Acht Jahrzehnte bei der Feuerwehr: Ehrung für Ludwig Förster

Von: Peter Stollenwerk
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Die alte Brandhupe der Feuerwehr Lammersdorf hat Ludwig Förster sich gesichert. Seit 80 Jahren gehört der 95-Jährige der Feuerwehr an. Foto: P. Stollenwerk
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An der Errichtung des Gerätehauses der Feuerwehr Lammersdorf kurz nach dem Krieg, einem umgebauten Ziegenstall hinter der Schule, hatte Ludwig Förster großen Anteil.

Lammersdorf. Wenn man 50 Jahre einem Verein oder einer Organisation angehört, ist das aller Ehren wert. Werden es 60 Jahre, ist das eine echte Besonderheit, und eine 70-jährige Mitgliedschaft ist absolut selten. Kaum zu glauben ist es, wenn jemand eine 80-jährige Mitgliedschaft vorweisen kann. Dieses Kunststück ist jetzt Ludwig Förster aus Lammersdorf gelungen.

Der 95-Jährige gehört seit acht Jahrzehnten der Feuerwehr Lammersdorf an. Für dieses absolut außergewöhnliche Jubiläum wurde er jetzt beim Treffen der Ehrenabteilungen der Feuerwehren der Städteregion Aachen in Alsdorf geehrt. Bei der Feierstunde fehlten selbst Kreisbrandmeister Bernd Hollands fast die Worte, und auch der passende Vordruck für die Ehrenurkunde war nicht vorrätig, denn dieses Jubiläum ist so selten, dass der Verband noch eine besondere Urkunde drucken ließ.

Oberfeuerwehrmann Ludwig Förster, der bis zu seinem 60. Lebensjahr aktiv in der Löschgruppe Dienst tat, nahm die Ehrung bei der Feierstunde gelassen zur Kenntnis.

Mit Begeisterung und Präzision kann er noch über seine Anfänge bei der Freiwilligen Feuerwehr Lammersdorf berichten. Die Gründung der Feuerwehr in Lammersdorf geht zurück auf das Jahr 1913. Im Jahr 1937 kam Ludwig Förster erstmals in Kontakt mit dem Feuerwehrwesen, als er seine Lehre als Maschinenschlosser bei der Firma Junker begann. Der 15-Jährige wurde Melder bei der Werksfeuerwehr. Über die Aktivitäten der Ortsfeuerwehr in Lammersdorf ist aus dieser Zeit nicht viel überliefert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich Ludwig Förster in vielfältiger Weise für die Feuerwehr. Er folgte der Bitte, hinter der Schule in den alten Ziegenställen eine Unterbringungsmöglichkeit für die Gerätschaften der Feuerwehr zu errichten. „Das war für mich eine ehrenvolle Aufgabe“, erinnert er sich.

Mit einfachen Mitteln schuf er einen abschließbaren Raum. Die Ausstattung der Feuerwehr war vergleichsweise bescheiden. Drei Helme, ein Strahlrohr, ein C-Schlauch, ein Standrohr und ein Hydrantenschlüssel wurden hier verwahrt. Später kam noch eine elektrische Sirene hinzu, die auf das Haus von Herbert Braun montiert wurde, das sich neben der Bäckerei Prümmer befand und kürzlich abgerissen wurde.

Netz von Hydranten geschaffen

Der Brand der Strohdachsiedlung in der Sonntagstraße im Frühjahr des Jahres 1947 war für Ludwig Förster ein einschneidendes Ereignis, denn das im Kübelwagen mitgebrachte Löschwasser war bald verbraucht. Bei diesem Einsatz wurde deutlich, dass viele Hydranten für die Feuerwehr nicht aufzufinden waren.

Zahlreiche Hydranten waren durch Kriegseinwirkung zerstört worden, andere lagen unter Bergen von Schutt, und ein Lageplan existierte auch nicht. Ludwig Förster fertigte beim damaligen Amtsdirektor Alois Gottfried eine Abschrift vom Wasserleitungsnetz in Lammersdorf, auf dessen Grundlage dann ein systematisches Netz von Hydranten angelegt wurde.

Gut kann sich Ludwig Förster auch noch an einen Einsatz in Raffelsbrand erinnern, wo es dank seiner tatkräftigen Mithilfe der Feuerwehr Lammersdorf gelang, durch mutiges Vorgehen zu verhindern, dass das Feuer des in Brand geratenen Heustalls auf das Wohnhaus übergriff.

Dem nachhaltigen Bemühungen von Ludwig Förster war es auch mit zu verdanken, dass die Feuerwehr Lammersdorf im Jahr 1962 einen Unimog zu Zwecken des zivilen Bevölkerungsschutzes übernehmen konnte. Dafür half er sogar mit einer privaten Bürgschaft aus.

Seine Zeit bei der Feuerwehr in Lammersdorf sowie viele andere ortshistorische Begebenheiten und persönliche Erlebnisse, auch während des Krieges, hat Ludwig Förster in einem kleinen Buch zusammengefasst, das seit seinem Erscheinen in diesem Frühjahr bereits viele interessierte Abnehmer gefunden hat. .

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