Abtreibungen sollen tabu sein

Von: rpa
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Soll weiter im christlichen Sinne auch unter einem neuen Träger geführt werden: Das Malteser-Krankenhaus Simmerath. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner muss einem Trägerwechsel für das Simmerather St. Brigida-Krankenhaus zustimmen. Er habe seine Zustimmung bereits zugesichert, stelle aber eine Bedingung, so berichtete Karl Prinz zu Löwenstein, Geschäftsführer der Malteser-Trägergesellschaft, nun bei seinem Besuch in Simmerath.

Am Krankenhaus in Simmerath dürften „keine Abtreibungen vorgenommen werden”, dies müsse verbindlich festgeschrieben werden. Derzeit so Prinz zu Löwenstein, gebe es im Krankenhaus keine Abtreibungen.

Diese Ausschlussbedingung ist bei Krankenhäusern in christlicher Trägerschaft üblich. Dies betont auf Anfrage der Lokalredaktion auch Thomas Fortkamp, Geschäftsführer des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschland mit Sitz in Freiburg: „Das gehört dazu und entspricht dem Selbstverständnis der katholischen Kirche.”

Dieses und andere Themen bestimmten die Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Malteser-Krankenhauses. Dazu waren etwa 20 Mitglieder erschienen.

Karl Prinz zu Löwenstein berichtete über den aktuellen Stand zum Trägerwechsel. Zum 1. Juli werden die Malteser das Krankenhaus in Simmerath an einen neuen Träger übergeben. Sollte die neue Trägergesellschaft bis Ende Juni noch nicht installiert sein, so werde die Städteregion Aachen als „Übergangsträger” einspringen. Die Städteregion verhandelt derzeit mit anderen Krankenhäusern der Region über eine Trägergesellschaft.

Durch zusätzliche Leistungen soll das Krankenhaus Simmerath auf Dauer erhalten und gestärkt werden, sagte Prinz zu Löwenstein, der abermals versicherte: „Die Geburtshilfe bleibt erhalten.” Der Geschäftsführer der Malteser Trägergesellschaft bezifferte das Defizit des Krankenhauses auf acht Millionen Euro, dies bei einem Umsatz von 12 Millionen Euro im Jahr.

Die Erlöse seien um 25 Prozent zurückgegangen, die Kosten aber um 27 Prozent gestiegen. Es seien in „diesem strukturschwachen Raum nicht genug Patienten da, um die Kosten abzudecken”, nannte Prinz zu Löwenstein einen Grund für die wirtschaftlichen Probleme an St. Brigida. Zudem habe in der Eifeler Öffentlichkeit das aus „einen schlechten Ruf”, auch höre man den Vorwurf, dass nach der Übernahme des Krankenhauses vom Orden der Zellitinnen die Malteser das Haus „gegen die Wand gefahren” hätten.

Karl Prinz zu Löwenstein betonte, dass St. Brigida schon längst insolvent wäre, wenn andere Malteser-Häuser das Simmerather Krankenhaus nicht unterstützt hätten. Es werde „immer der politische Wille nötig sein, das Haus in Simmerath zu erhalten”.

Hubert Breuer, Vorsitzender des Fördervereins, dankte der Malteser-Träger-Gesellschaft und seinem Geschäftsführer Karl Prinz zu Löwenstein für das große Engagement der Malteser, die in das Haus in Simmerath „sehr viel investiert” hätten. Lob gab es auch für die „guten Ärzte und das gute und engagierte Personal.”

Es ist vorgesehen, medizinische Leistungen aus anderen Krankenhäusern der Region nach Simmerath zu holen, so gibt es bereits eine effektive Kooperation mit dem Medizinischen Zentrum des Kreises Aachen. Gemeinsam mit den medizinischen Fachexperten vor Ort soll das Leistungsspektrum so ausgerichtet werden.

„Die Zellitinnen hängen mit ihrem Herzblut am St. Brigida-Krankenhaus”; sie hätten ein „großes Interesse, dass das Haus christlich geprägt bleibt”, sagte Karl Prinz zu Löwenstein. Die sechs Schwestern blieben auch in Simmerath. Auch wenn das Krankenhaus keine kirchliche Einrichtung sei, so solle doch der Geist erhalten bleiben”. Das Krankenhaus wurde 1909 von vier Schwestern der Zellitinnen gegründet, die es im Januar 1997 an die Malteser übergaben.
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