-18.

Wie viele andere noch bestehende Kriegerdenkmäler aus der Weimarer Republik bzw. der NS-Zeit, wurde auch das Roetgener Denkmal 1954 ein zweites Mal ergänzt, und zwar um die Namen der Kriegstoten 1939-45. Dabei ordnete man die Namenstafeln neu an. Die Einweihung fand am 24. November 1954 statt.

„Das Roetgener Kriegerdenkmal ist das erste und gleichzeitig das älteste erhaltene in der Region,” fasst Dr. Toni Offermann seine Recherchen zusammen. Zum eigentlichen Denkmal gehört die gesamte Anlage, d.h. Bäume und Zaun, der so genannte „Heldenhain”.

Das Roetgener Kriegerdenkmal, das übrigens bisher noch nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde, dürfte in naher Zukunft auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt, weil der geplante Ravel-Radweg in unmittelbarer Nähe vorbeiführt, und der Bereich am Pferdeweiher mit dem Infopunkt zum Verweilen einlädt.
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