Acht Freunde lassen den Regen vergessen

Von: ale
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Eroberten auf der Monschauer B
Eroberten auf der Monschauer Burg die Herzen des Publikums: Günter Hochgürtel, Gero Körner, Tato Gomez, Hermann Heuser, Hannes Schöner, Ralf Alef, Jens Streifling und Wolf Simon (v.l.n.r.). Foto: A. Lauscher

Monschau. Wenn die Menschen in Regenponchos gehüllt auf den Stühlen sitzen, es aus dunklen Wolken immer wieder kalt herunterprasselt, wenn man sich anschließend zu Hause eine Wärmflasche macht und die Sitzkissen für den nächsten Abend an der Heizung trocknet - das ist Monschau-Klassik.

Und wenn nahezu 1200 Musikfreunde fast bis Mitternacht den „Friends in Concert” lauschen, nicht genug bekommen von engagiert und leidenschaftlich vorgetragener Live-Musik, bei 13 Grad mitsingen und ausharren bis zum letzten Ton - auch das ist Monschau-Klassik.

Jeder ein Könner

So geschehen am Freitag, als die Liedermacher zum Auftakt der diesjährigen Festspiele das Monschauer Publikum eroberten. Zunächst sah es so aus, als ob viele Plätze leerbleiben würden, doch die Gäste warteten im trockenen Gewölbe nur ab, ob der Abendregen nicht doch aufhörte. Beim zweiten Gong, nachdem jeder seinen Platz trocken gewischt und sich in seinem Regencape eingerichtet hatte, legte der Regen noch einen Zahn zu. Und trotzdem hatte man noch die Hände frei, um zu klatschen, als die „Friends” auf die Bühne marschierten und die ersten Töne erklangen. Acht Freunde sind sie, jeder ein Könner, und das Konzert wurde ein Genuss.

Ein Programm voller Höhepunkte, richtig gute Musik, von Hand gemacht, eigene Stücke und bekannte Songs aus der Feder unsterblicher Musiker - das war die Mischung, die das Publikum von Anfang an in ihren Bann zog.

„Thats what friends are for” sang Tato Gomez zusammen mit Hannes Schöner. Die Stimmen der beiden harmonierten perfekt in dem verträumten Lied, das die Freundschaft beschwört. Dass sie auch Rhythmus können, bewiesen die Acht dann in „Love the one youre with”, da ging der Drummer, Wolf Simon, aus sich heraus, und Gero Körner haute unbekümmert ins Keyboard.

Einen kleinen „Wolken-Raus-Song” studierte Tato Gomez flott mit dem Publikum ein - es funktionierte tatsächlich für eine Weile.

In „Ahle Kaschämm” erinnerte Günter Hochgürtel an alte Kneipen, wie es sie fast nicht mehr gibt; da wurde „jeschwaht, jelaacht un jeknobelt”, das ging im Dreivierteltakt, und die Menschen auf den Tribünen schunkelten. „Sieht juht aus”, lobte sie der bestens aufgelegte Günter Hochgürtel. „You raise me up” heißt ein irisches Lied, das Hannes Schöner mit viel Gefühl vortrug, und dem brillanten Gero Körner spendeten die Zuhörer Sonderapplaus.

Körner mit Gefühl

Um „You and I” von Stevie Wonder wundervoll zu interpretieren, brauchte Tato Gomez nur seine Stimme und seine Gitarre - und Körners Keyboard, mit Gefühl gespielt. Ihre Reverenz erwiesen die Freunde dem Musik-Genie Bob Dylan. Wie Jens Streifling gleichzeitig Mundharmonika und Gitarre spielte, das erinnerte schwer an den guten Dylan. Der „Tambourine Man” kam mit geballter Gitarren-Power daher, und „Blowin in the Wind” wurde mitgesungen - wie früher!

Während der Pause regnete es heftig, nach der Pause ein wenig, aber sie waren alle noch da, es machte einfach Vergnügen, den Musikern zuzuhören und zuzuschauen. Jetzt glänzte Tato Gomez mit träumerischen Liedern aus Südamerika; Jens Streifling sang „Cello” und spielte Klarinette, und „Annies Song” schien Hannes Schöner auf den Leib geschrieben.

Damit das Publikum es auch nicht vergisst, wurde ihm auf den Heimweg mitgegeben: „Youve got a friend.”
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